Der Wartburgkreis erarbeitet derzeit gemeinsam mit einem Fachbüro aus Dresden ein umfassendes Radverkehrskonzept für den Alltagsverkehr. Dazu werden nun Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme eingeladen. Ziel des Konzepts ist laut einer Mitteilung des Landratsamts, den Radverkehr im Kreisgebiet sicherer, attraktiver und alltagstauglicher zu gestalten und damit zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Dabei geht es weniger um touristische oder Freizeitaspekte, sondern um den Radverkehr auf alltäglichen Wegen, etwa zur Arbeit, zum Einkaufen oder zur Schule.

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Der erste Schritt dazu sei eine landkreisweite Umfrage. Damit wollen die Planer ein fundiertes Bild der aktuellen Probleme und Herausforderungen im Radverkehr gewinnen und zugleich für die Nutzung des Fahrrads im Alltag sensibilisieren. Die Umfrage biete allen Einwohnern die Möglichkeit, ihre Erfahrungen, Wünsche und Anregungen einzubringen – unabhängig davon, ob sie regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs sind oder das Rad bislang nur gelegentlich nutzen. Die Ergebnisse fließen dann in die Erarbeitung des Radverkehrskonzepts ein und bilden eine Grundlage für die weiteren Planungsschritte.

Radfahren im Alltag: Wo das Land noch Lücken im Netz sieht

Der Landkreis hoffe auf eine rege Beteiligung, um ein möglichst breites Meinungsbild aus der Bevölkerung zu erhalten, heißt es in der Mitteilung. Weitere Informationen zur Umfrage sowie den Teilnahmezeitraum finden Interessierte unter: www.wartburgkreis.de

Ein überregionales Konzept für den Alltagsradverkehr gibt es bereits von Seiten des Landes. Dazu wurden die Verbindungen zwischen zentralen Orten analysiert. Die 2024 veröffentlichten Pläne zeigen auf, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt. Die entsprechende Karte für den Wartburgkreis zeigt, wo die größten Lücken im Alltagsnetz sind. Im Nordkreis gibt es demnach Handlungsbedarf an folgenden Strecken im nördlichen Wartburgkreis

-             Vom Ortsausgang Nazza bis Hallungen

-             Zwischen Treffurt und Katharinenberg

-             Zwischen Schnellmannshausen und Treffurt (ein kurzes Stück. Direkt am Ortsende)

-             Zwischen Creuzburg und Ifta und Creuzburg und Volteroda

-             Zwischen Behringen und Wangenheim (Kreis Gotha)

-             Zwischen Eisenach und Berteroda (nur punktuell)

-             Zwischen Stedtfeld und Hörschel (nur ein kleines Stück)  

-             Entlang der gesamten B19 von Eisenach bis Etterwinden

-             Zwischen Wutha-Farnroda und Ruhla (am Ortseingang Ruhla)

-             Von Ruhla bis Steinbach

Kriterien, die das Land und seine Planer beim Alltagsradnetz anlegen, sind etwa die Wegeart, der Ausbaugrad, eine gute Oberfläche und keine Hemmnisse wie Betonplatten, oder Grasstreifen. Die Wege sollten zudem in öffentlicher Hand sein. Ebenso wurde die Verkehrsdichte einbezogen, wenn Radwege auf Straßen mit motorisiertem Verkehr verlaufen, was vor allem innerorts die Regel ist. Auch Steigungen, die Kurvigkeit und Straßenbreite spielten eine Rolle.

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Das Konzept des Landes enthält auch detaillierte Hinweise und Standards für den Bau von Radwegen – bis hin zum Anbringen von Pollern und Umlaufsperren. Für den Bau der Radwege ist der jeweilige Baulastträger zuständig, also Bund, Land, Kreis oder die Städte und Gemeinden.

Das Radnetz im Kreis wird aber nicht nur auf seine Alltagstauglichkeit hin betrachtet. Ebenso gibt es bereits ein Netz der Radfernwege, eines der touristischen Hauptrouten und nicht zuletzt die lokalen Netze, etwa in Eisenach.