Detlef Braun aus Mühlhausen vom Verein Mühlhäuser Cooltur ist begeistert von einem besonderen Sonntagnachmittag in Mühlhausen.

Sonntagnachmittag in Mühlhausen, einer beschaulichen Stadt in der Mitte Deutschlands. Ist dies die richtige Zeit für ein Rockkonzert? Zwischen Torte und „Tatort?“

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Diese Frage stellte auch Christian Haase, Frontmann der Band „Die Seilschaft“, welche gerade mit ihrer Deutschlandtour „Die Seilschaft - Balsam und Balladen“ unterwegs ist, in den Raum. Und dann auch noch in der wohl kleinsten Location ihrer Tour, der „KuFa Mühlhausen“?

Die Antwort folgte sogleich. Schon mit dem ersten Titel nahm die Band das ganze Publikum in ihren Bann. Und dabei nicht nur die teilweise von weiter her angereisten Fans, welche sich zuvor schon etwas ungläubig fragten, „Wieso gerade hier in Mühlhausen?“. Mit ihrem großen Repertoire von Gundermann, rockigen Songs, Balladen bis hin zu folkloristischen Elementen und immer wieder perfekt eingesetzten Instrumenten füllten die Musiker das besondere Club-Ambiente der Kulturfabrik in wunderbarer Symbiose. Es waren wieder einmal Momente, bei denen eine Band mit ihrer ehrlichen Musik und tiefgründigen deutschen Texten voll den Nerv des Publikums traf.

Ganz zur Freude auch der Protagonisten des Vereins Mühlhäuser Cooltur als Veranstalter und Betreiber der KuFa MHL. Frenetischer Beifall und zweimalig eingeforderte Zugabe führen letztlich in Beantwortung der zuvor gestellten Fragen zu dem Resümee, Rockkonzert am Nachmittag geht, ganz besonders in so einer perfekt geeigneten Spielstätte und mit so einem tollen Publikum.

Die „Seilschaft“ ist eine durch den Liedermacher Gerhard Gundermann 1992 gegründete Band. Nach dem Tod von Gundermann im Jahr 1998 ist ihr Frontmann seit 2008 Christian Haase (Leadgesang). Weitere Bandmitglieder sind Mario Ferraro (Gitarre), Michael Nass (Piano), Andreas Wieczorek (Saxofon), Christoph Frenz (Bass) und Tina Powileit (Drums).

Wanderplanetarium begeistert in Bad Langensalza

Ein Hauch von Weltall zog dieser Tage durch den großen Saal des Kultur- und Kongresszentrums in Bad Langensalza. Darüber schreibt Pauline Schröder aus Bad Langensalza.

Das ungarische Wanderplanetarium ließ Schüler der Wiebeckschule Bad Langensalza in die Weiten des Universums reisen. 
Das ungarische Wanderplanetarium ließ Schüler der Wiebeckschule Bad Langensalza in die Weiten des Universums reisen. © Pauline Schröder

Das ungarische Wanderplanetarium ermöglichte den Schülern der sechsten bis achten Klassen der Wiebeckschule Bad Langensalza einen unvergesslichen Ausflug in die Weiten des Universums ermöglichte. Ermöglicht wurde dieses beeindruckende Erlebnis durch die Kooperation der Schulsozialarbeit der Wiebeckschule mit dem Awo-Jugendzentrum Xer Bad Langensalza.

In der besonderen Kuppel des Planetariums tauchten die Schülerinnen und Schüler in eine faszinierende 30-minütige Filmvorführung über die Sonne ein. Der Film bot nicht nur spektakuläre Bilder, sondern auch interessante Einblicke in die Geheimnisse und die immense Bedeutung unseres Zentralgestirns.

Ein solches Erlebnis wäre ohne großzügige Unterstützung nicht möglich gewesen. Das Landratsamt Unstrut-Hainich förderte die Veranstaltung. Der Förderverein der Wiebeckschule sprang danach als Hauptsponsor ein und übernahm den zu leistenden Eigenanteil der Kosten. Auch die Stadt zeigte Engagement: Der Bürgermeister Matthias Reinz (parteilos) stellte das Kultur- und Kongresszentrum kostenfrei zur Verfügung. Das erleichterte die Durchführung der Veranstaltung erheblich.

Die Initiative wurde von allen Beteiligten mit großem Enthusiasmus aufgenommen. Auch die Reaktionen der Schüler waren durchweg positiv. Viele äußerten sich begeistert über die Möglichkeit, die Sonne aus einer völlig neuen Perspektive kennenzulernen. Der Grundstein für den Astronomieunterricht in der neunten Klasse ist somit gelegt.

Kostenloser ÖPNV für Kur-Gäste wünschenswert

Über ihren Aufenthalt in Bad Langensalza schreiben Norbert und Erika Happ aus Friedrichsdorf im hessischen Hochtaunuskreis.  

Wir sind zum wiederholten Mal im Santa Royale Hotel und genießen die Friederiken-Therme. Leider kann man in der Friederiken-Therme nicht mehr vor dem Frühstück um 8 Uhr schon ein erstes Bad nehmen. Daher haben wir uns auf den Nachmittag beschränkt und machen vormittags unsere Spaziergänge durch die wunderschöne Altstadt und beschließen unseren Spaziergang regelmäßig mit dem Besuch der Bibliothek und dem Lesen der interessanten Lokal-Zeitung.

