- Statt Sonnenschein und Eisdielen-Wetter herrscht aktuell eher trübes Aprilwetter
- 2026 kommen die Eisheiligen mit voller Wucht – und bringen sogar Nachtfrost
- Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Garten vor dem gefährlichen Spätfrost schützen
Gerade blüht der Garten auf, zarte Triebe recken sich der Sonne entgegen – und dann kommt der Kälteeinbruch. Jahr für Jahr im Frühling spielt die Witterung ihr altes Spiel: Mit den sogenannten Eisheiligen kehren plötzlich frostige Nächte zurück – bedrohlich für empfindliche Pflanzen auf Balkon, Terrasse und im Garten. Man spricht hier von Spät- oder Frühlingsfrösten.

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So beschreibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) jenen Frost, der nach Beginn der Vegetationsperiode auftritt. Dieses späte Auftreten macht ihn so gefährlich: Denn die Pflanzen im Garten treiben nun schon, von der Frühlingssonne angeregt, aus, manche blühen sogar bereits. Daher können Spätfröste laut DWD insbesondere im Obst-, Gemüse- und Weinbau Schäden verursachen.
Und wie sieht es 2026 aus? Dieses Jahr kommen die Eisheiligen mit voller Wucht zurück. Das Tief Doreen schiebt aktuell einen Schwall polarer Kaltluft nach Deutschland. Von sommerlichen Temperaturen ist aktuell wenig zu spüren. Für Mai sind die Temperaturen ungewöhnlich niedrig – stellenweise kommt es sogar zum Nachtfrost. Für Hobby-Gärtner bedeutet das: Handeln ist jetzt angesagt.
Eisheiligen erklärt: Dieses Wetterphänomen steckt dahinter
Die sogenannten Eisheiligen markieren traditionell das Ende der Spätfrost-Gefahr in Deutschland. Statistisch gesehen kommen nach diesen Tagen kaum noch Frost-Nächte vor – es gibt allerdings regionale Unterschiede.
- In Norddeutschland gelten Mamertus, Pankratius und Servatius (11. bis 13. Mai) als Eisheilige
- Im Süden und Südosten des Landes werden neben Pankratius und Servatius auch Bonifatius (14. Mai) und die „Kalte Sofia“ (15. Mai) dazu gezählt
Der Auslöser für die Eisheiligen ist ein bestimmtes Wetterphänomen: Während es in Mitteleuropa immer wärmer wird, kann durch bestimmte Wetterlagen noch einmal arktische Luft aus dem Norden bis nach Deutschland strömen.
Frühlingsfröste an den Eisheiligen: Diese Bauernregeln gelten im Garten
Rund um die Eisheiligen sind zahlreiche Bauernregeln überliefert, etwa „Pflanze nie vor der kalten Sophie“ oder „Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder“. Und besonders schön: „Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost“.

Für Hobbygärtnerinnen und -gärtner heißt das: Frostempfindliche Pflanzen, gerade viele Gemüsesorten, werden am besten erst nach der möglichen Spätfrostphase in den Gartenboden gesetzt. Und kälteempfindliche Topfpflanzen, die über den Winter im Haus eingelagert waren, werden nur dann schon ins Freie getragen, wenn es warm genug ist.
Spätestens nach den Eisheiligen können die kleinen, auf der Fensterbank vorgezogenen Gemüse- und Blühpflanzen ins Beet und in den Balkonkasten kommen. Außerdem können etwa Gurken und anderes Gemüse direkt ins Beet gesät werden. Alle gekauften, nicht winterharten Kräuter sowie Dahlienknollen und weitere Blühpflanzen werden ausgepflanzt. Und Kübelpflanzen kommen nun endgültig aus dem Winterlager ins Freie.
Grundsätzlich gilt: Die Temperaturen sollten dauerhaft über zehn Grad liegen. Und wenn dann doch noch mal wieder eine frostige Nacht droht, sollte das Grün wieder ins Haus geholt oder mit einem Vlies über Nacht warm eingepackt werden.
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Eisheilige: Stimmen die alten Bauernregeln überhaupt noch?
In den vergangenen Jahren gab es oftmals keinen Frost mehr im Mai – und die Eisheiligen in ihrem meteorologischen Sinne blieben aus. Sind die alten Regeln dann überhaupt noch verlässlich? Tatsächlich sind die Bauernregeln nur eine grobe Orientierungshilfe. Es kann diese Fröste also geben, sie treten aber nicht zwangsläufig ein.
In der Tat ist der Polarlufteinfluss, den es lange Mitte Mai gab, in den vergangenen Jahren oft früher aufgetreten. Das könnte laut Deutschem Wetterdienst eventuell ein Indiz für die globale Klimaerwärmung sein. Immer wieder gab es den Maifrost allerdings doch. Daher lässt sich sagen: Auch wenn die Wahrscheinlichkeit von Spätfrösten Mitte Mai abzunehmen scheint und gute Wetterprognosen uns vor Frost sicher warnen – es schadet nicht, solche Bauernregeln zu kennen und zu beherzigen.
Kälte im Juni: Was bedeutet Schafskälte?
Und wer glaubt, dass nach den Eisheiligen der vorerst letzte ungemütliche Kälteeinbruch überstanden ist, hat seine Rechnung ohne die sogenannte Schafskälte gemacht. Mitte Juni kommt es in Mitteleuropa in der Regel zu einem kurzen Kälterückfall, der durch Polarluft ausgelöst wird, wie der DWD schreibt. Der Zeitraum für die Schafskälte liegt in der Regel vom 4. bis zum 20. Juni.
(fmg/dpa)







