Mit einem Gedenkakt als eine der zentralen Veranstaltungen wird am 6. April in der Weimarhalle an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald vor 80 Jahren erinnert. Neben den Themenschwerpunkten, die die Gedenkstätte Buchenwald und die Thüringer Staatskanzlei im Gedenken an den 11. April 1945 setzen, plant die Stadt Weimar vor allem internationale Begegnungen mit Überlebenden und deren Nachfahren, die auf Anlass des Jahrestages nach Weimar kommen.

Ehrengabe verbindet Stolperstein mit Dichterdenkmal und KZ-Lagertor

Etwa zehn Männer und Frauen, die das Martyrium überlebt haben, werden in diesem Jahr in Weimar erwartet, teilte die Stadt mit. Aktuell gebe es noch rund 60 Überlebende, von denen allerdings die meisten die Reisestrapazen nicht mehr auf sich nehmen könnten.

Den 80. Jahrestag der Befreiung nimmt die Stadt zum Anlass, um die Direktorin des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora (IKBD), Agnès Triebel, mit der Ehrengabe der Stadt Weimar auszuzeichnen. Gewürdigt werden damit besondere Verdienste um Weimar.

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Die Weimarer Schmuckdesignerin Nane Adam habe die Ehrengabe mit einer neuen Optik geschaffen, teilte die Stadt vorab mit. Jene ist der Form einer Stolperstein-Oberfläche nachempfunden und zeigt eine Darstellung des Goethe-Schiller-Denkmals in Verbindung mit dem Lagertor von Buchenwald.

Die Auszeichnung ist am 5. April im Rahmen einer Generalversammlung des IKBD vorgesehen und erfolge auf Anregung von dessen Präsidenten, dem Buchenwald-Überlebenden Naftali Fürst. Der heute 92-jährige Weimarer Ehrenbürger hatte die KZ-Befreiung als Kind miterlebt und erst zum 60. Jahrestag im Jahr 2005 zum ersten Mal wieder deutschen Boden betreten.

Ausstellung zu Jorge Semprún im Festsaal des Rathauses

Im Festsaal des Rathauses wird am 6. April die Ausstellung „Jorge Semprún – Ein europäisches Leben im 20. Jahrhundert“ eröffnet. Sie kann ab dem 7. April für etwa zwei Wochen besichtigt werden. Die Ausstellung entstand zum 100. Geburtstag des spanischen Schriftstellers und Buchenwald-Überlebenden. Zur Eröffnung im internen Kreis werden nach Angaben der Stadt der spanische Kulturminister Ernest Urtasun, der spanische Botschafter in Deutschland, Pascual Navarro, und die geschäftsführende Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) erwartet.

US-Amerikaner, Kanadier und Neuseeländer im Stadtmuseum

Im Stadtmuseum heißt die Stadt Angehörige beziehungsweise Nachfahren alliierter Flieger und in Buchenwald inhaftierter US-Amerikaner, Kanadier und Neuseeländer willkommen. Nach einem Empfang erhalten sie vom Kurator Christian Handwerck eine Sonderführung durch die Ausstellung „Spuren des Krieges. Weimar im Sommer 1945. Seltene Schrägluftbilder der US-Army“.

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Delegation aus Blois reist im 30. Jahr der Partnerschaft an

Nicht zuletzt wird vom 5. bis 9. April eine fünfköpfige Delegation aus der französischen Partnerstadt Blois erwartet, die von Bürgermeister Marc Gricourt angeführt wird. Die Gäste nehmen an den Feierlichkeiten zur Befreiung Buchenwalds teil. Sie informieren sich außerdem in Arbeitsgesprächen über das Weimarer Konzept der Sozialraumorientierung und das Internationale Atelierprogramm der Stadt Weimar und der ACC-Galerie.

Weitere aktuelle Beiträge aus Weimar und Umgebung

Das neuerliche Treffen in Weimar ist ein besonderes: Weimar und Blois hatten ihre Partnerschafts am 18. Februar 1995 in der Stadt an der Loire besiegelt, also vor nunmehr 30 Jahren. Begangen werden soll das Jubiläum beim „Tag der Partnerstädte am 17. Juni in Weimar sowie zum Jahresende in Blois.