Das traumhafte Winterwetter bot Gelegenheit für außergewöhnlich schöne Ansichten und Bilder. Weil es nichts gibt, was man nicht noch etwas verbessern könnte, unsere Anmerkungen: Immer mehr Kurstädte und Hotels bieten, zumindestens im Zusammenhang mit der Kurtaxe, die Möglichkeit an, kostenlos den öffentlichen Personen-Nahverkehr zu nutzen.

Nicht nur im Sinne der Umwelt eine lobenswerte Maßnahme. 

Zum Abschluss ein kleines Ärgernis: Wir haben im Bereich der Altstadt eine öffentliche Toilette gesucht. Als wir die endlich gefunden hatten, mussten wir passen, denn der Besuch hätte 50 Cent gekostet. Aber wer hat schon heute im Zeitalter der Digitalisierung Bargeld dabei? 

50 Cent pro Toilettenbesuche werden bestimmt den kommunalen Haushalt nicht retten und erwecken den Eindruck von Kleinkariertheit und kundenunfreundlichem Verhalten, was überhaupt nicht für diese wunderschöne Stadt passt.

Eine besondere Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR

Sabine Siemon vom Gymnasium Großengottern schreibt über eine szenische Lesung zur friedlichen Revolution, ein bewegendes Schulprojekt.

Die Zwölftklässler des Deutsch-Kurses mit erhöhtem Anforderungsniveau des Gymnasiums Großengottern unter der Leitung von Frau Dr. Gebauer präsentierten eine szenische Lesung zum Drama „Ein Akt zur Freiheit“ in der Aula der Volkshochschule in Mühlhausen.

Zwölftklässler vom Gymnasium Großengottern präsentierten eine szenische Lesung und stellten lokale Geschichte in den Vordergrund. Links: Cornelia Hornemann vom Medienzentrum des Kreises.
Zwölftklässler vom Gymnasium Großengottern präsentierten eine szenische Lesung und stellten lokale Geschichte in den Vordergrund. Links: Cornelia Hornemann vom Medienzentrum des Kreises.© Sabine Siemon | Sabine Siemon

Das Werk wurde im Rahmen eines Schulprojekts von Bastian Klesse, einem ehemaligen Schüler der Schule, verfasst. Die Idee dazu erhielt er durch Herrn Schwarzkopf, der ihn dazu angeregt hatte, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und das Drama zu schreiben. Für seine Arbeit wurde Bastian Klesse mit dem zweiten Platz des Geschichtswettbewerbs ausgezeichnet.

Vor der Lesung hatten die Schülerinnen und Schüler die besondere Gelegenheit, den Autor des Buches in einem Gespräch näher kennenzulernen. Sie konnten direkt mit ihm über die Hintergründe des Werkes, seine Recherchearbeit und seine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Freiheit sprechen. Das Autorengespräch bot wertvolle Einblicke in die Entstehung des Dramas und half, die historischen Ereignisse und deren literarische Verarbeitung noch besser zu verstehen.

Die Veranstaltung begann mit einer musikalischen Einleitung durch Eva Conrad aus der Klasse 11.

Anschließend erklärten die Schülerinnen und Schüler, dass sie mit ihrer Lesung den Freiheitsgedanken in den Mittelpunkt rücken wollten. Sie versetzten sich in die Zeit der friedlichen Revolution am Ende der DDR und thematisierten die gesellschaftlichen und politischen Spannungen dieser Zeit. Dabei erinnerten sie daran, dass die Mauer die DDR von der BRD trennte und viele Menschen mit ihrer politischen, sozialen und wirtschaftlichen Situation unzufrieden waren. Besonders wichtig war ihnen, auf die Forderungen nach freiem Reisen, Meinungsfreiheit und demokratischer Mitbestimmung einzugehen. Während in der historischen Betrachtung oft die großen Städte im Fokus stehen, rückte dieses Projekt gezielt kleinere Städte wie Mühlhausen in den Mittelpunkt.

Auch der Autor selbst habe geschildert, dass die Arbeit an dem Werk ihm geholfen habe, die Bedeutung der Freiheit in vollem Umfang zu schätzen.

Das Publikum bestand aus Schülerinnen und Schülern der 10. Klasse der Thomas-Müntzer-Regelschule Mühlhausen sowie einem Zeitzeugen, der die Ereignisse der friedlichen Revolution persönlich miterlebt hatte. Seine Anwesenheit verlieh der Lesung eine besondere Authentizität und ermöglichte es den Zuhörenden, die historischen Geschehnisse aus erster Hand nachzuempfinden. Die Schülerinnen und Schüler hoben hervor, dass die Ereignisse der friedlichen Revolution bis heute präsent sind und uns immer wieder daran erinnert, wie wichtig es ist, die erkämpften Freiheiten zu bewahren.

Zum Abschluss der Lesung luden sie das Publikum ein, die begleitende Ausstellung zu besuchen oder mit Frau Cornelia Hornemann vom Medienzentrum des Unstrut-Hainich-Kreises, die auch die Finissage leitete, ins Gespräch zu kommen.

Durch die engagierte Vorbereitung und die eindrucksvolle Umsetzung wurde der Abend zu einer besonderen Auseinandersetzung mit der Geschichte der DDR und den Kämpfen um Freiheit und Demokratie. Die szenische Lesung bot dabei einen neuen Blick auf die Ereignisse der friedlichen Revolution – nicht nur im großen politischen Kontext, sondern auch aus der Perspektive kleinerer Städte wie Mühlhausen.

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