Im Thüringer Hof in Eisenach werden Ehen gestiftet. Also zumindest für eine lässt sich das sicher sagen. Dabei handelt es sich, glaubt man den Erinnerungen des Hotelpersonals, um Mitarbeiter der Kriminalpolizei. Während einer Ermittlung im Haus soll es nämlich einstmals gefunkt haben. Der Bund des Glücks soll bis heute halten.
Diskretion gehört zur Berufsehre
Ansonsten muss man schon ein wenig nachbohren, um als Reporter von der einen oder anderen pikanten Begebenheit zu erfahren. Das zurückgelassene Edel-Sexspielzeug entlockt zumindest ein Schmunzeln. Wer mit wem ins Bett steigt, geht indes niemanden was an, außer die Beteiligten. Und welcher Prominente des nächstens vielleicht noch mächtig einen hinter die Binde goss, gehört nicht an die große Glocke gehängt. Ein bisschen ist es im Hotel also wie beim Bestatter: Diskretion und Seriosität sind Standard und das Schweigen „der Kammerdiener“ gleichsam Ehrensache.

Ex-Hoteldirektor Hans-Joachim Hook gibt dann aber doch noch eine Geschichte zum Besten. Als er bei einer Veranstaltung im Haus auswärtigen Gästen drei Mitarbeiterinnen vorstellte, wollte es der Zufall an diesem Tag, dass ausgerechnet Frau Bach, Frau Luther und Frau Thüring Dienst taten.
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Identitätsstiftendes Haus für Eisenach
Ansonsten lässt sich sagen: Der Thüringer Hof ist für Eisenach eine identitätsstiftende Institution. Kaum jemand, der sich nicht an eine persönliche Begebenheit erinnert, in der das beste Haus am Platz eine Rolle spielt. Ob nun ausgelassen durchtanzte Partynächte. Oder das gut gekühlte Radeberger, das man im Haus stets zischen konnte, weil das DDR-Edelbierchen zumindest am Karlsplatz immer verfügbar war. Oder das gediegene Mahl, zu dem Oma Hilde sonntags ins Restaurant bat und man das Portemonnaie getrost zu Hause lassen konnte.



