Nur bei fünf Prozent der Brücken in Thüringen ist der Zustand nicht ausreichend oder ungenügend, sodass Maßnahmen zur Schadensbeseitigung oder Warnhinweise zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit oder Nutzungseinschränkungen umgehend oder sofort erforderlich sind. Solche Maßnahmen werden bei Feststellung von Mängeln umgehend eingeleitet, hat das Infrastrukturministerium auf Anfrage mitgeteilt.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Der Freistaat Thüringen betreut insgesamt rund 1900 Brücken im Zuge der Bundes- und Landesstraßen (745 Brücken im Bundesstraßennetz und 1149 Brücken im Landesstraßennetz). Den Zustand schätzt das zuständige Ministerium überwiegend als gut ein.
Zustandsnoten werden jährlich erteilt
Die Zustandsnotenverteilung von Brücken im Zuge von Bundes- und Landesstraßen sieht mit Stand von Dezember 2023 in Thüringen so aus: Bei Brücken an Bundesstraßen – insgesamt 645 Teilbauwerke – sind 11,9 Prozent als sehr gut eingestuft, 31,3 als gut, 44,3 als befriedigend, 11,0 als ausreichend, 1,2 als nicht ausreichend und 0,3 als ungenügend. Bei Brücken an Landesstraßen – insgesamt 1149 – gelten 8 Prozent als sehr gut, 23,2 als gut, 41,9 als befriedigend, 21,8 als ausreichend, 4,4, als nicht ausreichend und 0,7 als ungenügend. Die Zustandsnoten, die jährlich erteilt werden, werden dabei unter Berücksichtigung der Schadensauswirkung auf die „Standsicherheit“, „Verkehrssicherheit“ und „Dauerhaftigkeit“ der Konstruktion berechnet – woraus dann auch entsprechende Maßnahmen folgen.
Carolabrücke mitten in der Nacht in Dresden eingestürzt

In der Dresdner Innenstadt waren in der Nacht Teile der Carolabrücke gegen drei Uhr eingestürzt. Das Bauwerk gehört zu den vier Elbbrücken der Stadt, über die Autos und Straßenbahnen fahren. Dass es bei dem Einsturz weder Verletzte noch gar Tote gab, ist ein großes Glück: Nur 18 Minuten vor dem Teileinsturz fuhr eine Straßenbahn über die Brücke.

„Nicht auszudenken, wenn es am Tag passiert, Straßenbahn und Autos auf der Brücke gewesen wären.“
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer nach dem Brücken-Einsturz in Dresden.
Auch in Thüringen Bauweise wie bei der Carolabrücke
Bei der Carolabrücke handele es sich um eine Spannbetonbrücke. Sie besteht aus drei Abschnitten, Züge genannt. Zwei dieser Teile – der östliche und der mittlere wurden bereits saniert. Für den jetzt teilweise eingestürzten westlichen Teil sollte das im nächsten Jahr geschehen. Insgesamt ist die Carolabrücke mehr als 350 Meter lang. Eingestürzt ist laut Lagezentrum ein Abschnitt von etwa 100 Metern – betroffen sind der Fußgänger - und Radweg sowie die Straßenbahngleise.
Brücken werden regelmäßigen Wartungsarbeiten unterzogen
In Thüringen gibt es einige Brücken, die ähnlich wie die Carolabrücke in Dresden in Spannbeton-Hohlkastenbauweise errichtet wurden. Beispiele dafür sind die Werratalbrücke Hörschel (A4), die Talbrücke Wilde Gera an der A71, die Talbrücke Grümpen (A73) sowie die Gänsebachtalbrücke bei Erfurt, eine zweigleisige Eisenbahnüberführung. Sie wurden ebenfalls alle in den letzten Jahren überprüft und sind Gegenstand regelmäßiger Wartungsmaßnahmen. Dazu gehören dann auch kleinere Sanierungen, um eine langfristige Stabilität zu gewährleisten.





