Am Ende war sie „völlig geplättet“ – so beschreibt Gruppenleiterin Daniela Kraus ihre Eindrücke nach dem Projekt „Stimme(n) der Jugend“ in der Music Hall Altenburg. „Ich konnte es nicht fassen. Ich habe wirklich gedacht, Chancengleichheit wird gelebt. Aber ich hätte nicht mit so viel Kritik, aber auch ebenso vielen Ideen und konkreten Wünschen gerechnet.“

Abwanderung stoppen: Perspektiven für junge Generation

Rund 50 junge Erwachsene im Alter von 16 bis 35 Jahren folgten am Dienstagnachmittag der Einladung zum Projekt, das von der Deutschen Gesellschaft in Kooperation mit dem Bundesinnenministerium initiiert und von OTZ-Chefredakteur Nils Kawig moderiert wurde. Unter den Schlagworten „Klimaschutz, Arbeitsmarkt sowie Bildung und Chancengleichheit“ tauschten sie sich in zwei von drei moderierten Gesprächsrunden („World-Cafés“) aus. Das Ziel: herauszufinden, welche Herausforderungen und Perspektiven die junge Generation im Altenburger Land bewegt.

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Hintergrund ist die Abwanderung junger Menschen in Großstädten und die damit einhergehende Schwächung strukturschwacher Landkreise wie Altenburg. Aus diesem Grund geht es um die Fragen, die die jungen Menschen im Altenburger Land direkt betreffen: Was erwarten junge Menschen in ihrem Landkreis? Was müsste sich ihrer Meinung nach ändern? Und was können sie tun, um ihre Ideen in den öffentlichen Debatten einzubringen?  

Altenburg stark von Klimaschäden betroffen

Ein Projekt, das bei vielen Jüngeren offenbar Anklang findet. „Viele sind heute aus der Pflege oder den Ausbildungsberufen hier“, sagt der 19-jährige Flavio Kleinwächter. Die 20-jährige Heilerziehungspflegerin Sophie Hille stellt dabei die zentrale Frage zum Thema Bildungsgerechtigkeit: „Ist es elternabhängig oder habe ich wirklich die freie Bildungschance?“ Eine junge Pädagogin schlägt einen anderen Ton an. Sie beklagt nicht nur die schwindenden Kinderzahlen, sondern auch die fehlende Wertschätzung gegenüber jungen Menschen. Ein Rattenschwanz, sagt sie: „Wenn es in den Kitas stinkt, stinkt es auch in den Schulen und Berufsschulen.“

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Welch wichtige Rolle der Klimaschutz für die Zukunft Altenburgs spielt, verdeutlicht André Wüste, Klimaschutzbeauftragter der Stadt Altenburg und Gruppenleiter. Ihm zufolge ist Altenburg die zweitstärkste von Klimaschäden betroffene Stadt Thüringens. „Wenn wir uns die Statistik der Versicherungsschäden anschauen, liegt Altenburg auf Platz zwei, direkt hinter Gera.“

Aus diesem Grund gebe es das Klimaschutzkonzept der Stadt Altenburg. Dieses enthalte einen Katalog von knapp 40 Maßnahmen, die vom Stadtrat bereits beschlossen wurden und laut Wüste in den nächsten 10 bis 15 Jahren nach und nach umgesetzt werden sollen.