Für das Foto an seinem Lieblingsort hat sich Matthias Fallenstein die Koppel ausgesucht, auf der Willi, Soraya und Puppi grasen. Es sind zwei Pferde – ein Holsteiner und eine Hannoveranerin – und ein Shetlandpony. Beim Reiten, so sagt der Unternehmer, kann er gut entspannen.

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Eigentlich sei es das Hobby seiner Töchter gewesen, aber als sie aus dem Elternhaus im Bad Salzunger Ortsteil Witzelroda ausgezogen sind, ist es zu seiner Leidenschaft geworden.
Matthias Fallenstein kandidiert für die FPD zur Landtagswahl im Wahlkreis 7 im Wartburgkreis. Dieser umfasst Bad Liebenstein, Barchfeld-Immelborn, Ruhla, Seebach, Wutha-Farnroda, Hörselberg-Hainich, Treffurt, Amt Creuzburg, die Hainichdörfer, Krauthausen und Nazza sowie den Ortsteil Hallungen der Gemeinde Südeichsfeld.
Kurz & knapp
Wahlkreis: 7 (Wartburgkreis III), Südost-, Ost- und Nordteil des Wartburgkreises
Name: Matthias Fallenstein
Partei: FDP
Wohnort: Witzelroda, Ortsteil von Bad Salzungen
Geburtstag: 9. April 1963
Beruf: Landmaschinen-Traktoren-Schlosser, selbstständiger Kfz-Meister
Hobbys: Reiten, Motorsport, Reisen mit dem Wohnmobil
Lieblingsmusik: keine; alles, was im Radio zu hören ist
Familienstand: verheiratet, drei erwachsene Töchter, drei Enkel
Im Ausland unterwegs als Rallyefahrer
Er habe sich nicht mehr vertreten gefühlt, sagt der 61-Jährige, warum er sich politisch engagiert. 2013 war die FDP aus dem Bundestag geflogen, und Matthias Fallenstein ist bewusst in die Partei eingetreten. „Das Gefühl kenne ich aus dem DDR-Motorsport. Da bin ich auch in einem unterlegenen Auto gefahren und habe Erfolge erzielt“, äußert Fallenstein.
Er hat Landmaschinen-Traktoren-Schlosser gelernt. 1986 ist er als Werksfahrer im Automobilwerk Eisenach (AWE) angestellt worden. In der Rennsportabteilung war er erst Copilot, später Fahrer: „Wir sind überall gefahren, wo der Wartburg verkauft worden ist, auch im Ausland“. Fallenstein erinnert sich an Erfolge bei Weltmeisterschaften in Griechenland und Finnland.
Nach der Wende 1989/90 hat er sich als Kfz-Meister selbstständig gemacht. Seit 1991 betreibt er ein Autohaus in Bad Salzungen. Den Grundstock für das Kapital lieferten sein Trainingsauto und das dazugehörige Servicefahrzeug. Ob er heute bedauert, dass er die zu Geld gemacht hat? „Den Hype, den der Wartburg in den letzten Jahren erlebt hat, konnte niemand vorhersehen“, findet Fallenstein. Aber der Sport habe ihn sehr geprägt. Eine Erfahrung daraus ist: „Man muss verlieren können, wenn man gewinnen will.“
Kandidat will Nachwuchs im Handwerk fördern
„Wirtschaft“ nennt der FDP-Bewerber kurz und bündig seinen Schwerpunkt. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind ihm wichtig, ebenso der Nachwuchs im Handwerk. Falleinstein hält nichts von der sogenannten „Generation Z“, die am liebsten nur noch vier Tage in der Woche und gar nicht am Wochenende arbeiten möchte.
„Man muss erwirtschaften, was man sich leisten möchte“, so das Credo des Liberalen. Seiner Ansicht nach kann ein Industrieland, in dem immer weniger gearbeitet wird, in Zukunft nicht bestehen. Diese Meinung überträgt er auf Schule und Bildung: Für die Leistungsbereitschaft sei es nicht förderlich, wenn in der ersten und zweiten Klasse keine Noten gegeben werden. Man könne auch keine Erfolge bei Olympia erwarten, wenn es beim Sportnachwuchs nicht mehr auf Ergebnisse ankommt.
Matthias Fallenstein wünscht sich „mehr Orientierung auf Leistung“. Dafür will er sich als Mitglied im Thüringer Landtag einsetzen. Ebenso für den Abbau der Bürokratie, die seiner Ansicht nach ein Ausmaß angenommen hat, der „an Wahnsinn grenzt“.
Werben für Zweitstimmen
Zweimal ist Matthias Fallenstein in den Kreistag gewählt worden. Zuletzt fungierte er als Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Diese ehrenamtliche Funktion möchte er erneut übernehmen. Der in diesem Jahr gewählte Kreistag muss noch seine Ausschüsse bilden.
Fallenstein sitzt außerdem für die FDP im Stadtrat Bad Salzungen. Er bekomme, so betont der 61-Jährige, ein gutes Feedback. Besonders Bürgerinitiativen gegen Windkraft würden sich unterstützt fühlen. Weil sich die FDP auf Landesebene gegen Windräder im Wald positioniert.
Andere würden ihm sagen, dass er doch nur gegen Windmühlen kämpfe. „Aber einer muss es doch machen“, findet Fallenstein. Ja, die Bundespartei habe die Thüringer FDP im Stich gelassen, auch in finanzieller Hinsicht. Aber das sei sogar ein Vorteil. Dennoch: Der Abwärtstrend, verursacht durch die Ampel auf Bundesebene, ist auch in Thüringen nur schwer aufzuhalten.
Matthias Fallenstein macht sich keine Illusion darüber, für die FDP das Direktmandat im Wahlkreis 7 zu gewinnen. Aber er möchte so viele Zweitstimmen wie möglich sammeln. Weil man seiner Meinung nach nur mit einer starken FDP verhindern kann, dass in Thüringen die Ränder noch stärker werden. An besagten Rändern sieht der Liberale sowohl die AfD als auch die Linken und das Bündnis Sahra Wagenknecht.
Im Wahlkreis 7 kandidieren außerdem: Marcus Malsch (CDU), Katja Böhler (SPD), Torsten Weil (Linke) und Andreas Böhme (Freie Wähler).
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