In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 kam es auch in Eisenach zu schweren Verbrechen, von denen insbesondere Juden betroffen waren. Nationalsozialisten und ihre Sympathisanten töteten, demütigten, verhafteten, misshandelten und vergewaltigten ihre Mitbürger, zerstörten Geschäfte und Wohnungen und zündeten die Synagoge an. Dieser Pogrom mündete am Ende in die millionenfache Tötung von Juden in ganz Europa. Auch aus Eisenach wurden alle Juden, so sie nicht rechtzeitig fliehen konnten, nach Osten deportiert und umgebracht.   

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Zum Gedenken an die Ereignisse 1938 gibt es mehrere Veranstaltungen. Den Auftakt macht am Freitag, 8. November um 9.45 Uhr ein Konzert in der Aula der Waldorfschule. Die Lokale Partnerschaft für Demokratie Eisenach und Wutha-Farnroda lädt zur musikalischen Lesung in Zusammenarbeit mit dem Bläserquintett „OPUS 45“ mit dem Titel „Ich wand’re durch Theresienstadt…“ In einer Kombination aus Literatur und Musik werden die Geschichte und Emotionen des Lebens im Ghetto Theresienstadt zum Ausdruck gebracht. Der Eintritt ist frei.

Das Lager im böhmischen Theresienstadt (Terezin) wurde 1941 von der SS errichtet. Es diente bis 1945 als Gefängnis für 150.000 europäische Juden. Jeder vierte starb dort. Von den fast 15.000 Kindern überlebten nur 132. Trotzdem entwickelte sich im Lager ein reges kulturelles Leben, organisiert von den Inhaftierten. Die musikalische Lesung erinnert an das Leid, die Hoffnungen und die künstlerische Selbstbehauptung der in Theresienstadt inhaftierten Jüdinnen und Juden.

Gedenkgang von der ehemaligen Eisenacher Synagoge zum Bahnhof

Zum Gedenken in Eisenach laden die Stadt, die evangelische und katholische Kirche, das Bündnis gegen Rechtsextremismus und der Deutschen Gewerkschaftsbund am 9. November. Start ist am Samstag um 17 Uhr an der Synagogen-Gedenkstätte in der Karl-Marx-Straße. Dort sprechen Oberbürgermeister Christoph Ihling (CDU), Pfarrer Armin Pöhlmann und Max von Trott zu Solz für das Bündnis gegen Rechtsextremismus.

Dann folgt ein Gedenkgang. Er führt über die Goethe- und Schillerstraße zum Bahnhof. Von hier aus wurden damals die jüdischen Menschen in die Vernichtungslager deportiert. Eine Gedenkminute, ein kurzes Gebet und das Niederlegen von Blumen für die 118 Todesopfer unter der Gedenktafel im Hauptbahnhof bilden den Abschluss der Veranstaltung.

„Lichter gegen das Vergessen“ ist der Titel der Gedenkaktion am 9. November in Bad Salzungen. Sie beginnt um 17 Uhr in der Stadtkirche mit einer ökumenischen Friedensandacht. Um 17.30 Uhr, führt ein Mahngang entlang der Stolpersteine in Bad Salzungen. Sie erinnern an die Menschen, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Veranstalter sind der„Runde Tisch für Demokratie“, die Partnerschaft „Denk bunt im Wartburgkreis“, die evangelische Kirche und örtliche Schulen.

Anlässlich des Pogromgedenkens gibt es am 9. November von 10 bis 17 Uhr zudem kostenfreien Eintritt in die Sonderausstellung des Lutherhauses, die sich mit dem antisemitischen „Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben“ befasst, das das 1939 von der Kirche in Eisenach gegründet wurde, bis 1945 arbeitete und auch danach noch wirkte.

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