Camping-Neuling Alexander Volkmann startet im Wohnmobil Richtung Slowenien – ohne große Erwartungen. Doch Soča-Tal, Adria-Küste, Tropfsteinhöhle und Bergalm zeigen ihm ein Land, das Outdoor-Abenteuer, Genussküche und Hauptstadtflair auf engstem Raum vereint. Am Ende steht ein klares Fazit: Wer hier nicht war, verpasst was.

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Was der Reporter erlebt, ist weit mehr als ein Roadtrip – es ist die Entdeckung eines unterschätzten Urlaubsparadieses. Zwischen Neopren-Anzug-Drama, Parkplatz-Romantik und Kuhglocken-Idylle entdeckt er: Camping kann ziemlich genial sein.

Meine Camping-Erfahrung hielt sich bislang sehr in Grenzen. Ich empfand das immer als freiwilligen Verzicht auf alltägliche Gewohnheiten. Bei einem Trip durch Afrika, dachte ich, gehört das dazu. Aber doch nicht im Sommerurlaub in Europa. Im Zelt hatte ich schlaflose Nächte, als mich meine Söhne zu diesem Experiment überredeten.
Ich klemmte stundenlang in einer Ritze, wagte nicht, mich zu bewegen, während die Jungs friedlich vor sich hin träumten. Das war es, was ich mit Camping verband. Heute sind die beiden einen Kopf größer als ich, passen in kein gewöhnliches Zelt mehr und ich verreise auch mal ohne sie.

Mit einem sieben Meter langen Wohnmobil durch die Alpen nach Slowenien zu tuckern, war deshalb eine doppelte Premiere für mich. Ein spontanes Reiseziel, bei dem zu beachten gilt: In Österreich rechtzeitig bremsen, sonst ist man schnell in Kroatien, wo alle anderen ihren Sommerurlaub verbringen.

Camping-Abenteuer startet direkt nach Feierabend am Soča-Tal
„Camper können auch direkt nach der Arbeit starten“, hatte ich noch im Ohr, da saß ich schon auf dem Beifahrersitz und die Frau an meiner Seite am Steuer. Kurz nach Feierabend ging es Richtung Süden. Nach zwei Übernachtungsstopps in Bayern und Österreich überquerten wir die Grenze nach Slowenien und tauchten, fast wörtlich, in eine völlig neue Welt ein: das Soča-Tal im Triglav Nationalpark.
Blauer Himmel, grüne Berge, türkisfarbener Fluss und ein Stellplatz direkt am Wasser – mit diesen Umständen, einem gefüllten Kühlschrank und Toilette und Dusche an Bord lässt sich Camping doch irgendwie aushalten.

Mit dem Kajak Abenteuer erleben und an Sloweniens Küste entspannen
Nach einer entspannten Nacht lag am nächsten Tag eine ganz andere Hürde vor mir, in Form eines Neoprenanzugs. Das Foto (das Sie an dieser Stelle auf keinen Fall zu sehen bekommen) zeigt eine Thüringer Bratwurst mit Bauchansatz in viel zu enger Pelle. Die wusste ich aber spätestens zu schätzen, als ich mit dem Kajak kopfüber im zehn Grad kalten Gebirgsfluss landete. Zwei Stunden paddeln, kentern und mit der Strömung kämpfen waren ein Heidenspaß.
Es zog uns ans Meer, nach Piran, das kleine Juwel an der Adria. Ja, Slowenien hat rund 46 Kilometer Mittelmeerküste. Der Wohnmobilstellplatz hätte spartanischer nicht sein können, aber für 35 Euro pro Nacht bekamen wir einen Parkplatz inklusive Dusch-Häuschen und Meerblick.
Die Stadt bietet mediterranes Flair, die Küche ist fantastisch. Vollends verliebt in Piran war ich nach der großen Grillplatte zum Frühstück – eine ordentliche Portion Fleisch für einen annehmbaren Preis von 15 Euro.

Erfrischung nach Höhlentour: Ljubljana lädt zum Biergenuss
Das Wetter meinte es gut mit uns: viel Sonne, 30 Grad. Der Besuch der Postojna-Höhle (Eintritt 32,90 Euro pro Person inklusive zwei Kilometer Zugfahrt) brachte Abkühlung. Während sich die Teenager auf Klassenfahrt für T-Shirt und kurze Hose entschieden hatten, waren wir nach zwei Stunden unter Tage ganz glücklich über die Kleiderwahl, Typ Polarforscher.

Die Tropfsteinhöhle gleicht einer unterirdischen Kathedrale, mit Stalaktiten, Stalagmiten und (!) mit Grottenolmen. Die bis zu 30 Zentimeter langen, augenlosen Kreaturen können bis zu 100 Jahre alt werden und dazwischen fast zehn Jahre lang ohne Nahrung auskommen. Ein ganz schön dürftiges Dasein, das uns zu einem zünftigen Mittagessen und einem großen „Pivo“ (slowenisch für Bier) in der nur 50 Kilometer entfernten Hauptstadt Ljubljana animierte.

Entspannt sitzen Touristen und Einheimische in kleinen Cafés und genießen den Tag. An jeder Ecke hört man Straßenmusik. Die Menschen sind herzlich. Nur am Preis für eine Kugel Eis lässt sich erkennen, dass sich Ljubljana für eine Welt-Metropole hält: drei Euro pro Kugel.

Mit dem Sessellift zu Almidylle und kulinarischen Traditionen
Ein Highlight unserer Reise war das Dorf Velika Planina – eine Alm wie aus dem Märchenbuch und 1600 Meter über dem Alltag in den Steiner Alpen. Mit dem Sessellift (29 Euro pro Person) schwebten wir in die heile Welt aus Hüttchen, Kuhglocken und Tradition. In der kleinen Gaststätte servierte man uns traditionell Szegediner Gulasch und Haseneintopf.
Nach sieben Tagen und nur 600 Kilometern in diesem kompakten und total abwechslungsreichen Land endete unser Trip beim Sonnenuntergang am Bleder See.

Wohnmobilreisen eröffnen neue Perspektiven in Slowenien
Fazit eines Reisenden, der jahrelang dachte, Camping sei nichts für ihn: Ich dachte, Camping sei Horror. Doch das hat mich umgehauen. Das Wohnmobil hat uns die Freiheit gegeben, Slowenien auf eine ganz eigene Weise zu erleben und entspannt von heute auf morgen zu planen.
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Das Land gehört sicher zu denen, die man als deutscher Urlauber am meisten unterschätzt. Es ist Ziel sowohl für Outdoor-Fans, als auch für Genussmenschen. Etwas günstiger als Deutschland, aber kein Schnäppchen, bietet es die volle Abwechslung auf wenigen Kilometern Strecke.












