Nach mehreren Erdbeben im Osten Afghanistans steigt die Zahl der Todesopfer weiter. Wie der Sprecher der regierenden Taliban, Sabihullah Mudschahid, mitteilte, kamen mehr als 1400 Menschen ums Leben, rund 3120 weitere wurden verletzt. Helikopter und Dutzende Rettungsteams seien im Einsatz, um Verletzte aus den Trümmern zu bergen, so ein weiterer Taliban-Sprecher.

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Der afghanische Rote Halbmond spricht von etwa 1120 Toten und rund 3250 Verletzten. Zudem seien mehr als 8000 Häuser zerstört. Die Weltgesundheitsorganisation spricht von 12.000 Menschen, die unmittelbar von dem Erdbeben betroffen seien. Besonders betroffen sind die Provinzen Kunar und Nangarhar.
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte das erste Erdbeben eine Stärke von 6,0. Demnach ereignete es sich in der Nacht zu Montag an der Grenze zu Pakistan in einer Tiefe von acht Kilometern. Es folgten mehrere Nachbeben.
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Wie Behörden in Nangarhar bereits am Montag mitgeteilt hatten, sind Helikopter im Einsatz, um Verwundete aus den betroffenen Gebieten zu fliegen. Ein Video des afghanischen Nachrichtensenders Tolonews zeigt Menschen, die in Trümmern nach Überlebenden suchen. „Alle Häuser wurden zerstört“, schildert ein Augenzeuge gegenüber Tolonews. „Kinder, Frauen und Alte sind unter den Trümmern gefangen.“
Afghanistan: Bundesregierung reagiert auf schweres Beben
„Ich bin in voller Solidarität mit den Menschen in Afghanistan nach dem verheerenden Erdbeben, das das Land heute früh heimgesucht hat“, schrieb UN-Generalsekretär António Guterres auf X.
I stand in full solidarity with the people of Afghanistan after the devastating earthquake that hit the country earlier today.
— António Guterres (@antonioguterres) 1. September 2025
I extend my deepest condolences to the families of the victims and wish a speedy recovery to those injured.
The @UN team in Afghanistan is mobilized…
Nach dem Beben leiteten die Taliban-Behörden und die UNO Rettungseinsätze ein. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums starteten dutzende Rettungsflüge in die Unglücksregion. Es seien auch UN-Teams im Einsatz, „um Nothilfe und lebensrettende Unterstützung zu leisten“, erklärte die UNO.
Auch die Bundesregierung sprach der afghanischen Bevölkerung ihr Mitgefühl aus. „Unsere Gedanken sind bei den Verletzten, denen wir schnelle Genesung wünschen, und den vielen Angehörigen der Opfer, denen wir unser tief empfundenes Beileid aussprechen“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille. Wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts ergänzte, steht die Bundesregierung bereits mit ihren Partnern vor Ort in Kontakt, um sie bei der Katastrophenhilfe zu unterstützen.
Die deutsche Hilfsorganisation Caritas International stellte nach eigenen Angaben Nothilfegelder in Höhe von 80.000 Euro bereit. An den Rettungsaktionen beteiligten sich auch viele freiwillige Helfer. Im Dorf Wadir in Kunar suchten dutzende Menschen in den Trümmern eingestürzter Häuser nach verschütteten Angehörigen. Andere Helfer versuchten, die Zufahrtswege in zerstörte Dörfer freizuräumen.
Afghanistan von mehreren Erdbeben gezeichnet
Immer wieder gibt es schwere Erdbeben in der Region, wo die Arabische, die Indische und die Eurasische Platte aufeinandertreffen. Bei einer Erdbebenserie am 7. Oktober 2023 kamen in Afghanistan nach Angaben der UN mehr als 1.500 Menschen ums Leben - viele weitere wurden verletzt. 2022 starben in dem Land am Hindukusch bei einem Beben nach Taliban-Angaben mehr als 1.000 Menschen.
Angesichts des jahrzehntelangen Konflikts und der oft schlechten Bausubstanz sind viele Häuser in Afghanistan nicht sonderlich stabil. Erdbeben richten daher oft große Schäden an.
dpa/bee







