Deutschland hat gewählt und im Wahlkreis 192, zu dem neben Erfurt auch die Stadt Weimar und Teile des Weimarer Landes gehören, freut er sich: Bodo Ramelow (Linke) hat das Rennen um das Direktmandat mit 36,8 Prozent der Stimmen gewonnen. Der ehemalige Thüringer Ministerpräsident konnte 64.389 der Erststimmen auf sich vereinen und liegt damit klar vor dem AfD-Kandidaten Alexander Claus. Wir haben uns noch vor dem Wahlabend mit ihm unterhalten.

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Was können Sie im Bundestag für Ihren Wahlkreis erreichen?

Es gibt eine Reihe von Themen im Wahlkreis, die mir wichtig sind. Mein Wahlkreisbüro in Weimar soll Anlaufstelle zum Beispiel beim Thema Fernwärmeabrechnung sein. Da müssen wir wirklich hartnäckig ran und die Bürgerinnen und Bürger unterstützen. Außerdem können die Klassik Stiftung Weimar sowie die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora weiterhin mit meiner vollen Unterstützung rechnen. In Erfurt will ich gerne Partner beim Thema Tiefengeothermie sein und auch den Ausbau des Bahnbildungscampus am ICE-Bahnhof flankieren.

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Was ist das größte Problem in Ihrem Wahlkreis? Und wie wollen Sie es lösen?

In Erfurt muss die Absicherung der Kosten für das Tiefengeothermie-Projekt hohe Priorität haben. Die Verbesserung der Fernverkehrsanbindung von Gera, Jena und Weimar sind weitere große Themen im Wahlkreis – überhaupt Themen, die unsere Bahnverbindungen und deren wirtschaftliche Komponente betreffen.

Sind Sie schon mal von einem ausländischen Arzt behandelt worden, und waren Sie an seiner Herkunft interessiert?

Ich werde regelmäßig von Ärzten behandelt, die nicht in Deutschland geboren wurden. Mein früherer Urologe war ein syrischer Spezialist, und in Ostthüringen bin ich mit einem solchen Arzt befreundet. Die Herkunft hat bei mir nie eine Rolle gespielt. Ärztliche Ratschläge nehme ich immer ernst, egal woher der Mediziner kommt. Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

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Welchen Handwerker haben Sie zuletzt benötigt, und wie schnell ist er gekommen?

Wir haben letztes Jahr eine Generalsanierung machen lassen. Sechs verschiedene Gewerke waren im Einsatz und haben eine tadellose Arbeit abgeliefert. Allerdings arbeiten wir an unserem Haus nur mit Handwerkern aus der Nachbarschaft, die das Haus auch weiter betreuen. Das ist Vertrauen auf Gegenseitigkeit, und wir haben Verständnis für deren Termindruck oder auch Probleme. Klar ist bei uns aber immer: Es gehört sich nicht, den Preis für gute Arbeit zu drücken. Wer gute Arbeit will, muss gut zahlen. Punkt.

Haben Sie einen Lieblingsort in der Region?

Orte im Wahlkreis, die mich besonders berühren, sind der Erfurter Petersberg. Zum Wandern gehen wir gern in den Steiger. In Weimar flanieren wir unglaublich gern in der Innenstadt oder wandern – oft nachdenklich – die Zeitschneise Buchenwald - Ettersburg ab.

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Wie oft nutzen Sie Bus und Bahn, und welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Ich fahre in Erfurt regelmäßig Straßenbahn – und das funktioniert super. Die Bahn nutze ich ebenfalls oft. Meine Erfahrungen sind allerdings bescheiden. Das Bahnsystem braucht dringend einen Neustart, zum Beispiel über eine Infrastruktur als Anstalt öffentlichen Rechtes oder als Stiftung. Ich denke, hier müssen wir über zehn Jahre jährlich mindestens 10 Milliarden Euro Investitionen veranschlagen. Dieses Geld wäre gut angelegt, wenn wir die Bahn wirklich zum Herzstück der Mobilitätswende machen wollen.