Die archäologischen Entdeckungen auf dem Marktplatz in Kindelbrück haben das Interesse von Helga Reuter geweckt. In einer Anfrage an unsere Redaktion wollte sie wissen, ob es auch durch den Bau von Windenergieanlagen in der Region archäologische Funde gegeben habe. Wir haben beim Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) nachgefragt – und dabei von mehreren interessanten Befunden erfahren.

Seit der zweiten Juli-Woche untersucht das TLDA die Flächen für insgesamt sieben Windenergieanlagen des geplanten Windparks Günstedt II. Die Anlagen sollen von der Median Windpark Günstedt GmbH & Co. KG errichtet werden. „Während die Grabungen zum Windpark Günstedt I keinerlei archäologische Spuren ergaben, wurden bei den aktuellen Untersuchungen verschiedene relevante Befunde entdeckt“, erklärt Anja Endrigkeit, Pressesprecherin der Behörde, auf Anfrage.
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Zwei Gräber aus der Jungsteinzeit
Unter den archäologischen Funden seien vor allem urgeschichtliche Gruben. Dabei handle es sich überwiegend um Vorratsgruben, teilweise aber auch um sogenannte Schöpfgruben, erklärt Endrigkeit. Besonders interessant seien zudem zwei Gräber der jungsteinzeitlichen sogenannten Schnurkeramischen Kultur aus der Zeit zwischen 2800 und 2200 vor Christus. Eines der Gräber sei ohne Beigaben gewesen, im zweiten hätten die Archäologen einen Keramikbecher gefunden. „Die Funde zeigen, dass die Flächen bereits in der Jungsteinzeit genutzt wurden“, erklärt Endrigkeit. Die beiden schnurkeramischen Gräber seien besonders interessant, weil sie einen Einblick in die Bestattungssitten der damaligen Zeit gäben.
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Auch am Puschkinplatz in Kindelbrück sind derzeit Mitarbeiter des TLDA im Einsatz. Die Landgemeinde Kindelbrück will den Platz neu gestalten. Wie Christian Tannhäuser, Referent im Gebietsreferat Mitte, informiert, liegen die archäologischen Untersuchungen im Zeitplan. Der erste Abschnitt der Ausgrabungen soll in Kürze abgeschlossen werden.






