Eine Liebesgeschichte aus der DDR, Kino aus der Weimarer Republik, ein dokumentarischer Einblick in das Leben mit der unheilbaren Krankheit ME/CFS: Sommerkinos in Weimar und Apolda bringen Filme auf die Leinwand, die abseits vom Mainstream große Geschichten erzählen.

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Das Sommerkino in Apolda lädt zu einer Reise in die Vergangenheit ein. An vier Abenden werden im Eiermannbau Filme gezeigt, die in diesem Jahr unter dem Motto „35 Jahre Wiedervereinigung“ stehen. Dazu hat der Freundeskreis Glockenstadtmuseum Zeitzeugen aus DDR und Wendezeit eingeladen, die im Anschluss an den Film ihre Erfahrungen teilen. Die Filme beginnen jeweils ums 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

Darsteller mit Defa-Filmen zu Gast

Den Auftakt macht am Montag, 4. August, der Defa-Film „Kennen Sie Urban?“ von 1971. Darin geht es um Hoffi und Urban, die sich während eines Krankenhaltaufenthalts kennenlernen. Urban wird zu Hoffis Vorbild, doch sie verlieren sich aus den Augen. Nach seiner Entlassung zieht Hoffi von Großbaustelle zu Großbaustelle, um Urban zu finden. Als Gast wird Harald Wandel erwartet, der Hoffis kleinen Bruder Keule spielte. Mit Simone von Zglinicki wird am 11. August die Hauptdarstellerin die Vorführung von „Liebe mit 16“ (Defa 1974) begleiten. Darin geht es um die junge Liebe von Ina und Matti, der sich die Eltern in den Weg stellen.

In „Herzsprung – Deutschland 1992“ wird die Geschichte von der jungen Mutter Johanna erzählt, die in der Tristesse der Nachwendezeit gekündigt wird, ihren Mann verliert und einen radikalen Neuanfang wagt, der jedoch tragisch endet. Am 18. August im Sommerkino zu Gast ist Hauptdarstellerin Claudia Geisler-Bading. Den Abschluss macht am 25. August der Film „Go West – Freiheit um jeden Preis“ von 2010 um drei Freunde, die aus der DDR in die Bundesrepublik fliehen und dabei von der Stasi verfolgt werden.

Die Weimarer Kinos präsentieren zum Kunstfest Weimar ein besonderes Programm. Im Mon Ami Kino läuft am 19. August „Kinderblock 66 – Return to Buchenwald“, ein Dokumentarfilm über die Kinder in dem Konzentrationslager. Zu den Kindern, die 1945 befreit wurden, zählt auch Naftali Fürst, der im Mon Ami zu Gast sein wird. „UNREST“ ist ein Film von Jennifer Brea, die während ihrer Promotion in Harvard an ME/CFS erkrankte. Sie dokumentiert in dem Film nicht nur den Kampf mit der Krankheit, sondern auch den gegen Ignoranz und Diskriminierung. An die Vorführung am 21. August im Lichthaus-Kino schließt sich eine Podiumsdiskussion an. Die Dokumentation „KI: Der Tod des Internets“ feiert am 31. August im Lichthaus Uraufführung. Vor Ort ist auch der Regisseur Mario Sixtus.

Open-Air-Kino und Stummfilm-Konzerte

Am 25. August startet im Lichthaus die Weimarer Stummfilm-Retrospektive. 13 Filme vornehmlich aus der Zeit der Weimarer Republik werden von verschiedenen Musikerinnen und Musikern begleitet, unter anderem von der Thüringen-Philharmonie Gotha-Eisenach.

Weitere aktuelle Beiträge aus Weimar und Umgebung

Eine Filmreihe unter freiem Himmel startet am 27. August im Gaswerk. Die gezeigten Streifen widmen sich starken Emotionen: der Wut eines Mädchens in einer rechtsextremen Clique, der Liebe zu einem Roboter, der Angst einer Mutter mit Albträumen und dem Mut zweier Jungen an der Schwelle zum Erwachsensein. Den unbestritten längsten Film gibt es am 30. August im Mon Ami zu sehen: Von 9 Uhr bis Mitternacht wird das filmische Poem „Faust Sonnengesang“ von Werner Fritsch gezeigt.