Beirat in Bad Langensalza stellt sich geschlossen gegen Schulschließung in Thamsbrück

In deutlicher Form hat sich der Beirat für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Bad Langensalza gegen die vom Unstrut-Hainich-Kreis geplante Schließung der Grundschule im Ortsteil Thamsbrück ausgesprochen. Die Schule ist – neben den Grundschulen in Lengenfeld/Stein und Körner – eine von drei, die die Kreisverwaltung innerhalb der Schulnetzplanung für eine Schließung vorsieht.

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In seiner jüngsten Sitzung votierten die Mitglieder einstimmig gegen die im Rahmen der Schulnetzplanung vorgesehene Aufgabe des Standorts zum Schuljahr 2027/2028. Nach den Plänen des Landkreises sollen die Schülerinnen und Schüler dann der Grundschule Sonnenhof in der Kernstadt zugeordnet werden.

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„Diese Entscheidung ist kurzsichtig, finanziell fragwürdig und sozialpolitisch nicht verantwortbar“, erklärt Felix Froeb, einer der Sprecher des Beirats. Man habe sich vor Ort selbst ein Bild gemacht. „Die Schule ist aktiv, engagiert, zukunftsorientiert und mit rund 100 Kindern keinesfalls unterbelegt. Sie deckt einen großen ländlichen Einzugsbereich ab und stellt ein zentrales Versorgungsangebot im Ort dar.“

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Besonders beeindruckt zeigte sich der Beirat vom konstruktiven Umgang der Schulleitung mit der drohenden Schließung. „Statt Alarmismus erleben wir dort lösungsorientiertes Denken“, betont Froeb. Die Schule arbeite derzeit an einem realisierbaren Raumkonzept, das alle brandschutzrechtlichen Anforderungen erfüllt. Auch die Umstellung auf eine moderne Gasheizung wurde bereits geprüft, der Anschluss liegt am Gebäude. Darüber hinaus existiert ein Nutzungskonzept, das Drittmittel und Synergien erschließen könnte, etwa durch die Integration von Angeboten der Volkshochschule, die Einbindung örtlicher Kulturvereine oder die Einrichtung eines Hausaufgabenraums für Kinder aus Pendlerfamilien.

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Aktuell werden an der Grundschule Thamsbrück 101 Kinder in sechs Klassen unterrichtet. Die Zahl der künftigen Einschulungen liegt stabil bei oder über der vom Land geforderten Mindestgröße – ein guter Wert für ländliche Verhältnisse. Nicht die Schülerzahlen seien das Problem, sondern der Investitionsstau. Laut Landkreis belaufen sich die notwendigen Sanierungskosten auf rund 42.000 Euro pro Kind, vor allem wegen der Heizungsanlage und des Brandschutzes. Eine aus Sicht des Beirats fragwürdige Berechnungsgrundlage, wenn es um ein grundlegendes Element der öffentlichen Daseinsvorsorge geht.

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„Es ist nicht die Schule, die versagt hat – es ist die Politik, die jahrzehntelang notwendige Erhaltungsmaßnahmen aufgeschoben hat und eine Generalsanierung lediglich in Aussicht gestellt hat. Diese Verantwortung wird nun auf dem Rücken der Kinder, Familien und Lehrkräfte abgeladen“, kritisiert Franziska Möller, ebenfalls Sprecherin des Beirats.

Ein weiteres zentrales Thema ist die Zukunft der angrenzenden Turnhalle. Diese wurde umfassend saniert und wird derzeit vom Landkreis genutzt. Fällt die Schule als Nutzer weg, müsste die Stadt Bad Langensalza die Trägerschaft übernehmen – ein Schritt, der angesichts der angespannten Haushaltslage kaum realistisch erscheint. „Damit ist das kulturelle Rückgrat Thamsbrücks in Gefahr“, warnt Beiratssprecherin Nina Stelzer.

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Das Tambour Corps, der Thamsbrücker SV und nahezu das gesamte Vereinsleben des Ortsteils wären betroffen. „Diese Halle ist mehr als eine Schulsportstätte – sie ist ein sozialer Begegnungsraum“, so Stelzer.

Der Beirat für Kinder, Jugend und Familie fordert den Landkreis daher auf, die Schulschließungspläne grundlegend zu überdenken. red

Kirchheilingen wird zur Bühne: Band „Lott“ bringt Rockmusik in die St.-Bonifatius-Kirche

Mit handgemachter Musik und großer Leidenschaft für den Rock tritt die Weimarer Band „Lott“ am Sonntag, 22. Juni, um 17 Uhr in der St.-Bonifatius-Kirche Kirchheilingen auf. Unter dem Titel „Eigene Originale & Great Songs des Rock“ erwartet das Publikum ein besonderer Konzertabend mit bekannten Klassikern und eigenen Songs – live, akustisch und mit ganz persönlicher Note. Der Einlass beginnt um 16.30 Uhr.

Die Brüder Christian und Martin Lott, vielen bereits durch die Bands „Borderline“ und „Acousticline“ bekannt, bringen gemeinsam mit Gitarrist Sven Lieser ihre Musik in besondere Räume – und setzen bewusst auf Nähe zum Publikum, reduzierte Instrumentierung und emotionale Arrangements. Akustikgitarren, Cajon und mehrstimmiger Gesang verleihen bekannten Rocktiteln ein neues Gesicht und den eigenen Liedern große Authentizität.

