„Das war schon sehr berührend und erhebend“, berichtet Bad Salzungens Bürgermeister Klaus Bohl (Freie Wähler). Er war nach Marburg gereist, um mit weißen Handschuhen versehen im dortigen Hessischen Staatsarchiv das Original der Urkunde zu sehen, in der die Stadt Bad Salzungen erstmalig erwähnt wurde – vor 1250 Jahren. Die Stadt im Wartburgkreis wird dieses Jubiläum 2025 groß feiern.

Täglich

Der Newsletter für Eisenach und die Wartburgregion

Alle wichtigen Informationen aus der Wartburgregion, egal ob Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur oder gesellschaftliches Leben.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Am 5. Januar 775 schenkte der fränkische König Karl dem Kloster Hersfeld „den Zehnten der königlichen ‚villa salzunga‘ im Gau Thüringen am Flusse Werra“. Das eigenhändig vom späteren Kaiser Karl mit Symbol gekennzeichnete Schriftstück – er selbst war, wie damals nicht unüblich, Analphabet – benennt erstmalig Salzungen, das bereits Siedeanlagen besitzt. Bohl: „Das lässt den Schluss zu, dass eine Erstbesiedelung wesentlich früher stattgefunden hat, die sich jedoch nicht datieren lässt.“

Mit ihrer 1250-jährigen Historie gehört die Salzunger Urkunde zu den zehn ältesten Urkunden des Hessischen Staatsarchivs. Und dort werden 130.000 Urkunden, 350.000 Karten und Pläne, knapp 300.000 Fotografien sowie eine umfangreiche Handschriften- und Siegelsammlung auf 78 Regalkilometern verwahrt.

Auch wenn die Festwochen für den sommerlichen Juni vorgesehen sind, gibt es bereits jetzt was zu sehen, und es gab schon zu Hochkarätiges hören. Das grandiose Auftaktkonzert – natürlich am 5. Januar – in der Stadtkirche gab eine Vorahnung darauf, dass tatsächlich Großes bevorsteht.

Auch die Ausstellung „Augenblicke der Stadtgeschichte“ im Museum am Gradierwerk hat bereits ihre Pforten geöffnet. Sie zeigt in beeindruckenden Bildern und Filmen die Höhepunkte der über ein Jahrtausend langen Stadtgeschichte. Danach folgen über das gesamte Jahr weitere Ausstellungen und Vorträge rund um das Thema.

„Es ist unglaublich, wie viele Bürgerinnen und Bürger sich bei diesem Projekt eingebracht haben“, freut sich Bürgermeister Klaus Bohl. Die Stadt hatte alle dazu eingeladen, sich an den Vorbereitungen, die vor vielen Monaten ihren Anfang nahmen, zu beteiligen, ihre Ideen einzubringen. Allein 16 Arbeitsgemeinschaften haben sich zusammengefunden, um dieses außergewöhnliche Event auf die Beine zu stellen.

Begeisterung für die Feiern ist in der Stadt groß

Es liefen Gespräche mit den Ortsteilbürgermeistern, Vereinen, Schulen, verschiedenen Einrichtungen und dem Handels- und Gewerbeverein. Das Ziel war: Es solle ein Fest für alle werden, so Bohl und Kathleen Heß, die Fachdienstleiterin Wirtschaft, Tourismus und Kultur der Stadt. Zahlreiche Ideen und Anregungen galt es in den letzten Monaten zu sortieren, zu planen und ins Laufen zu bringen. Laut Bohl hat diese Begeisterung letztlich auch den Stadtrat erfasst, der in einer Sondersitzung einstimmig für die Finanzierung der Festwochen stimmte. Immerhin nimmt die Stadt dafür rund eine halbe Million Euro in die Hand.

Der große Festakt ist für den Sommer geplant. Am 13. Juni starten die Festwochen in der Innenstadt mit einem dreitägigen Historienspektakel. „Es wird nicht rabenschwarz, sondern wunderbar“, beschreibt Detlef Schulz von der zuständigen Arbeitsgemeinschaft das Highlight mit über 40 Ständen, Minnesängern, Gauklern und Kinderspaß. Untermalt wird das Ganze von mittelalterlichen Bands, Theater für Kinder und einem außergewöhnlichen Tavernenspiel mit Feuershow.

Mehrstündiger Festumzug krönt das bunte Potpourri zum Stadtjubiläum

Am 15. Juni mündet das Thema in einen großen, mehrstündigen Festumzug. Dabei sollen 48 Höhepunkte der Salzunger Stadtgeschichte dargestellt werden. Zahlreiche Vereine und Institutionen arbeiten bereits an den Themen und ihrer Umsetzung in beeindruckende Festwagen. Zusätzlich werden Schlachten nachgestellt und selbst die Hexenverbrennung vom Mittelalter darf nicht fehlen.

Neben vielen anderen Highlights – mit Sonderzügen samt Krimi-Dinner oder einem großen Sportfest inklusive Testspiel der Bundesliga-Handballer des ThSV Eisenach in der Werner-Seelenbinder-Halle – wird es reichlich Musik geben, versprechen die Organisatoren. Zwölf Chöre sind eingeladen und werden bei großen Chortreffen gemeinsam musizieren. Es wird ein Singspiel der Kinderchöre geben, Konzerte und Orchesteraufführungen. Am Burgsee wird am 18. Juni der „Honky Tonk“ ins Freie geholt. Mit dem Motto „Songs an einem Sommerabend“ gibt es rund um den See viel Musik verschiedener lokaler Musiker und viel Kulinarisches.

Weitere Themen aus der Wartburgregion