Im Thüringer Schiefergebirge entspringt die Werra, die etwa 300 Kilometer nach Nordwesten fließt, bis sie sich mit der Fulda zur Weser vereinigt. Der Fluss, die ihn umgebende Landschaft, sollen nun aufgewertet werden. Das Kooperationsprojekt „Blaues Band trifft Grünes Band“ der Stiftung Naturschutz Thüringen und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung schafft an der Werra eine Verbindung zwischen den beiden überregionalen Biotopverbundsystemen.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Im Wartburgkreis ist das Teilprojekt im Förderprogramm Auen gestartet. Das Bundesamt für Naturschutz unterstützt das Vorhaben mit 2,7 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesumweltministeriums.

Auch interessant

Umweltminister Schneider: Wichtige Symbolik für die Region

Der aus Erfurt stammende Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagt, dass der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen nicht nur ein bedeutender Ort der Erinnerungskultur ist, sondern heute „auch Menschen, Landschaften und einzigartige natürliche Lebensräume miteinander verbindet.“

Und er stellt fest: „Natur überwindet Grenzen, und Naturschutz ist vor allem grenzüberschreitend erfolgreich. Wenn jetzt Grünes und Blaues Band an der Werra miteinander verbunden werden, dann hat das in dieser Region eine ganz besondere Symbolik.“

Mit dem Vorhaben können naturnahe Auen und neue Auengewässer entstehen, seltene Tier- und Pflanzenarten sich ansiedeln. „Das ist wichtig für die Artenvielfalt“ und hilft als Wasserspeicher genauso wie bei Überschwemmungen.

Auch interessant

Stiftung Naturschutz Thüringen kann schon auf Erfolge verweisen

Auf gute Erfahrungen kann Carlotta Schulz verweisen, die die Projektleitung bei der Stiftung Naturschutz Thüringen innehat: „Direkt flussaufwärts unseres jetzigen Projektgebiets in Richtung Frankenroda haben wir bereits Maßnahmen zur Renaturierung der Werraauen umgesetzt. Der Erfolg war verblüffend: Sind geeignete Lebensräume wie kleine Auengewässer, Hochstauden, Auwälder oder Kiesbänke vorhanden, werden sie schnell besiedelt.“

Großteil des Grünen Bandes liegt in Thüringen

763 Kilometer vom Grünen Band verlaufen durch Thüringen. Seit 2018 ist es dort als Nationales Naturmonument ausgewiesen – eine Kette verschiedener Biotope mit mehr als 1200 bedrohten Tier- und Pflanzenarten. 2024 hatte die Bundesregierung mit den Anrainerländern bei der Unesco einen Naturerbeantrag eingereicht, der in den nächsten Jahren noch um die kulturelle Dimension erweitert werden soll.