Diethelm Müller-Nilsson, Altrektor und Ehrensenator der Hochschule für Musik Franz Liszt, ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Nach Angaben seiner Familie verstarb der Pianist bereits am 15. Januar. Er leitete von 1980 bis 1990 die Weimarer Musikhochschule und verhalf ihr gerade in dieser Zeit zu mehr Außenwirkung mit Konzerten und den internationalen Musikseminaren – heute Weimar Master Classes genannt.
Rektor gründete abgeschaffte Studienabteilungen neu
Diethelm Müller-Nilsson wurde 1929 in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern geboren. Er studierte in Berlin Klavier, promovierte und lehrte ab 1953 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. 1964 wurde er dort Prorektor für Lehre und Forschung, 1973 erhielt er den Professorentitel. 1980 kam er als Nachfolger von Musikhochschulerektor Hans-Rudolf Jung nach Weimar.
Die Weimarer Abteilung für Kirchenmusik eröffnete er wieder und die Abteilung für Musikwissenschaft gründete er neu, nachdem beide in den Fünfzigerjahren abgewickelt worden waren. Außerdem gründete Müller-Nilsson ein Studio für Neue Musik. Damit liberalisierte und reformierte er die Weimarer Musikhochschule.
Warum Kunst und Wissenschaft zusammengehören
In einem Interview mit dem Weimarer Hochschulmagazin „Liszt“ sagte Müller-Nilsson vor Jahren: „Die Notwendigkeit besteht grundsätzlich aber darin, zu begreifen, dass die musikalische Kunst aus zwei Teilen besteht: aus der Kunst und der Wissenschaft. Und wer das nicht versteht, der hat das nur zur Hälfte begriffen.“
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Im November 1990 trat Diethelm Müller-Nilsson von seinem Amt als Rektor zurück. Er wurde in der Folge ein Ehrensenator der Weimarer Musikhochschule. red


