Nach Super-Taifun „Ragasa“ ist in Südostasien bereits ein neuer Sturm im Anmarsch. „Bualoi“, der bisher noch als Tropensturm eingestuft wird, könnte nach Prognosen der philippinischen Wetterbehörde Pagasa am Freitag in der Region Bicol auf Land treffen. Bicol liegt im Süden der philippinischen Hauptinsel Luzon. Auch in anderen Gebieten des südostasiatischen Inselstaates sei mit starken Regenfällen, heftigen Winden und Sturmfluten zu rechnen, teilte die Agentur mit.

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Die Behörden ordneten vorsorgliche Evakuierungen an, Schulen wurden geschlossen und der Schiffsverkehr eingestellt. Der Sturm „Bualoi“, der auf den Philippinen „Opong“ genannt wird, ist bislang mit Böen von bis zum 135 Stundenkilometern unterwegs. 

Das philippinische Institut für Vulkanologie und Seismologie (Phivolcs) warnte als Folge des erwarteten Starkregens vor möglichen Laharen am Vulkan Mayon, der in der Region Bicol liegt und einer der aktivsten Vulkane des Landes ist. Lahare sind gefährliche, fließende Gemische aus Wasser und vulkanischem Material, die wie eine Schlammlawine den Vulkanhang herunterströmen.

Super-Taifun fordert 21 Tote in Taiwan und auf den Philippinen

Super-Taifun „Ragasa“ hat in Asien mindestens 21 Menschen das Leben gekostet. Im Inselstaat Taiwan richtete der Tropensturm schwere Schäden an, mindestens 15 Menschen starben und zahlreiche Menschen wurden bislang verletzt, wie die Behörden mitteilten.

Auf den Philippinen, wo der Monstersturm ebenfalls gewütet hatte, gab es mindestens sechs Tote, nach vier Vermissten wird noch gesucht. Dem Katastrophenschutz zufolge waren in dem Inselstaat mehr als 190.000 Anwohner von „Ragasa“ betroffen. Derweil zieht ein weiterer Sturm auf die Philippinen zu: „Bualoi“ könnte dort am Donnerstag auf Land treffen, wie die staatliche Wetteragentur Pagasa mitteilte. 

Super-Taifun „Ragasa“: Sturm bahn sich Weg nach Südchina

Nach den Philippinen und Taiwan steuerte der Super-Taifun „Ragasa“ auf Südchina zu. Dort brachte „Ragasa“ orkanartige Winden, Starkregen und Überschwemmungen - nun kehrt dort langsam wieder Alltag ein. In der besonders betroffenen Küstenprovinz Guangdong hoben die Behörden Einschränkungen für Baustellenarbeiten und den öffentlichen Nahverkehr in vielen Großstädten wieder auf, wie chinesische Staatsmedien berichteten. Auch der Schulunterricht findet wieder statt. 

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Am Hongkonger Flughafen - einem wichtigen internationalen Drehkreuz - hoben wieder Passagiermaschinen ab, nachdem am Vortag Hunderte Flüge gestrichen worden waren. Nur vereinzelt wurden noch Verbindungen abgesagt.

„Ragasa“ zieht nach Vietnam – Flüge gestrichen

„Ragasa“ ist derweil in abgeschwächter Form unterwegs nach Vietnam, wo der Sturm wahrscheinlich gegen Mittag (Ortszeit) in Mong Cai im Nordosten auf Land treffen wird. Die Behörden befürchteten starke Regenfälle und Erdrutsche. Zahlreiche Flüge in der Region wurden gestrichen oder verschoben. Den Prognosen zufolge könnte sich anschließend Tropensturm „Bualoi“ weiter verstärken und ebenfalls in Richtung Vietnam ziehen.

Sandsäcke in einer Gasse in Hongkong
Der Super-Taifun „Ragasa“ nimmt Kurs auf die südchinesische Küste. China und Hongkong bereiten sich vor.© AFP | TOMMY WANG

Super-Taifune gehören zu den stärksten tropischen Wirbelstürmen weltweit. Im Nordwestpazifik spricht man ab Mittelwinden von 240 Kilometern pro Stunde von einem Super-Taifun. Zwischen Juli und Oktober treffen die Stürme regelmäßig auf Staaten in der Region. Allein die Philippinen werden jedes Jahr von durchschnittlich etwa 20 Taifunen heimgesucht. Experten warnen, dass der Klimawandel ihre Intensität verstärkt: Tropenstürme entstehen näher an den Küsten, gewinnen schneller an Stärke und bleiben länger über Land.

dpa/kath/lth