Christian B. führt das Leben eines Getriebenen. Seitdem der Verdächtige im Fall Madeleine McCann Ende September aus der Justizvollzugsanstalt im niedersächsischen Sehnde entlassen wurde, kann er sich nirgends niederlassen. Inzwischen sei B. obdachlos und lebe in Kiel in einem Zelt berichtet der „Spiegel“.

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B. hatte sieben Jahre im Gefängnis verbracht, weil er in Portugal eine 72-jährige Amerikanerin in ihrer Wohnung überfallen und vergewaltigt hatte. Am 17. September kam er frei und wird seitdem rund um die Uhr durch eine elektronische Fußfessel und auch durch Polizisten überwacht. Deutschland verlassen darf er nicht.

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Boulevardjournalisten verfolgen Christian B.

Doch nicht nur von Polizisten wird B. rund um die Uhr bewacht, sondern auch von Boulevardjournalisten, die bereits kurz nach seiner Entlassung ein erstes Foto von B. auf einer Autobahnraststätte aufnehmen konnten.

B. reiste nach seiner Entlassung mit einem seiner Anwälte zunächst nach Neumünster, wo er laut „Spiegel“ von der Stadt in einer kleinen Wohnung untergebracht worden sei, Bürgergeld beantragt habe und ein Handy gekauft haben soll. Doch durch Überwachungskameraaufnahmen wurde schnell bekannt, dass der verurteilte Vergewaltiger in der Stadt war und wo er wohnt. Anwohner beschweren sich und organisieren Proteste – schließlich lässt B. nach neun Tagen die Polizei rufen und sich von den Beamten wegeskortieren.

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B. will Staatsanwaltschaft aufsuchen die gegen ihn ermittelt – und wird abgewiesen

Am nächsten Tag dann der Coup: B. fuhr mit dem Zug nach Braunschweig, wo er in Begleitung eines britischen Journalisten die Staatsanwaltschaft Braunschweig aufsuchte – aber nicht zu deren Sprecher vorgelassen wurde. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen B. – er wird beschuldigt, für die Entführung und mutmaßliche Tötung der dreijährigen Madeleine McCann im Jahr 2007 verantwortlich zu sein. Für eine Anklage gibt es allerdings zu wenig Anhaltspunkte. B. bestreitet die Vorwürfe.

B. fuhr laut „Spiegel“ nach seinem Kurzbesuch in Braunschweig zurück in den Norden zu seinen Anwälten in Kiel. Die brachten ihn in einem Hotel unter – doch auch dort konnte er nur wenige Nächte bleiben. Anwohner beschwerten sich. In einem anderen Hotel konnte er noch zwei Nächste übernachten, dann flog er auch dort raus. Nun lebt B. in einem Zelt in einer Grünanlage in Kiel, wo er von unbekannten Helfern mit Lebensmitteln versorgt wird – rund um die Uhr überwacht von der Polizei.

jst/FMG