Die Menschen in Thüringen sind offenbar wesentlich zufriedener mit ihrem Leben als noch in den vergangenen Jahren. Im Länderranking des neuen „Glücksatlas“, den die Universität Freiburg in Zusammenarbeit mit der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL) erstellt hat, landet Thüringen auf Platz 6. Auf einer Skala zwischen 0 und 10 bewerteten die Befragten in Thüringen demnach ihre Zufriedenheit im Schnitt mit 7,12 Punkten, womit der Freistaat einen neuen Rekordwert erreicht und seine Einwohner die zufriedensten in Ostdeutschland sind.

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Laut den Verfassern der Studie sei Thüringen damit der „Glücksgewinner 2025“. Die Lebenszufriedenheit im Freistaat sei im Vergleich zum Vorjahr um 0,22 Punkte gestiegen und erreiche mit 7,12 Punkten erstmals wieder das hohe Vor-Corona-Niveau der Jahre 2018 (7,03) und 2019 (7,09).

Glücksatlas: Zufriedenheit in Städten größer als auf dem Land

Manche Bevölkerungsgruppen seien im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit (2015–2019) glücklicher, andere unglücklicher geworden. So hätten Jugendliche und junge Erwachsene deutlich hinzugewonnen (+0,54 Punkte), ebenso Paarhaushalte (+0,45) und Familien (+0,27). Verloren hätten laut der Studie hingegen Senioren (–0,19) und Niedrigeinkommensbezieher (–0,14). Besonders auffällig sei, dass die Stadt-Land-Unterschiede in Thüringen immer weiter zunehmen. Im Mittel der Jahre 2015 bis 2019 waren die Städter um 0,18 Punkte zufriedener als die Landbewohner. Im Zeitraum 2022 bis 2025 sind die Städter (im Wesentlichen aus Erfurt, Gera, Jena und Ilmenau) schon um 0,31 Punkte glücklicher.

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Die Thüringer seien besonders mit ihrer beruflichen Situation zufrieden. Ein überdurchschnittlich großer Anteil arbeitet in kleinen und mittleren Betrieben, in denen der Stress geringer, der kollegiale Zusammenhalt größer und das Wohlbefinden höher sei. In anderen Bundesländern ist der Anteil der Beschäftigten in Großunternehmen höher (so z. B. in Bremen oder dem Saarland). Die Arbeitslosenquote, die früher in Thüringen noch erheblich höher war, liegt mit 6,2 Prozent heute im Bundesländervergleich im Mittelfeld. In Sachsen-Anhalt (7,7%) oder Mecklenburg-Vorpommern (7,9%) sind mehr Menschen arbeitslos.

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Eine „unterdurchschnittliche Zufriedenheit“ gebe es dabei in den übrigen Lebensbereichen Familie, Freizeit und Einkommen. Besonders niedrig falle dabei mit 6,25 Punkten die Zufriedenheit mit dem Einkommen aus. Das überrascht kaum, denn trotz einer vergleichsweise hohen Wohneigentumsquote zählen die verfügbaren Einkommen in Thüringen bundesweit zu den zweitniedrigsten. 

Menschen in Mecklenburg-Vorpommern am unzufriedensten

Laut dem Glücksatlas seien übrigens die Hamburger am zufriedensten mit ihren Lebensumständen. Die Hanseaten führen damit erneut das Länderranking mit 7,33 Punkten an. Auf den vorderen Plätzen folgten Bayern (7,21), Rheinland-Pfalz (7,21), Nordrhein-Westfalen (7,19) und Schleswig-Holstein (7,12). Schlusslicht im Ranking der Lebenszufriedenheit ist Mecklenburg-Vorpommern mit 6,06 Punkten.

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Für die Umfrage wurden von Juli 2024 bis Juni 2025 insgesamt 13.905 Menschen im Alter ab 16 Jahren durch das Institut für Demoskopie Allensbach zur allgemeinen Lebenszufriedenheit befragt. Zu den Lebensbereichen Arbeit, Einkommen, Familie und Freizeit wurden durch das Markt- und Sozialforschungsinstitut Ipsos im Juni 2025 insgesamt 5.148 Bürger im Alter ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind nach Angaben der Institute für diese Bevölkerungsgruppen repräsentativ.