Klimafolgenanpassung in Eisenach?

Über eine eine aktuelle Baustelle: Die Stadt Eisenach sieht sich gern als Vorreiter Thüringer Städte mit Klimaschutzkonzept und -management, Klimawirkungsanalyse und anderen Theorien. Was davon wurde nicht verstanden? Jüngstes Beispiel: Neubau einer Ladestation für E-Autos gegenüber dem Bahnhof. Die Fläche wurde vollständig mit Betonsteinen versiegelt und wird vermutlich im nächsten Sommer einen großen Beitrag zur Aufheizung der Innenstadt leisten.

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Geben die Folgen von Hitze und Trockenheit im unmittelbar angrenzenden Stadtpark durch absterbende Bäume nicht genug Anlass zum Umdenken? Warum wurde nicht wenigstens zwischen Gehweg und Ladezonenfläche umlaufend eine Laubhecke gepflanzt? Mit ein paar schattenspendenden Bäumen am Rand oder sogar noch Stauden um eine Bank (siehe Nachbargrundstück) hätte ein gut gemeintes Vorhaben tatsächlich zu einem Gewinn für die Stadt werden können.

Warum fällt es in Eisenach den Verantwortlichen so schwer, bauliche Vorhaben in ihrer Gesamtheit und den Folgewirkungen zu betrachten?

Stephana Klimpt, Eisenach

Öffentliche Informationen gehören nicht hinter die WhatsApp-Tür

Über die städtische Informationspolitik: Mit Verwunderung habe ich erfahren, dass der bisherige E-Mail-Newsletter der Stadt Eisenach durch einen WhatsApp-Kanal ersetzt werden soll. Grundsätzlich ist es sinnvoll, neue Kommunikationswege zu nutzen. Problematisch wird es jedoch, wenn eine Kommune öffentliche Informationen ausschließlich über eine Plattform eines privaten US-Konzerns verbreitet.

Nicht jeder Bürger nutzt WhatsApp. Viele Menschen verzichten bewusst auf den Dienst, sei es aus Datenschutzgründen, wegen der Bindung an den Meta-Konzern oder weil sie andere Kommunikationswege bevorzugen. Wer den E-Mail-Newsletter abschafft, schließt diese Bürger faktisch von einem einfachen Zugang zu kommunalen Informationen aus.

Besonders kritisch sehe ich die zunehmende Abhängigkeit öffentlicher Stellen von großen Technologieunternehmen. Informationen der Stadt sollten möglichst offen, barrierefrei und anbieterunabhängig zugänglich sein. E-Mail ist ein offener Standard, der ohne Mitgliedschaft bei einem bestimmten Unternehmen funktioniert. WhatsApp dagegen setzt die Teilnahme an einem geschlossenen kommerziellen System voraus.

Öffentliche Informationen sind Teil der kommunalen Daseinsvorsorge. Sie sollten allen Bürgern zur Verfügung stehen, unabhängig davon, ob diese bereit sind, ein Konto bei einem privaten amerikanischen Konzern zu führen und dessen Datenschutzbedingungen zu akzeptieren.

WhatsApp kann daher gerne ein zusätzlicher Informationskanal sein. Als Ersatz für den bisherigen E-Mail-Newsletter halte ich ihn jedoch für den falschen Weg.

Christian Hoffmann, Eisenach