In einem Nachruf würdigt die „Landeskundliche Exkursionsgruppe Weimar“ ihr Ehrenmitglied Jürgen Jäger, der am 26. März im 91. Lebensjahr verstorben ist. Er war einer der Initiatoren dieser kulturell anspruchsvollen Wandergruppe.

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Aus offiziellen Osterspaziergängen und Parkführungen, die er als Direktor der Park- und Garten-Anlagen der Klassik-Stiftung Weimar persönlich leitete, erwuchs die Wandergruppe, „weil sein umfangreiches Detailwissen während einer öffentlichen Führung in Gänze zeitlich nicht darstellbar war“.

Weimarer Vereinigung besteht seit 40 Jahren

Anfangs im kleinen Kreis wurden Themen seiner öffentlichen Führungen fortgesetzt, und daraus bildete sich bald eine Interessengemeinschaft gleichgesinnter Wanderleiter und bildungsbeflissener Mitwanderer. Die „Landeskundliche Exkursionsgruppe Weimar“ blickt in diesem Jahr auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück. Begabte Organisatoren fanden Kultur- und Landschaftsziele über Weimar und Thüringen hinaus in ganz Deutschland, die auch in Mehrtagestouren erkundet wurden.

„Jürgen Jäger verdanken wir neben vielen Tageswanderungen um Weimar herum auch 20 mehrtägige Exkursionen in seiner vogtländischen Heimat und im benachbarten Böhmen“, schreiben die Mitglieder der Vereinigung. Bei seinen oft über 30 Kilometer ausgeweiteten Wanderwegen habe er die Erklärung von Geologie, Vegetation, Heimat- und Wirtschaftsgeschichte immer als eine Einheit angesehen.

Pyramiden-Pappeln waren seine Lieblingsbäume

„Auch als Gartendirektor im Ruhestand führte ihn sein Gedanken-Horizont noch weit über die ihm verbleibende Lebenszeit hinaus“, heißt es weiter in dem Nachruf. Bis zum vorigen Jahr gelang es ihm immer wieder, markante Orte in Weimar oder der ländlichen Umgebung zu finden, an denen er mit seinen Wanderfreunden Bäume pflanzen durfte, unter anderem zum Kenntlichmachen der Via Regia. Sein Lieblingsbaum war die Pyramiden-Pappel. „Mögen sie gedeihen und dazu beitragen, einmal Freude für Menschen zu spenden, die heute noch nicht geboren sind“, ist die Hoffnung der Vereinigung. Sie beschließt den Nachruf auf ihr Ehrenmitglied mit diesen Worten: „Wir Zeitgenossen sind dankbar für die Zeit, die wir mit einem so großartigen Menschen zusammen verbringen durften.“ red