Dadaisten feiern den Nebel

Über strahlendes Sommerwetter freuten sich am Wochenende die Organisatoren der 14. Auflage der Kunst-Aktion „Dadamenta“ in Weimar. Fast schon dem Wetter zum Trotze lautete das Motto jedoch „Nebel in Weimar“, und der Tross mit der Neuen Bauhauskapelle und dem Absurden Chor Weimar führte vom Marktplatz in den C-Keller. Im Fokus der bestens besuchten und bejubelten Performance stand der Schauspieler, Schriftsteller und Maler Otto Nebel (192-1973), der auf einer Silvesterfeier 1923/24 am Weimarer Bauhaus seine spätere Frau kennengelernt hatte. Die Dresdner Dada-Akteure Jens Nitsche und Mario Göpfert rezitierten inbrünstig Dada-Gedichte von Hans Arp und Richard Huelsenbeck, während die Bauhauskapelle und Mihail Cunetchi (Akkordeon) mit virtuosen, beschwingten Rhythmen Begeisterungsstürme auslösten. Im Finale erklang ein Auszug aus dem Opus „Unfeig“ (1923/24), das etwa 50 Seiten umfasst und nur neun Buchstaben des Alphabets in immer neuer Konstellation benutzt. Der Absurde Chor brachte dieses Werk unter Leitung von Michael von Hintzenstern bei einer gefühlten Raumtemperatur von 45 Grad zum Glühen. mg

Einwohnerversammlung zur Gemeindezukunft

Wie stellen sich die Hammerstedter die Zukunft ihres Dorfes vor? Sehen sie Chancen, die Eigenständigkeit der Gemeinde zu bewahren oder suchen sie den Anschluss zu einer anderen Kommune? Diese Fragen, die die mögliche Neugliederung der Gemeinde betreffen, soll die jährliche Einwohnerversammlung ausloten helfen, zu der sich am Donnerstag, 25. September, der Gemeinschaftsraum in Hammerstedts alter Schule öffnet. Beginn der öffentlichen Runde ist um 18.30 Uhr. Auch Fragen, die die Gemeinde darüber hinaus beschäftigen, sollen dabei erörtert werden. red

Lesung und Plauderei mit Familie Annel

Das Erfurter Autorenpaar Ingrid und Ulf Annel feiert in diesem Jahr runde Geburtstage, die in Summe 140 ergeben. Zwei Leben, die in vielem eng verbunden sind, aber auch getrennt betrachtet werden können: privat und schriftstellerisch. Um beides in einer Lese- und Plauderstunde zu berücksichtigen, hat die Literarische Gesellschaft Thüringen für Donnerstag, 25. September, um 19 Uhr in die Weimarer „LiteraturEtage“ in der Martkstraße 2 eingeladen.

Annels lesen dabei aus ihren Büchern, auch aus denen, die sie gemeinsam schrieben. Märchenhaftes, Anekdotisches, Humoristisches, Satirisches. Und sie plaudern ein wenig aus ihren Leben und Schreibzimmern, über die Verkupplungskraft der Poesie und die drohende Scheidung wegen eines Kommas. Die Musik zum Abend steuert der Weimarer Tim Ahlfeld bei. Tickets gibt es im Vorverkaufbei der Tourist-Information und in der Eckermann-Buchhandlung oder an der Abendkasse. red

Fritz-Lang-Klassiker im Haus der Weimarer Republik

Zu einer Filmvorführung lädt das Haus der Weimarer Republik am kommenden Donnerstag, 25. September, um 19.30 Uhr ein. Gezeigt wird der Film „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, der legendäre Tonfilm von Fritz Lang, der bis heute die Zuschauer fesselt und zum Wegbereiter aller Kriminalfilme geworden ist. Er zeigt Berlin als Stadt in Angst und Schrecken: Ein Kindermörder geht um, der von der Polizei nicht zu fassen ist. Aufgeheizt durch die allgemeine Hysterie intensiviert die Polizei ihre Bemühungen, ihn zu schnappen. Dabei dringt sie immer weiter in das Terrain der Berliner Unterwelt vor und macht deren Geschäfte fast unmöglich. Da der Mörder sie in Verruf bringt, beschließen die Gangster, sich ebenfalls auf die Jagd nach dem Täter zu machen. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind unter veranstaltungen@hdwr.de erbeten. red

Über David Bowie in Berlin

Der Berliner Comiczeichner Reinhard Kleist spricht am Donnerstag, 25. September, in einem multimedialen Werkstattgespräch im Gewölbekeller der Weimarer Stadtbücherei über den Entstehungsprozess seiner Graphic Novels. Der Abend wird moderiert von Mario Osterland. Beginn ist um 19.30 Uhr. Karten gibt es an der Abendkasse.

