In Rom, Paris und Barcelona rollen sie schon länger: Nun gibt es auch in Bad Langensalza Stadtführungen mit dem Golfmobil. Einheimische wie Gäste können entspannt den Fahrtwind genießen und die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive erleben. Hinter dem Lenkrad sitzt Knut Seifert aus Nägelstedt alias „Knut mit Hut“, der dadurch den Radius seiner Stadtführungen erweitern und die Fahrgäste auch zu weiter entfernten Ecken und Winkeln führen kann.

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Seine Chauffeursuniform verleiht dem Ausflug ein besonderes Flair. Nachempfunden ist sie dem Stil des vergangenen Jahrhunderts. „Die Schuhe sind von meiner Silberhochzeit, die Lederjacke habe ich auf einer Fachmesse in Erfurt gekauft“, erzählt der 68-jährige Knut Seifert. Der Zylinder war ihm etwas zu groß. Er hat den Hut aus Filz, den er in Quedlinburg auf dem Weihnachtsmarkt erstand, einfach zwischen Bücher kleiner gepresst. Dass dieser nun nicht mehr rund, sondern oval ist, können andere nicht erkennen.
Golfcart-Touren erweitern Stadtführungen rund um Bad Langensalza
Die Stadtführungen mit dem Golfcart hat Seifert gemeinsam mit Christian König ausgeheckt. Die Kooperation der beiden begann in der Corona-Zeit. Damals hatte König seine Erlebnis-Vermittlung „OnThur“ gegründet, über die er die Golfcart-Touren jetzt genauso anbietet wie Seiferts Führungen mit der Fahrrad-Rikscha und dem Schwälbchen-Bus. „Wir wollen Bad Langensalza attraktiver präsentieren und auch die Umgebung einbeziehen“, erklärt Seifert den Hintergrund der Idee.
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Mit dem Buggy-Gefährt kann der Stadtführer nämlich weitere Strecken bei seinen Touren zurücklegen als mit der Rikscha. Zum Beispiel nach Nägelstedt oder zu den Bad Langensalzaer Golken, wo die Salza entspringt. Für historisch Interessierte bietet sich zudem ein Ausflug nach Merxleben an, wo am 27. Juni 1866 während des Deutschen Krieges die legendäre Schlacht bei Langensalza stattfand. „Auch erschließen wir damit einen neuen Kundenkreis“, ist Knut Seifert überzeugt.
Die Gäste werden mit einem Ständchen auf dem Kornett erfreut
Bis zu drei Personen finden im Golfmobil Platz. Die kleine Tour ins Abenteuer dauert rund 90 Minuten, die große etwa zwei Stunden. „Ich habe allerdings noch keine Stadtführung innerhalb der anvisierten Zeit geschafft“, erzählt Knut Seifert. Kein Wunder – er hat viel zu berichten: Geschichte, Geschichten, Anekdoten. Und natürlich gibt es immer ein Ständchen auf der Trompete – genauer gesagt auf dem Kornett. Auf Wunsch wird die Fahrt mit einem lecker gefüllten Picknick-Korb ergänzt.
Das elektrische Gefährt mit Straßenzulassung erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 45 Kilometern pro Stunde. Mit einer Akkuladung legt es bis zu 70 Kilometer zurück. Um das Golfmobil überhaupt fahren zu dürfen, musste Knut Seifert einen Personenbeförderungsschein beantragen. Dafür benötigte er einen Sonderführerschein, ein polizeiliches Führungszeugnis und musste zudem eine Tauglichkeitsprüfung ablegen.
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Die Touren können seit Kurzem auf dem „OnThur“-Portal gebucht werden. Schon Wochen davor gab es erste Nachfragen. „Die Leute hatten das irgendwie spitzgekriegt“, freut sich Knut Seifert darüber, dass die neue Attraktion gut ankommt. Er kann sich zudem gut vorstellen, das Golfcar bei besonderen Anlässen einzusetzen. Etwa, um Hochzeitspaare zu ihrer Trauung zu chauffieren.








