Eine Legende auf Schienen erreicht am Mittwoch, 16. September, die Stadt Weimar. Der Thüringer Eisenbahnverein erwartet im alten Bahnbetriebswerk an der Eduard-Rosenthal-Straße Europas größte betriebsfähige, von Hand befeuerte Schnellzug-Dampflokomotive. Aus diesem Grund ist das dortige Eisenbahnmuseum am Mittwoch von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Riesen-Dampflok legt Boxenstopp in Weimar ein: die Bilder
Die imposante 241-A-65, die zusammen mit ihrem Tender 200 Tonnen Dienstgewicht auf die Waage bringt, wurde 1931 im französischen Lille gebaut. Sie stand 34 Jahre lang im Einsatz, zuerst zwischen Paris und dem Ärmelkanal sowie der Atlantikküste. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie nach Deutschland überführt und bediente Linien im Großraum Erfurt – Leipzig. Nach den Kriegsjahren kehrte sie zurück nach Frankreich und wurde ab 1947 auf den ostfranzösischen Strecken, unter anderem zwischen Paris und Basel, eingesetzt.
Zwischenstopp auf dem Weg zu tschechischem Festival
Als eine der letzten ihrer Serie wurde sie 1965 außer Betrieb genommen. Statt sie zu verschrotten, nutzte sie das Depot Chaumont als Heizlokomotive, bis sie 1968 verkauft und in die Schweiz transportiert wurde. 1996 wurde die Lokomotive im Dampflokwerk Meiningen betriebsfähig aufgearbeitet. Seit 2008 ist sie im schweizerischen Dampflok-Depot Full-Reuenthal beheimatet. 2024 konnte die 241-A-65 nach sechsjähriger Revision wieder in Betrieb genommen werden.
Auch auf der Kinoleinwand brachte es die Maschine bereits zur Berühmtheit. In der 2017 erschienenen Neuverfilmung von Agatha Christies „Mord im Orient-Express“, unter anderem mit Kenneth Branagh, Johnny Depp und Michelle Pfeiffer, ist die Lok in Szenen zu sehen, die auf der Strecke der Schweizer Sursee-Triengen-Bahn gedreht wurden.
In Weimar legt die 95-Jährige nun einen Zwischenstopp ein – auf ihrem Weg zum Eisenbahnfestival im tschechischen Benesov südöstlich von Prag. Lok und Personal machen hier einen Tag Pause, die Lok wird mit Betriebsstoffen wie Kohle und Wasser versorgt. Am Donnerstag, 17. September, geht es dann früh ab Weimar über Leipzig, Dresden und Bad Schandau nach Decin und weiter in Richtung Prag.
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Auf ihrer Rückfahrt von Tschechien in die Schweiz rollt die Dampflok am nächsten Dienstag, 22. September, nochmals zum Boxenstopp im alten Weimarer Bahnbetriebswerk ein. Auch dann hat das Museum einen Sonderöffnungstag geplant und empfängt von 10 bis 17 Uhr Besucher, die die Lok und die Fahrzeugsammlung in Weimar besichtigen können.










