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1976 ist David Bowie auf dem Höhepunkt seiner Drogensucht. Von Paranoia und Starrummel zerrüttet, flieht er aus dem grellen Los Angeles nach West-Berlin. Mit viel Zeitkolorit schildert Reinhard Kleist, wie Bowie sich in Berlin kopfüber ins Gestern, ins Heute und ins Morgen stürzt: Mit Romy Haag erkundet er die Dekadenz der wilden Zwanziger, mit Iggy Pop taucht er ein in die Musik von Kraftwerk und Tangerine Dream. Und in den Hansa-Studios im Schatten der Berliner Mauer erwächst dem Geist der Vergangenheit seine visionärste Musik. Reinhard Kleist, der schon Johnny Cash und Nick Cave in Comics verewigt hat und nun schon den zweiten Band zu Bowie veröffentlicht, folgt den Metamorphosen des Briten in Berlin: Bowies Entzug in Berlin-Schöneberg, Radtouren an der Mauer, Besuche in Plattenläden, Diskussionen mit Iggy Pop und John Lennon. Wie Berlin den Künstler veränderte, lässt sich mit Kleists sprunghafter, gut verdichtender Erzählweise wunderbar nachvollziehen. red

Gesprächskreis für trauernde Eltern

Ein Kind während der Schwangerschaft, unter der Geburt oder kurz danach zu verlieren, ist für Eltern zumeist schwer zu bewältigen. Auch für erfahrene Ärztinnen und Ärzte ist es jedes Mal eine emotionale Herausforderung, den Eltern mitzuteilen, dass ihr Kind verstorben ist oder nicht mehr lange leben wird. Neben der optimalen medizinischen Unterstützung ist dabei eine engmaschige psychosoziale und seelsorgerische Betreuung sehr hilfreich.

Auch darüber hinaus möchte das Team des Sophien- und Hufeland-Klinikums Betroffene unterstützen. In einem offenen Gesprächskreis können früh verwaiste Eltern miteinander ins Gespräch kommen. „Der Tod eines früh verlorenen Kindes begleitet die Eltern zeitlebens. Wir wollen der Trauer einen Raum geben, zum Gespräch ermutigen, uns über Trauerrituale austauschen, die Namen der verstorbenen Kinder benennen und Trauerphasen thematisieren“, sagt Klinikseelsorgerin Dorothea Heller als eine der Initiatorinnen des Gesprächskreises.

Die Treffen finden einmal monatlich statt – jeweils am vierten Mittwoch eines Monats um 18.00 Uhr in den Räumen des ambulanten Hospizdienstes des Trägerwerks Soziale Dienste in der Schwanseestraße 1 in Weimar. Der nächste Termin fällt damit auf den 24. September.  

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Neue Mütter und Väter sind jederzeit willkommen. Einzelgespräche sind auf Wunsch auch möglich. Für weitere Fragen steht Klinikseelsorgerin Dorothea Heller via Mail unter d.heller@klinikum-weimar.de zur Verfügung. red

Woche der seelischen Gesundheit

Das Gesundheitsamt der Stadt Weimar lädt Interessierte vom 24. September bis 1. Oktober zu zahlreichen Veranstaltungen anlässlich der „Woche der seelischen Gesundheit“ ein. Sie steht in diesem Jahr unter dem bundesweiten Motto „Lass Zuversicht wachsen – psychisch stark in die Zukunft“.

Die Aktionswoche thematisiert die seelische Gesundheit sowie psychische Erkrankungen und möchte Offenheit und Austausch ermöglichen. Sie legt dabei den Fokus auf die Prävention und macht gleichzeitig auf das vielfältige psychosoziale Unterstützungsangebot aufmerksam.

Das Weimarer Gesundheitsamt lädt die Bürgerinnen und Bürger zu einem abwechslungsreichen Programm ein: Es finden in dieser Aktionswoche über 50 Veranstaltungen in Weimar und im Weimarer Land statt. Mit der Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch, 24. September, von 15 bis 18 Uhr auf dem Theaterplatz startet die Aktionswoche mit zahlreichen Informationsständen, einem bunten Programm und musikalischer Begleitung des Foxy Chor.

In den folgenden Tagen bieten unterschiedliche Veranstaltungsformate viel Wissen, anregende Begegnungen und hilfreichen Austausch. Alle interessierten Menschen sind eingeladen zu Vorträgen, Filmvorstellungen, Tagen der offenen Tür, Achtsamkeits- und Bewegungsangeboten, Schnupperkursen und offenen Begegnungsangeboten. Des Weiteren gibt es Angebote speziell für Eltern, Kinder und Jugendliche sowie Fachkräfte. Initiiert wird die Woche vom Gesundheitsamt Weimar, dem Gesundheitsamt sowie der Kreisvolkshochschule Weimarer Land und weiteren Mitgliedern des Gemeindepsychiatrischen Verbundes Weimar/Weimarer Land. Das vollständige Programm der Woche ist im Internet zu finden unter https://stadt.weimar.de/termine.html. red