Zusammenfassung
- Ratiodata eröffnet Standort in Weida, einem hochmodernen Digitalisierungszentrum unterhalb der historischen Osterburg, mit einem Investitionsvolumen von über zwölf Millionen Euro.
- Das neue Hochsicherheitsgebäude erfüllt höchste Sicherheits- und Datenschutzanforderungen und bietet perspektivisch Platz für 180 Mitarbeiter.
- Ratiodata, ein führender IT-Dienstleister mit Hauptsitz in Münster, spezialisiert sich auf Scan- und Dokumenten-Services und bedient Unternehmen mit hohen regulatorischen Anforderungen.
Einen bedeutsamen Tag für die Wirtschaftsentwicklung in Ostthüringen erlebte Weida am Freitag, 19. September: Der IT-Dienstleister Ratiodata eröffnete offiziell seinen elften Standort direkt unterhalb der historischen Osterburg.

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Im Rahmen seiner Landkreis-Tour waren Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) und Landrat Ulli Schäfer (CDU) bei der Einweihung des hochmodernen Digitalisierungszentrums dabei.
Zwölf Millionen Euro Investition im Landkreis Greiz in Ostthüringen

Die Ratiodata mit Hauptsitz in Münster gehört zu den größten Systemhäusern Deutschlands und ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Atruvia AG. Vorstand Klemens Baumgärtel begrüßte die Gäste und die vollständig anwesende Belegschaft, die von Ministerpräsident Voigt persönlich per Handschlag begrüßt wurde.
„Hier, wo zukünftig Bits und Bytes verarbeitet werden, atmet mit der Osterburg auch die Geschichte Weidas“, hob Baumgärtel die Besonderheit des Standortes hervor. Das Unternehmen habe bewusst die symbolträchtige Lage gewählt: „Hier wurde Zukunft gebaut und nicht nur Beton gegossen.“
Auf 21.000 Quadratmetern entstand ein Hochsicherheitsgebäude, das höchsten Sicherheits- und Datenschutzanforderungen genügt. So streng sind die Auflagen, dass selbst Baumgärtel keine Zutrittskarte besitzt. Perspektivisch könnten hier 180 Mitarbeiter beschäftigt werden.
„Weid‘sche Company“ mit Thüringer Wurzeln
Mit einem Augenzwinkern bezeichnete der Vorstand den neuen Standort als „Weid‘sche Company“, gestand aber schmunzelnd ein, dass es ihm noch nicht gelungen sei, die Geraer Mundart zu erlernen. Sein Dank galt den Mitarbeitern, der „Startmannschaft“ und der engen Partnerschaft mit der Region.
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt würdigt Digitalisierungsoffensive

Ministerpräsident Mario Voigt, der seit dem 12. Dezember 2024 das höchste Regierungsamt in Thüringen bekleidet, unterstrich die Bedeutung der Investition: „Hier wurden mehr als zwölf Millionen Euro in Ostthüringen investiert, mehr als zwei Millionen kamen dabei vom Land Thüringen, denn es glaubt an die Geschäftsidee.“
Der Regierungschef betonte die Relevanz der Digitalisierung: „Ich glaube, dass es sich lohnt, zu digitalisieren.“ Nach neun Monaten im Amt habe er erlebt, mit wieviel Papier man es zu tun habe. Nach der Digitalisierung schließe sich die Künstliche Intelligenz an, mit der die Daten zugänglich und auswertbar seien.
Voigt hob hervor, dass Thüringen ein Land sei, „das schnell und beweglich ist, kurze Wege hat und die Digitalisierung als Chance sieht.“ Mit dem Slogan „Schnell, beweglich, erfolgreich“ übergab er symbolisch das Grüne Herz Thüringens an Baumgärtel.
Rekordverdächtige Baugenehmigung im Landkreis Greiz
Landrat Ulli Schäfer betonte das Potenzial des Landkreises Greiz und hob besonders hervor, dass die Baugenehmigung eine der schnellst vergebenen im Kreis war. Bürgermeister Geldner freute sich: „Sie sind in Weida angekommen“ und betonte, dass man als „Weid‘sche“ sehr stolz sei. Die Zusammenarbeit habe gut begonnen und werde so weitergehen.
Vom Leder zur Digitalisierung: Ein Strukturwandel im Landkreis Greiz

Jürgen Kepke, Inhaber der Wirtschaftsfördergesellschaft Ostthüringen, ließ die bewegte Geschichte des Standortes Revue passieren. Mehr als 100 Jahre lang wurde hier Leder produziert, 1000 Menschen waren in dieser Branche beschäftigt. Mit der Wende schrumpfte diese Zahl auf 200 Arbeitsplätze. Auf der Fläche, auf der heute die Ratiodata steht, ragte einst der alte Schornstein als Symbol vergangener Industrie in den Himmel.
Im November 2023 „ging die Sonne auf“, wie Kepke mit Verweis auf das erste Gespräch mit Baumgärtel sagte. Er habe bereits damals gewusst, dass auch am Tag der Einweihung die Sonne strahlen würde. Am 18. April 2024 erfolgte der erste Spatenstich.
Der 70-jährige Wirtschaftsförderer resümierte: „Hier in Weida ist ein kleines Wirtschaftswunder entstanden.“ Mit Investor Michael Niedermaier aus Grafenau und der Baufirma Goldbeck habe man die richtigen Partner gefunden.
Hightech-Scanner mit Rekordgeschwindigkeit in Weida im Kreis Greiz

Ratiodata ist spezialisiert auf Scan- und Dokumenten-Services und digitalisiert Dokumente wie Verträge und Tagespost für Unternehmenskunden. Bei der Führung durch das neue Gebäude demonstrierte Roman Adler den Hochfrequenzscanner von ibml Fusion HD: Das Gerät bewältigt beeindruckende 10.000 Blatt pro Stunde oder 300 Seiten pro Minute.
Die Blätter rasten förmlich vor den Augen der Besucher auf dem Förderband in die Ablage. Dabei liest der Scanner sogar doppelseitig und erkennt gleichzeitig Farbe, Schwarz-Weiß und Graustufen. In zwei Produktionshallen wird gearbeitet, jeweils mit 60 Arbeitsplätzen.
Symbolischer Schlüssel für neue Türen für ein IT-Unternehmen im Kreis Greiz

Geschäftsführer der Goldbeck Ost, Mirko Zenk, übergab das schlüsselfertige Firmengebäude – symbolisch mit einem Schlüssel. Zenk betonte, dass der Schlüssel hier für zwei Aspekte stehe: als Schlüssel zur Verschlüsselung, was für Ratiodata elementar wichtig sei, und als Symbol, um neue Türen aufzuschließen.
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Hintergrund: Die Ratiodata SE ist ein IT-Dienstleister mit Hauptsitz in Münster und beschäftigt rund 1500 Mitarbeiter an elf Standorten bei einem Umsatz von 344,5 Millionen Euro. Das Unternehmen konzentriert sich auf Firmen mit hohen regulatorischen Anforderungen, insbesondere aus der Finanzdienstleistungsbranche. Der neue Standort in Weida soll perspektivisch etwa 180 Arbeitsplätze schaffen.




