Schlägereien, Unfälle wegen Fahrens unter Alkohol, Lärm und Vandalismus: Jedes Jahr aufs Neue verzeichnet die Polizei an Christi Himmelfahrt, auch als Männer- oder Vatertag bekannt, ein hohes Einsatzaufkommen.

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Zu einem größeren Unfall mit einer vollbesetzten Pferdekutsche kam es am späten Nachmittag in Keula. Das Gespann mit zwei Tieren war in Richtung Hauptstraße unterwegs, als die Tiere aus noch ungeklärter Ursache durchgingen. Die Kutsche blieb an einem Begrenzungsstein hängen und brach auseinander. Die Pferde rannten davon, konnten aber später eingefangen werden. Mehrere Personen wurden verletzt.

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Polizei spricht von „normalen Männertagsgeschehen“

In den Mittagsstunden hätten die Einsätze thüringenweit zugenommen, sagte ein Sprecher der Landespolizei am Nachmittag. Die Polizei sprach in diesem Zusammenhang von einem „normalen Männertagsgeschehen“ mit vermehrten Einsätzen wegen Streitigkeiten sowie Unfällen. Insgesamt sei es aber bis zum späten Nachmittag verhältnismäßig ruhig in Thüringen geblieben. 

Nachdem der Tag relativ ruhig begann, kamen schließlich doch insgesamt 51 Körperverletzungsdelikte zusammen. Zumeist am Abend und in Verbindung mit Alkohol und anderen berauschenden Mitteln kam es in der Mehrzahl zu leichten Verletzungen. Daneben wurden 63 Einsätze wegen Ruhestörung, zumeist durch laute Musik, Gesang oder anderweitiges Gegröle, sowie 21 Einsätze wegen Streitigkeiten, registriert.

Am Abend gab es dann noch einen Zwischenfall in Jena. In Jena-Ost war eine Straßenbahn entgleist. An der Haltestelle Jenzigweg hatte es gegen 20 Uhr einen Niederflurzug aus den Schienen gehoben. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Im gesamten Tagesverlauf registrierte die Polizei zwischen 0 Uhr und 24 Uhr unter Verkehrsteilnehmern etwa 31 Alkoholverstöße und Fahrten unter dem Einfluss berauschender Mittel. Zudem wurden 82 Verkehrsunfälle und somit 18 Verkehrsunfälle mehr als im Jahr 2024 aufgenommen.

Nach bisherigem Stand gingen bis zum Mittag 145 Notrufe in der Landeseinsatzzentrale ein. Bis Mitternacht stieg die Anzahl um weitere 532 Notrufe an. Mit insgesamt 677 Notrufen sprach die Polizei von einem leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahresstand von 735 Notrufen.

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Viele Unfälle unter Alkoholeinfluss im vergangenen Jahr

Bundesweit hat es im vergangenen Jahr an Christi Himmelfahrt so viele Unfälle unter Alkoholeinfluss gegeben wie an keinem anderen Tag des Jahres. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war nach vorläufigen Ergebnissen bei 287 Straßenverkehrsunfällen Alkohol im Spiel. 

2023 registrierte das Bundesamt deutschlandweit 340 Unfälle. Auch im Jahr 2022 hatte es mit 319 Alkoholunfällen am Vatertag eine höhere Zahl gegeben. Bei 204 der 287 Alkoholunfälle am Vatertag 2024 kamen Menschen zu Schaden – ebenfalls der Jahreshöchstwert. Dabei wurden 58 Menschen schwer verletzt, einer starb. 

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Minister ruft dazu auf, den Nahverkehr zu nutzen

Nicht zuletzt deswegen gibt es auch seitens der Politik mahnende Worte. „Wer trinkt, fährt nicht – und wer fährt, trinkt nicht. Wir wollen, dass der Vatertag ein Tag der Freude ist und bleibt – nicht ein Tag der Tragödien“, sagte Thüringens Digitalminister Steffen Schütz. Jeder Unfall unter Alkoholeinfluss sei vermeidbar. Schütz ruft dazu auf, entweder den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, oder sich im Vorfeld einen nüchternen Fahrer zu organisieren. Auch die Polizei appelliert an die Bürger in Thüringen: „Kein Alkohol am Steuer - egal ob mit Auto oder Fahrrad“, heißt es in einem X-Beitrag der Polizei Thüringen am Donnerstagmorgen.

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Rückgang der Notrufe in Thüringen seit 2015

In Thüringen seien die Zahlen der Notrufe zurückgegangen, sagte ein Sprecher der Polizei. Laut der Landespolizeidirektion (LPD) ist die Zahl von 1640 im Jahr 2015 auf 1238 im Jahr 2019 gesunken. Im Jahr 2018 lag sie mit 1219 sogar noch etwas niedriger. Trotz der Einschränkungen durch Corona gingen im ersten Pandemiejahr 2020 insgesamt 1128 Notrufe bei der Polizei ein, im Jahr darauf waren es 1076. Auch die Anzahl der Verkehrsunfälle seien rückläufig. Während es in Thüringen 2015 noch 162 Verkehrsunfälle gegeben habe, seien diese im Jahr 2021 auf 112 zurückgegangen.

Aktuelle Nachrichten aus Thüringen

Kremserunfall am Vatertag: 14 Verletzte in Thüringen

Im vergangenen Jahr hatte es am Vatertag in Thüringen einen schweren Unfall mit einem von einem Traktor gezogenen Kremser-Anhänger gegeben. In Deuna, im Eichsfeld war ein voll besetzter Anhänger, der von einem Traktor gezogen wurde, umgekippt. Bei dem Unfall wurden 14 Menschen verletzt, zwei davon schwer. Zwei Rettungshubschrauber, mehrere Notärzte und Rettungswagen sowie ein Kriseninterventionsteam waren im Einsatz.