Die Zerstörung des brasilianischen Amazonaswaldes ist deutlich zurückgegangen. Nach Daten des staatlichen Klimainstituts Inpe wurden zwischen August 2024 und Juli 2025 rund 5.796 Quadratkilometer Wald gerodet – elf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit erreicht die Abholzung den niedrigsten Stand seit 2014. Grundlage der Berechnungen sind Satellitenbilder, die regelmäßig zur Überwachung des Regenwaldes ausgewertet werden.
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Die neuen Zahlen kommen für Präsident Luiz Inácio Lula da Silva zur rechten Zeit. Vom 10. bis 21. November richtet Brasilien die UN-Klimakonferenz COP30 in der Amazonasmetropole Belém aus. Lula will dort zeigen, dass sein Land beim Schutz des global wichtigen Ökosystems wieder eine Führungsrolle einnimmt. Seit seinem Amtsantritt Anfang 2023 hatte er versprochen, den Kahlschlag zu stoppen und staatliche Kontrollen auszuweiten. Sein Ziel: Bis 2030 soll die illegale Abholzung vollständig beendet werden.
Jeder Hektar weniger Rodung wirkt sich direkt auf die Klimabilanz aus
Ein Blick in die Vergangenheit verdeutlicht, wie stark die Entwicklung schwankte. Als Lula 2003 erstmals Präsident wurde, lag die jährliche Abholzungsrate bei über 20.000 Quadratkilometern. Unter seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff erreichte sie 2012 mit 4.571 Quadratkilometern den bisherigen Tiefstwert. Während der Amtszeit des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro (2019–2022) stiegen die Rodungen jedoch sprunghaft an – 2021 auf mehr als 13.000 Quadratkilometer.
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Trotz der aktuellen Fortschritte ist Brasiliens Klimapolitik umstritten. Die Regierung hatte kürzlich genehmigt, vor der Küste Amazoniens nach Öl und Gas bohren zu lassen. Der Schritt löste Kritik von Umweltorganisationen aus und sorgte auch innerhalb der Regierung für Spannungen. Umweltministerin Marina Silva plädiert für den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und den Verzicht auf fossile Projekte.
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Brasilien zählt weltweit zu den größten Verursachern von Treibhausgasen, allerdings nicht durch Industrie oder Verkehr, sondern vor allem durch die Abholzung seiner Wälder. Rund die Hälfte der Emissionen entsteht durch Brandrodung und Landnutzung, insbesondere für Viehzucht und Sojaanbau. Jeder Hektar weniger Rodung wirkt sich daher direkt auf die nationale Klimabilanz aus.
ef/AFP