„Die Musiker schaffen mit ihrer Energie und musikalischen Tiefe eine Atmosphäre, die perfekt in unseren Kirchenraum passt“, sagt Regina Englert, Sprecherin des Evangelischen Kirchenkreises. „‘Lott‘ gelingt es, Menschen zu berühren – generationenübergreifend und unabhängig vom musikalischen Vorwissen. Wir freuen uns auf einen Abend, der Herz und Seele anspricht.“

Reservierungen sind auch telefonisch unter 0172/7972979 möglich. red

Mühlhausen startet in den Kleinkunstsommer

Kulturgenuss im Hof: Der 14. Mühlhäuser Kleinkunstsommer lädt vom 25. Juni bis zum 6. Juli zu feiner Unterhaltung unter freiem Himmel ein. Inmitten der historischen Altstadt verwandeln sich der Syndikatshof, der Rathaushof und das 3K-Theater in atmosphärische Bühnen für Kabarett, Musik, Satire und literarisches Programm. Eine Veranstaltungsreihe mit Charme, Biss und viel Publikumsnähe – nahbar, überraschend und unverwechselbar.

Ein besonderer Höhepunkt erwartet das Publikum am Samstag, 28. Juni, um 20 Uhr im Syndikatshof: Andrea Limmer gastiert mit ihrer musikalischen Lesung „Letzte Ausfahrt: Lecko mio!“ erstmals in Thüringen. Die Kabarettistin, Autorin und Musikerin erzählt darin die Geschichte einer Frau, die beim Gardaseeurlaub die Reißleine zieht – und auf ihrem Trip durch Italien nicht nur dem Chaos, sondern auch sich selbst begegnet. Ein Abend voller Tempo, Witz und Tiefgang, musikalisch begleitet und bissig erzählt.

„Wir freuen uns sehr, Andrea Limmer mit ihrer Thüringen-Premiere in Mühlhausen begrüßen zu können“, sagt eine Sprecherin der Stadtverwaltung Mühlhausen. „Ihr Programm steht exemplarisch für das, was den Kleinkunstsommer ausmacht: eine Mischung aus kluger Unterhaltung, künstlerischer Vielfalt und besonderer Atmosphäre mitten in der Altstadt.“

Das gesamte Festival bietet zahlreiche weitere Programmperlen. Am Donnerstag, 26. Juni, bringt das 3K-Theater mit „Mai 25 – 12 Artikel und ein Bauernaufstand“ ein zeitgeschichtliches Stück im Rahmen des Themenjahres „500 Jahre Bauernkrieg“ auf die Bühne.

Schwarzes Musikkabarett servieren „Schwarze Grütze“ am Freitag, 27. Juni, im Syndikatshof. Am 4. Juli bringen „The Aberloar’s“ mit Celtic Folk’n’Beat das 3K-Theater zum Grooven, gefolgt von Tatjana Meissner am 5. Juli mit ihrem Kabarettprogramm „Generation Sex“. Den Abschluss bildet am Sonntag, 6. Juli, ein Konzert im Rathaushof mit „Steve Baker & The Live Wires“ – rockige Rhythmen treffen hier auf nachdenkliche Texte. red

Bad Tennstedt blickt stolz auf seine Geschichte

Zwei runde Jubiläen, ein stolzes Stück Stadtgeschichte: Bad Tennstedt begeht in diesem Jahr gleich zwei bedeutende Gedenktage – 1250 Jahre seit der Ersterwähnung Tennstedts und 100 Jahre als Heilbad. Die Festwoche bis zum27. Juni bildet den feierlichen Rahmen für dieses Doppeljubiläum, das Geschichte, Tradition und Gegenwart der Kurstadt eindrucksvoll verbindet.

Im Mittelpunkt steht die Sonderausstellung „100 Jahre Bad“, die im Rathaussaal täglich von 10 bis 17 Uhr besucht werden kann. Auf 16 Schautafeln sowie mit zahlreichen Exponaten und interaktiven Elementen beleuchtet die Ausstellung die Entwicklung des Kurwesens in Tennstedt – von der Entdeckung der Schwefelquelle 1811 bis zur heutigen Median-Klinik mit modernen Reha-Angeboten.

„Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie eng die Geschichte Tennstedts mit dem heilsamen Schwefelwasser verbunden ist“, sagt Regina Kallert vom Archiv der Stadt Bad Tennstedt, das die Ausstellung konzipiert hat. „Nicht nur medizinisch, sondern auch kulturell und wirtschaftlich hat das Heilwasser den Ort geprägt.

Neben der medizinischen Bedeutung des Schwefels und der Entstehung des Kurparks stehen auch die Badekultur, historische Badehäuser und die langjährige Tradition der Brunnenfeste im Fokus. Ein besonderes Kapitel widmet sich der Verleihung des Titels „Heilbad“ im Jahr 1925 – ein Status, den Tennstedt seit 2005 als „Staatlich anerkannter Ort mit Heilquellenkurbetrieb“ weiterführen darf.

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Ein liebevoller Blick fällt außerdem auf Details der Badetradition: Bademode aus verschiedenen Epochen, Requisiten aus dem Badebetrieb und Erinnerungsstücke an die Quellprinzessinnen, die seit 1997 zur kulturellen Identität der Stadt gehören, ergänzen das Bild.

„Die Besucher können nicht nur auf eine spannende Reise durch 100 Jahre Heilbad gehen – sie dürfen auch staunen, entdecken und mitmachen“, so Regina Kallert weiter. „Die Ausstellung verbindet Wissen mit Erlebnis.“