Drei herausragende Ortschronisten und ein Mann, der die Orgel nicht nur spielen, sondern auch technisch in Schuss halten kann – das sind die Geehrten des diesjährigen Kreisheimattages, mit dem die Verantwortlichen des Landratsamtes erstmals im neu gebauten Saal des Kromsdorfer Kulturhauses zu Gast waren. Helke Günther aus Ramsla, Krimhild Pfeifer aus Keßlar und Udo Oehler aus Zottelstedt engagieren sich weit über ihre Chronisten-Ehrenämter hinaus für das öffentliche Leben in ihren Dörfern und bekamen von der Kreisbeigeordneten Jacqueline Schwikal (parteilos) in Vertretung der Landrätin die Kreisheimatpreise überreicht. Der vom Landtagsabgeordneten Thomas Gottweiss (CDU) gestiftete Alexander-Wilhelm-Gottschalg-Preis für ehrenamtliche Kirchenmusiker ging an das Orgel-Original Walter Volland aus Daasdorf bei Buttelstedt.
Ramslaer Flurnamen bleiben lebendig
Helke Günther hält die Geschehnisse in Ramsla seit nunmehr 1990 mit Begeisterung für die Nachwelt fest. Dabei arbeitet sie sich auch immer wieder tief in die Historie ein, publizierte 2015 eine Häuser-Chronik ihres Dorfes und startete 2024 ein Projekt, um mit zwölf Schildern, finanziert von der örtlichen Jagdgenossenschaft, die wichtigsten Flurnamen rund um Ramsla vor dem Vergessen zu bewahren. Seitdem gehört sie zudem zu einer Gruppe von Chronisten und Heimatpflegern aus dem Weimarer Land, die sich mit Klein- und Flurdenkmalen beschäftigt. Nicht zuletzt ist Helke Günther auch bei den Feierlichkeiten im Dorf, etwa dem Bärlauchfest, oder als Tourguide für Wanderungen oder Kirchen-Begehungen aktiv.
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Krimhild Pfeifer rief 1980 mit ihrem Mann und weiteren Mitstreitern eine Gruppe ins Leben, um die Kirche ihres Heimatdorfes Keßlar vor dem weiteren Verfall zu retten. Auch ihrer Beharrlichkeit ist es zu verdanken, dass das sanierte Gotteshaus inzwischen als Schmuckstück bewundert wird. Die 1125-Jahr-Feier des Dorfes im Sommer 2001 war der Anlass für sie, das Weiterführen der Ortschronik zu übernehmen. Auf dem heimischen Hof der Pfeifers ist zudem inzwischen ein kleines Heimatmuseum entstanden, das sie Interessierten gern präsentiert.

Udo Oehler musste seine Teilnahme in Kromsdorf aus privaten Gründen absagen, aber sein Gesicht ist im Prinzip jedem bekannt, der regelmäßig mit Zottelstedt zu tun hat. Der Rentner hatte einst das Chronisten-Ehrenamt von seinem Vater übernommen und es inzwischen an seinen Sohn weitergegeben. Untrennbar ist Udo Oehlers Name mit der Heimatstube in der ersten Etage des Seierturms verbunden: Er trug die historischen Möbel und technischen Unikate zusammen, die dort zu sehen sind. Wer das Dorf-Wahrzeichen von innen besichtigen will, ist bei Udo Oehler an der richtigen Adresse. Mit Fachwissen kümmert sich der Senior zudem um die Bäume im öffentlichen Raum von Zottelstedt, leistet seinen Teil zum Bau des Dorfbrunnens und hilft beim Organisieren von geselligen Anlässen mit.
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Der Name von Walter Volland ist vor allem mit der aufwendigen Restaurierung der inzwischen überregional bekannten Weißhaupt-Peternell-Orgel in der Buttelstedter Nikolaikirche verbunden. Wenige verstehen Orgel-Technik im Allgemeinen und natürlich vor allem die der Kircheninstrumente im Nordkreis so gut wie er. Mit Hingabe begleitet er musikalisch die Gottesdienste in diversen Kirchen und kümmert sich um die Wartung der Orgeln.



