Der Tod kostet das Leben und eine Beisetzung den Hinterblieben viel Geld. Sterben ist teuer geworden, weiß auch Treffurts Bürgermeister Michael Reinz. Für eine kleine Bodenplatte zur Bestattung auf dem grünen Rasen rufen Steinmetze mittlerweile über 1000 Euro auf. Die Anschaffung einer Stele für die halbanonyme Bestattung kostet um die 7000 Euro und mehr.

Friedhof Untersuhl
Urnen-Gemeinschaftsgrabanlagen mit Stelen wie hier in Untersuhl hat auch die Stadt Treffurt im Visier.© Funke Medien Thüringen | Jensen Zlotowicz

Und dennoch fasst der Stadtrat Treffurt wie viele andere Kommunen zuvor gerade den Beschluss, die umlagefähigen Friedhofskosten ab Oktober vollständig auf die Nutzergebühren umzulegen. Deckungsgrad nennt sich das im Fachjargon. Der liegt nun bei 100 Prozent. Nur die Stadt Eisenach fährt in diesem Bereich.

Friedhof Creuzburg
Urnengräber mit in die Wiese eingelassenen Namens-Tafeln wie hier in Creuzburg sind auch auf den Treffurter Friedhöfen am gefragtesten.© Funke Medien Thüringen | Jensen Zlotowicz

Die Entscheidung machten sich viele Stadtratsmitglieder nicht einfach. Das zeigte auch ein Änderungsantrag der CDU, den Deckungsgrad bei 75 Prozent festzusetzen und im vierjährigen Kalkulationszeitraum jährlich um fünf Prozent zu erhöhen. Der Antrag scheiterte mit 7:11 Stimmen. Der Verwaltungs-Vorschlag wurde schließlich mit 12:6 Stimmen angenommen.

Friedhof der Zukunft

Die Stadt Treffurt will die Bestattungskultur, also ihre Friedhofsnutzung, überarbeiten. Dafür hat sie einen Fachmann eingeschaltet. Bestattungsformen sollen angepasst, eventuell das Gemeinschaftsgrab mit Stele eingeführt werden.

Die Veränderung der Bestattungskultur tangiert auch die Größe der Friedhöfe. Es braucht weniger Fläche. Vom Friedhof Großburschla wurde im Vorjahr deshalb schon eine Teilfläche herausgenommen. Diese ist nun Blühwiese. Es gelte generell, die Nutzung der Flächen für Grabstätten optimaler zu gestalten.

In Schnellmannshausen wurde die Sporthalle in den 70er Jahren auf einer ehemaligen Friedhoffläche gebaut. Damals war die Körperbestattung noch deutlich populärer, die Frage des Verwesungsprozesses also noch relevanter als heute.

Kommune in wirtschaftlich schwieriger Lage

Für die Nutzer der fünf Treffurter Friedhöfe wird es nach 2020 nun erneut teurer, allerdings deutlich. Denn der Deckungsgrad war nach der ursprünglichen Kalkulation von 85 Prozent (2020) auf 58 Prozent gefallen, berichtet der Bürgermeister. Wegen der wirtschaftlich schwierigen Situation der Kommune bestand dringender Handlungsbedarf.

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Binnen drei Monaten brachten Verwaltung, eine Friedhofs-AG und der Hauptausschuss die neue Satzung in kurzer Zeit auf den Weg. Stelen werden im Stadtgebiet Treffurt (noch) nicht verwendet. Das Rasengrab mit Platte ist laut Bürgermeister Reinz die gefragteste Bestattungsart auf den Friedhöfen. Körperbestattungen kommen kaum noch vor.

Maximale Liegezeit bei 50 Jahren

Bei einer Liegezeit von 15 Jahren werden für das Urnen-Rasengrab im Schnitt 189 Euro pro Jahr fällig. Hinzu kommen zur Beisetzung die Kosten für die Bestattungsunternehmen und Grabausstattung. Die maximale Laufzeit auf Treffurter Friedhöfen beträgt 50 Jahre.

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Die Debatte um die Kostensteigerung wurde konstruktiv geführt, sagt der Bürgermeister. Viele ältere Menschen hätten sich den betrag für ihre Beisetzung schon angespart. Stadtratsmitglied Eric Deisenroth (CDU) weiß aber auch, dass es andere Konstellationen gibt. Die Gebühren für die Nutzung der Trauerhallen sind ihm jedenfalls zu hoch.

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Im Stadtrat wurde diskutiert, welche Dinge die Stadt mit klammer Kasse bezuschusst und welche nicht. Da fiel der Blick vor allem auf die Kita-Gebühren. Dort sei es gemeinnütziger, so Lucas Bockel. Um eine Neujustierung der Kita-Gebühren und Bürgerhaus-Kostenverteilung werde man dennoch nicht umhin kommen, sagt Eric Deisenroth. Da müsse man den Bürgern reinen Wein einschenken.