In seiner Kindheit während der 1940er-Jahre stand Werner Rockstuhl mit anderen Konfirmanden in der Kirche im Wartburgkreis und durfte den Blasebalg der Orgel treten. Jahre später entwickelte sich das Interesse für die Geschichte seiner Heimatgemeinde Tüngeda bei Eisenach. Mit der Erarbeitung der „Chronik der Gemeinde Tüngeda“, die bislang in vier Bänden von den Anfängen bis ins Jahr 1953 veröffentlicht wurde, stand die Tüngedaer Jesus-Kirche stets im Mittelpunkt. Sie prägte und prägt das Dorfleben bis heute.

Täglich
Der Newsletter für Eisenach und die Wartburgregion
Alle wichtigen Informationen aus der Wartburgregion, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Werner Rockstuhl, im Berufsleben staatlich geprüfter Landwirt und Ingenieurpädagoge, wurde in Tüngeda geboren und wuchs in der Gemeinde auf. Er arbeitete sein Leben lang in der Landwirtschaft, war maßgeblich für die Melioration in der LPG Pflanzenproduktion Behringen verantwortlich und später als Ing. Pädagoge im Unterrichtsfach in der Produktion an der Behringer Schule tätig.

Der Autor ist Mitglied der evangelischen Kirchgemeinde Tüngeda, die heute zur Kirchengemeinde Emmaus Goldbach-Wangenheim gehörig ist. Die für Tüngeda zuständige Pfarrerin Anette Uhle überreichte Werner Rockstuhl zu dessen 89. Geburtstag die Chronik der Kirchengemeinde Emmaus Goldbach-Wangenheim, die die Jahre 2013 bis 2023 umfasst. Dieser Beitrag wurde als abschließendes Kapitel in die nun vorliegende Tüngedaer Kirchenchronik integriert.
Unterstützung erhielt Werner Rockstuhl, wie bei allen Tüngedaer Büchern, von seinem Sohn Harald. Der Autor erinnert sich außerdem gern an die gute Zusammenarbeit der vergangenen Jahren und sogar Jahrzehnte mit den in Tüngeda tätigen Geistlichen, dem Gemeindekirchenrat und zahlreichen Bürgern, die das umfangreiche Buchprojekt in Wort und Bild unterstützten. Gezeigt werden auf 104 Seiten 180 Fotos und Abbildungen.
Die Geschichte der Tüngedaer Jesus-Kirche wird in der Publikation von der Ersterwähnung Tüngedas 775/786 bis ins Jahr 2023 dargestellt. So erfahren die interessierten Leser beispielsweise, dass das Vorbild der Christusstatue hoch oben auf der Kanzel seit 1830 in der Frauenkirche in Kopenhagen steht und vom isländischen Holzschnitzer Gotskalk Thorvaldsen stammt. Nach dessen Beispiel wurden zahlreiche ähnliche Statuen geschaffen, so auch die in der Tüngedaer Kirche, die 1893 errichtet wurde.
Zu sehen ist außerdem der zum Martinsfest im Jahr 2000 von der Decke schwebende Pfarrer Lauer. Anekdoten, wie die Tatsache, dass Küster Kurt Schuchardt 1968 nach jedem Gottesdienst die Marien- und Johannes-Figur hinter dem Altar zur Sicherheit mit nach Hause nahm, bereichern die Publikation.
Aktuell arbeitet Werner Rockstuhl mit seiner Ehefrau Helga und Sohn Harald an der „Chronik der Gemeinde Tüngeda 1954-1975“. Dieser 5. Band zur Dorfgeschichte soll Anfang kommenden Jahres erscheinen.
„Geschichte der Tüngedaer Jesus-Kirche“, Verlag Rockstuhl, ISBN 978-3-95966-730-2
Weitere Themen aus der Wartburgregion
- Wartburgkreis: Das Ende einer Ära mündet in ein neues Arzt-Kapitel
- Was Spatzen vom Dach pfeifen – Wechsel von Eisenacher Autohändler wahrscheinlich
- Änderung in Eisenacher Arztpraxis
- Frau kämpft gegen schwere Krankheit
- „Ja, is‘ denn heut‘ scho‘ Weihnachten?“ - Eisenacher staunen wie Franz Beckenbauer
- Ist diese Jubilarin gar die älteste Eisenacherin?




