Der Thüringer Forst feiert, aber die Zeiten für den Forst sind durch jahrelange Dürre und den schlimmen Borkenkäfer-Befall keine guten.

Doch nicht zuletzt mithilfe der Jubilarin, die an diesem Freitag 60 Jahre alt gewordene Forstbaumschule in Breitenworbis, soll sich die Situation irgendwann wieder entspannen und hoffentlich sogar verbessern.

Nur 18 Prozent der Bäume sind in Thüringen gesund

Aktuell beträgt die Schadfläche in Thüringens Wäldern rund 120.000 Hektar, nur 18 Prozent der Bäume gelten noch als gesund. Zur Naturverjüngung ist als Ergänzung dringend eine schnelle Versorgung mit hochwertigen Pflanzen für die Aufforstung und den Waldumbau notwendig. Die landeseigene Schule im Eichsfeld stellt diese bereit, hierzu wird größtenteils Saatgut von der landeseigenen Samendarre bezogen und für die Aussaat vorbereitet.

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Ministerin: Thüringer Baumschule ist die gute Kinderstube

„Die Forstbaumschule in Breitenworbis ist sozusagen unsere gute Kinderstube für den klimaresilienten Waldumbau. 32 verschiedene Baumarten werden kultiviert, die eine artenreiche und standortgerechte Wiederbewaldung garantieren. Dafür haben wir die Finanzmittel und den Personalbestand erhöht. In den letzten Jahren stellte die Forstbaumschule etwa 10 Millionen Setzlinge bereit, mit denen bereits über 11.000 Hektar geschädigte Waldflächen neu bepflanzt werden konnten – eine Fläche größer als die Insel Sylt. Die unschätzbar wertvolle Vorarbeit dafür leistet die Forstbaumschule in Breitenworbis“, so Forstministerin Susanna Karawanskij (Linke). Die aber angesichts der Schäden auch sagt: „Wir brauchen einen langen Atem und viel Geduld.“

Die Schule im Eichsfeld ist inzwischen 25 Hektar groß

1964 wurde die Forstbaumschule aufgebaut. Sie umfasste damals eine Fläche von rund zehn Hektar, heute dagegen 25 Hektar. Stetig wurden Technik, Gebäude und Produktionsanlagen modernisiert. Aktuell entsteht als Ersatz für die 40 Jahre alten Foliengewächshäuser für rund zwei Millionen Euro ein neues Gewächshaus, um die Containerpflanzenproduktion auszuweiten“, erläutert Volker Gebhardt, Thüringenforst-Vorstand.

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Die Forstbaumschule versorgt 24 Forstämter

Derzeit versorgt die Forstbaumschule die landesweit 24 Forstämter mit bis zu zwei Millionen Forstpflanzen jährlich. Das Saatgut betrifft vorwiegend Weißtannen, Eichen, Buchen, Douglasien, Kiefern, Ahorne und Linden. Zusätzlich werden seltene Baumarten vermehrt, etwa Elsbeeren, Mehlbeeren, Speierlinge, Wildobstarten oder Eiben. Mit der betriebseigenen Schule tritt die Thüringen-Forst-AöR damit auch nicht in Konkurrenz mit den Privat- und Kommunalwaldbesitzenden, die sich am Markt der privaten Forstbaumschulen im Freistaat bedienen können. Doch Corinna Geisler, Leiterin des Forstlichen Forschungs- und Kompetenzzentrums Gotha stellt fest: „Den Superbaum gibt es nicht.“

Zu wenig Saatgut für die Kahlflächen vorhanden

Letztlich ist das Saatgut jedoch trotz allen Bemühens zu wenig, um die Kahlflächen kurzfristig in Thüringen ausreichend zu bepflanzen, so Elger Kohlstedt. Der Leiter des Forstamtes Leinefelde, zu dem die Schule gehört, sagt: „Wir bräuchten allein in Thüringen etwa 200 Millionen Pflanzen für die Aufforstung, weil für einen Hektar je nach Baumart zwischen 2000 und 8000 Pflanzen notwendig sind.“

Fläche mit Pflanzen in der Baumschule Breitenworbis
Fläche mit Pflanzen in der Baumschule Breitenworbis© Gerald Müller | Gerald Müller

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Schäden betreffen inzwischen vor allem den Thüringer Wald

Er verweist darauf, dass sich die Waldschäden inzwischen verlagert haben. Von Norden, wo bereits eine intensive Aufforstung erfolgt und die Kahlflächen auch weniger werden, nach Süden hin, wo die Schäden durch den Borkenkäfer weithin sichtbar sind.
Im Forstamt Leinefelde sind laut Elger Kohlstedt „80 Prozent der geschädigten Fläche wieder aufgeforstet“. Eine gute Nachricht, die dann doch zum Feiern an diesem Freitag passt.