Seit dem 17. Februar 1990 unterhält Weimar mit Fulda zwar keine Städtepartnerschaft wie beispielsweise mit Trier. Aber seit nunmehr 36 Jahren pflegen die Kulturstadt an der Ilm und die Stadt an der Fulda in Hessen eine besondere freundschaftliche Beziehung. Besiegelt haben diese übrigens seinerzeit der im rund 160 Autokilometer von Fulda entfernt geborene Oberbürgermeister Wolfgang Hamberger (✝ 2025) und der seinerzeit amtierende Weimarer Oberbürgermeister Volkhardt Germer.

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Zum Tag der Städtepartnerschaften hat das Hessische Statistische Landesamt in Kooperation mit dem Thüringer Landesamt für Statistik einmal hinter die Kulissen der Städte geschaut und ergründet, wo sie sich ähnlich sind und wo große Unterschiede bestehen. Das birgt etliche Überraschungen.

Mehr Weimarer – aber auch mehr ältere

Die Partnerstädte liegen bei der Bevölkerungszahl nahe beieinander. Zum 31. Dezember 2024 lebten in Fulda 65.400 Einwohnerinnen und Einwohner, in Weimar waren es rund 66.000. Zu diesem Stichtag war nach Angaben der Statistiker die Bevölkerung der hessischen Stadt mit 43,1 Jahren im Durchschnitt 2,3 Jahre jünger als die Weimarer (45,4 Jahre).

Beim Stadtgrün sind sich die Städte grün

Die Nase vorn hat Fulda auch bei der Fläche: Die Stadt umfasst etwa 104 Quadratkilometer und überflügelt damit Weimar mit seinen rund 84,5 Quadratkilometern deutlich. Grün sind sie sich beim Stadtgrün, das in beiden Städten rund zwei Drittel der jeweiligen Fläche ausmacht. Der Waldanteil liegt in Fulda bei 23,9 Prozent und in Weimar bei 19,9 Prozent.

Orangerie in Fulda
Die Orangerie in Fulda vom dortigen Schlosspark aus gesehen.© dpa | Michael Bauer

In puncto Wirtschaft punktet Fulda

Deutliche Unterschiede machen die Statistiker allerdings bei der Wirtschaftskraft aus. Fulda habe im Jahr 2023 rund 5,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. In Weimar lag das Bruttoinlandsprodukt bei rund 2,4 Milliarden Euro. Ein ähnliches Bild zeige sich bei der Zahl der Erwerbstätigen. Die Zahlen basieren auf dem Arbeits- und nicht auf dem Wohnort. Dabei wurden unabhängig von der Arbeitszeit Selbstständige und mithelfende Familienangehörige ebenso einbezogen wie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Beamtinnen und Beamte: Gab es in Fulda 2023 rund 71.900 erwerbstätige Menschen, also offensichtlich sehr viele Einpendler, waren es in Weimar zeitgleich nur rund 34.900. In Fulda erwirtschaftete jeder Erwerbstätige durchschnittlich 79.900 Euro und in Weimar 68.900 Euro.

Weimar wie Fulda lockt viele Touristen an

Als Tourismusdestinationen sind beide Städte interessant. Die Dom- und Barockstadt Fulda, in der in diesem Jahr übrigens vom 12. bis 21. Juni unter dem Motto „Foll hessisch!“ der Hessentag stattfindet, zählte 2025 rund 431.800 Gäste und 710.500 Übernachtungen. Im selben Jahr kamen rund 419.300 Touristinnen und Touristen in die Kulturstadt an der Ilm und buchten rund 792.900 Übernachtungen.

Kurios beim Thema Tourismus: Beide Städte kamen im Sommer 2025 auf exakt 4865 Schlafgelegenheiten. Darin betteten sich in Weimar mehr als 40.000 Gäste aus dem Ausland, in Fulda waren es gerade einmal gut 35.000.

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Beide Städte sind auch wichtige Hochschulstandorte, wobei die Zahl der Studierenden in Fulda nach Informationen der Statistiker mehr als doppelt so hoch wie in Weimar war. In der hessischen Stadt waren im Wintersemester 2024/2025 rund 9000 Studierende eingeschrieben, in der thüringischen Partnerstadt etwa 4600 Studierende.