Rahul Kumar übernimmt die Geschäftsführung der Regionalbusgesellschaft Kyffhäuser/Unstrut-Hainich und der Stadtbusgesellschaft Mühlhausen und Sondershausen. Mit 29 Jahren gehört er zu den jüngsten Führungskräften in den beiden Landratsämtern und ihren Tochterunternehmen, die große Verantwortung tragen. Trotz seines jungen Alters bringt Kumar bereits viel Erfahrung mit.

Neuer Regionalbus-Chef bringt Großstadt-Perspektive ein

Seine berufliche Laufbahn ist beachtlich: Nach eigenen Angaben absolvierte er in Nürnberg eine Ausbildung zur Fachkraft im Fahrbetrieb, war später als Straßen- und Busfahrer sowie als Ausweisprüfer tätig, ist Fachwirt für Personenverkehr und Mobilität und verfügt über Führungserfahrung aus Neumarkt in der Oberpfalz sowie zuletzt aus Karlsruhe. Sein Vertrag mit der Regionalbusgesellschaft ist laut Unstrut-Hainich-Landrat Thomas Ahke (Freie Wähler) zunächst auf fünf Jahre befristet.

Die Aufgaben sind groß, und die Erwartungen der beiden Landräte – Ahke für den Unstrut-Hainich-Kreis und Antje Schneider-Hochwind (SPD) für den Kyffhäuserkreis – hoch. Bei einem Vorstellungsgespräch am Montag in Mühlhausen wurde deutlich: „Ich finde es spannend, dass er die Perspektive aus einer Großstadt mitbringt und sie in seine Aufgabe einfließen lassen kann, um auch unsere Landkreise im Nahverkehr zu transformieren. Mir gefällt, dass er sehr strategisch arbeiten kann und seine Karriere fleißig vorangetrieben hat“, sagt die Kyffhäuser-Landrätin.

Digitale Technik erleichtert Busfahrt und Orientierung

Kumars Aufgabe ist es, den Busverkehr in den Landkreisen Unstrut-Hainich und Kyffhäuser zu modernisieren und zu digitalisieren. Erste Schritte gab es bereits: In beiden Landkreisen gibt es an den Bahnhöfen und Busbahnhöfen in Sondershausen und Mühlhausen digitale Anzeigetafeln. Um auch Sehbehinderten einen Überblick zu ermöglichen, sind an den Haltestellen Taster angebracht, die Auskunft darüber geben, an welchem Bahnsteig sich der Fahrgast befindet und welcher Bus dort als nächstes abfährt. Großformatige Anzeigetafeln an den Standorten sollen im Frühjahr folgen. Am Mühlhäuser Busbahnhof wurden zudem sechs Bushaltestellen saniert und vermitteln nun einen frischen, modernen Eindruck.

Bargeldlose Zukunft: ÖPNV prüft Abschaffung von Barzahlung

Kumar betont: „Ein ‚Weiter so‘ im Nahverkehr kann es nicht geben. Wir müssen uns mit den Antrieben der Zukunft beschäftigen, nachhaltiger werden, Kilometer-Millionäre unter den Bussen aussortieren, den Bestand erneuern und strategisch neue Wege finden.“

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Ein weiteres Thema: das Bezahlen. Ahke beobachte, wie sich der Busverkehr im Wartburgkreis wandelt. Dort können Fahrkarten nicht mehr bar bezahlt werden. „Bargeld kostet immer auch Geld. Deshalb müssen wir auch bei uns darüber nachdenken, nicht nur den bargeldlosen Zahlungsverkehr anzubieten, sondern langfristig Bargeld abzuschaffen.“

Landkreise stemmen steigende Zuschüsse für besseren Nahverkehr

Landrätin Schneider-Hochwind weist auf den finanziellen Spagat hin, den beide Landkreise zu leisten haben. Die jährlichen Zuschüsse haben sich in den vergangenen fünf Jahren auf etwa acht Millionen Euro je Landkreis verdreifacht.

Kumar setzt zudem auf integrierte Taktfahrpläne, die eine bessere Abstimmung der Linien in Thüringen ermöglichen sollen. „Bevor wir das umsetzen können, ist erst einmal die Politik am Zug. Wir brauchen eine verlässliche Durchbindung. Damit steigt die Zuverlässigkeit, und die Hürden, in den Bus einzusteigen, sinken“, sagt der 29-Jährige. Ein zweiter Schwerpunkt ist die bessere Abstimmung von Bus und Bahn: „Komme ich mit dem Bus zum Zug oder zurück, wird das Einsteigen deutlich leichter.“

Neue Busverbindungen erleichtern Weg zu den Schulen

Mit dem Sommer wird eine neue Linienführung nach Bendeleben erwartet, da dort eine neue Grundschule eröffnet; ab nach den Winterferien sind der Verwaltungssitz Schlotheim und die Schulen auch von allen Heilinger-Dörfern erreichbar. Für den Unstrut-Hainich-Kreis stellt sich zudem die Aufgabe, Hallungen als jüngsten Ort im Landkreis auch von seinem Verwaltungssitz Heyerode aus per Bus zu erreichen. Ziel sei eine Verbindung vom Südeichsfeld nach Hallungen. Außerdem wünscht sich Ahke, dass auch der Alte Bahnhof in Heyerode als touristisches Zentrum über die landesbedeutsame Linie erreichbar ist, die alle zwei Stunden zwischen Mühlhausen und Eisenach verkehrt.

Oppermann wechselt von Regionalbus zu VGS Südharz

Kumars Vorgänger, der Sondershäuser Nils Oppermann, war seit Februar 2022 vier Jahre lang Geschäftsführer der Regionalbusgesellschaft Kyffhäuser/Unstrut-Hainich und der Stadtbusgesellschaft. Er hatte den 2021 überraschend abberufenen jetzigen Mühlhäuser Gerd Haßkerl abgelöst und wechselte zum 1. Februar in die Verkehrsgesellschaft (VGS) Südharz.

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An beiden kommunalen Nahverkehrsunternehmen ist der Kyffhäuserkreis beteiligt: Die VGS Südharz betreibt die Linien im östlichen Kyffhäuserkreis, die Regionalbusgesellschaft im westlichen Teil.