Zwei Ratssitzungen, zwei Ohnmachtsbekundungen. Sowohl in Kölleda als auch in Rastenberg nehmen Fassadenschmierereien und Klebeattacken auf öffentlichen und privaten Grundstücken, Häusern und Einrichtungen immer mehr zu. Oft haben die „Kunstwerke“ (eher ohne künstlerischen Anspruch) Bezug zu Fußballvereinen. Aber das ist nicht immer der Fall. Zwischen Bekenntnissen der Zu- oder Abneigung im Farbspektrum zwischen Rot-Weiß und Blau-Gelb-Weiß mischen sich, seltener, auch solche im politischen Kontext.

In Kölleda hatten unter anderem Verunzierungen am kommunalen Bolzplatz für Unverständnis gesorgt. In Rastenberg gab es sozialmedial Unmutsäußerungen, nachdem über Nacht die Denkmallok in der Kirchalle beschmiert worden war. „Zum Glück konnte der Bauhof das mit Verdünnung in Ordnung bringen“, so Bürgermeisterin Beatrix Winter (WG Gemeinsam für Rastenberg). Als das größere Problem sehe sie ohnehin das exzessive Aufkleber-Anbringen an.

Die Verwaltungen sprechen von Sachbeschädigungen oder hohen Kosten, manchen gelten die Verunzierungen an Schildern oder Leiteinrichtungen sogar als gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr.

Eine Handhabe gegen die Vandalismus-Ausbrüche gibt es bisher nicht. In Kölleda wie in Rastenberg wurde deshalb über Videoüberwachung an neuralgischen Punkten nachgedacht.
Obersten Thüringer Datenschützer einbezogen
In Kölleda hat sogar eine Art „Tatort-Rallye“ stattgefunden. Bürgermeister Uwe Kraneis (Gemeinsam für Kölleda) berichtete in der jüngsten Stadtratssitzung von einem Rundgang zusammen mit dem Thüringer Datenschutzbeauftragten. Den Posten hat Tino Melzer inne. Ziel sei es gewesen, zu prüfen, wo eventuell Kameras datenschutzkonform installiert werden können.

Von allen ins Auge gefassten Punkten sei das vielleicht an einem einzigen möglich, so Kraneis. Der 2023 eröffnete Bolzplatz in Bahnhofsnähe komme möglicherweise infrage. In Rastenberg hatte es laut Winter in einem Fall sogar Aufnahmen eines Graffiti-Angriffs gegeben, aber bisher keinen Ermittlungserfolg.

Täglich
Der Newsletter für Sömmerda
Alle wichtigen Informationen aus der Region Sömmerda, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Eine Chance, das Spray-Interesse von Jugendlichen legal und kreativ zu kanalisieren, zeigt eine Anfrage des Arbeiter-Samariter-Bundes auf. Dieser wünscht sich die Hilfe Kölledas für ein gefördertes Graffiti-Projekt. Gesucht werden geeignete Flächen. Erste Idee ist es, drei Litfaßsäulen mit vorgelegten Motiven zu gestalten.
Lesen Sie auch
Sven Diez, Ortsteilbürgermeister von Battgendorf, fragte, ob eventuell auch Bretterwände dekoriert werden könnten. Harro Probst (Freie Wähler) interessierte, ob auch private Flächen infrage kämen. Er hätte da 500 Quadratmeter Hallenwand anzubieten.








