Die Tage sind kurz und die Nächte kalt. Der Winterblues dürfte so manchen Weimarer und Weimarerin fest im Griff haben. Dagegen hilft Lachen – im besten Fall im Publikum von Comedians. Und davon haben sich einige in Weimar angekündigt.

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Ins Mon Ami kommt am 24. Januar Jean-Philippe Kindler. Er selbst würde seine Auftritte wahrscheinlich kaum unter Comedy einordnen, sondern beschreibt sie hemmungslose Pöbelei. Der 28-Jährige liefert mit seinem Programm politisches Stand-up ab, das laut, derb und unversöhnlich Kritik an der Gesellschaft übt. Dabei wird Kindler sowohl von der Bild-Zeitung als auch von Links als „Hetzer“ bezeichnet. In seinem Programm „Klassentreffen“ zeigt er, dass es noch ein weiter Weg zur Chancengleichheit ist und die sozialen Klassen weiterhin bestehen: „Champagner-Marxisten. Die Antifa-Atzinnen. Die Rentner ohne Rente. Die zarten Radikalen, die Azubis und die Studis. Kommt zum Klassentreffen, für ein wenig Nachsitzen gegen das Bestehende.“

Dass schreiende Komik Tiefsinn nicht ausschließen muss, wollen Elena Uhlig und Fritz Karl mit ihrem neuen Programm „Beziehungsstatus: erledigt“ zeigen. Am Valentinstag, dem 14. Februar, erzählt das Schauspielerpaar in der Weimarhalle von den Irrungen und Wirrungen leidenschaftlicher Verliebtheit, den oftmals grotesk komischen Auswüchsen des ehelichen Beziehungslebens und den mitunter absurd heiteren Abgründen des Trennungsschmerzes. Texte von Erich Kästner, Kurt Tucholski, Paulo Coehlo, Christine Nöstlinger, aber auch Elena Uhligs eigene Texte bieten dafür den Boden.

Unterwegs mit seinem zweiten Solo-Programm ist Tutty Tran. Der Berliner mit vietnamesischen Eltern nimmt mit „Hai dai Mau“ erneut seinen Vater aufs Korn. Dieses deutsch-vietnamesische Kauderwelsch bekommt Thomas, genannt Tutty, regelmäßig von seinem Vater um die Ohren gehauen. Gebracht hat es allerdings nichts und der Sohn erzählt munter weiter von komischen Missverständnissen und skurrilen Begegnungen. Der Auftritt am 22. März in der Weimarhalle ist bereits ausverkauft.

Vorerst vergriffen sind auch die Tickets für Lisa Eckhart, die am 13. April in der Weimarhalle auftritt. Als „Kaiser Stasi, die Erste“, eine Mischung aus Stalin und Sisi, sieht sie sich als Herrscherin über Österreich und Ostdeutschland. Dort laufe es bestens, abgesehen von den üblichen Bedrohungen: Der durchgeknallte Westen. Die wiedervereinigte Sowjetunion. Volksaufständen und versuchte Attentate durch die eigene Familie.

Den „Jackpot“ knacken will Özcan Cosar mit seinem neuen Programm. Mit seinem Publikum in der Weimarhalle geht er am 12. Mai auf die Suche nach dem großen Glück, „das manchmal am Horizont und manchmal bereits auf der Fußmatte liegt.“ Der selbsternannte Schwabentürke nimmt seinen Zuhörerinnen und Zuhörer mit in seine verrückte Welt, in der sich zeigt: Reichtum ist immer eine Frage der Perspektive.

Emotional, satirisch, relevant, aber nicht weniger witzig wird Comedienne Tahnee in ihrem Programm „Blütezeit“, mit dem sie am 29. Mai in die Weimarhalle kommt. Während sich die Welt immer mehr entfremdet, hat Tahnee zu sich gefunden und bietet in absoluter Höchstform dem Wahnsinn die Stirn. Kein Promi ist vor ihren Parodien sicher, ob in der Show „Binge Reloaded“ oder auf der Bühne.
Mit Johann König kommt am 14. November einer der bekanntesten deutschen Komiker in die Weimarhalle. Der Mann mit der markanten Stimme wollte eigentlich Lehrer werden, „Sportlehrer für Biologie und Sachkunde. Das war der Plan.“ Doch nach 19 Semestern Studium hätten ihn die Zuschauer mit ihrer Zuneigung und ihrem Geld dazu gezwungen, sich ganz dem Humor zu widmen. So geriet er geradewegs auf die schiefe Bahn der gepflegten Abendunterhaltung – und auf die Weimarer Bühne. Dort fragt er, „wie gendert man ein herrenloses Damenfahrrad?“, „gilt das Limit fürs Tempo auch für Taschentücher?“ und „darf man ‚was darf man eigentlich noch sagen?‘ noch sagen?“

Nicht weniger pädagogisch wertvoll geht es am 29. November bei Herrn Schröder zu. Der nach eigenen Angaben „dienstälteste Junglehrer und Mensch gewordene Overhead-Projektor“ und „Korrekturensohn“ teilt in seinem neuen Programm „Der Rest ist Hausaufgabe“ wieder amüsante Einblicke in seinen Unterricht.
Tickets zu allen Auftritten gibt es unter weimar.de/kultur/veranstaltungen





