Ein Tauchgang im Südpazifik, unweit der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Neukaledonien, sollte für einen Forscher nun zu einem ganz besonderen Erlebnis werden. Hugo Lassauce von der australischen Universität an der Sunshine Coast in Queensland (Australien) untersuchte kürzlich die Population von Leopardenhaien vor der Küste Nouméas, der Hauptstadt Neukalodoniens. Dabei fiel ihm eine ungewöhnliche Gruppierung ins Auge: Zwei Männchen und ein Weibchen, die sich gleichzeitig paarten.

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„Ich sagte meinen Kollegen, dass sie mit dem Boot weiter wegfahren sollen, um mögliche Störungen zu vermeiden. Dann wartete ich an der Wasseroberfläche und schaute auf die beinahe komplett reglosen Haie am Meeresgrund“, erinnerte sich Lassauce in einer Mitteilung der Universität. Er habe über eine Stunde im eiskalten Wasser gewartet. Doch seine Geduld wurde belohnt: „Für beide Männchen war es ganz schnell vorbei. Das erste brauchte 63 Sekunden, das andere 47 Sekunden.“

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Anschließend hätten die beiden Männchen ihre gesamte Energie verloren und wieder am Meeresboden gelegen. Das Weibchen dagegen sei ganz belebt davon geschwommen. Die Aufnahme, die das Institut unter anderem auf YouTube veröffentlichte, gibt wertvolle Einblicke in das Paarungsverhalten der Tiere, die hauptsächlich im Pazifischen Ozean vor den Küsten Afrikas, Indiens und Australiens leben. Bislang konnte dies nun in Gefangenschaft beobachtet werden, jedoch nie in freier Wildbahn.

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Die Auswertung seines Sensationsfundes publizierte Lassauce nun im „Journal of Ethology“. Seine Co-Autorin, die Evolutionsexpertin Christine Dudgeon, zeigte sich in der Mitteilung der Sunshine-Coast-Universität ebenso erfreut über die gewonnenen Erkenntnisse. Jetzt könne Neukaledonien als wichtiges Paarungshabitat der Tiere gelten und weitere Strategien zum Erhalt der Spezies könnten entwickelt werden.

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Die Menage a trois sei „verblüffend und faszinierend“ zugleich, meinte Dudgeon und fügte hinzu, dass es bereits Ideen für weitere Forschungsarbeiten gebe: „Vom Standpunkt der genetischen Diversität aus wollen wir herausfinden, wie viele Väter zu einer von einem Weibchen pro Jahr gelegten Menge an Eiern beitragen können.“