Rucksäcke und Kleidung liegen am Sonntagmorgen verstreut auf dem Boden vor dem Bahnhof in der englischen Stadt Huntingdon. Forensiker untersuchen jedes noch so kleine Detail, umrandet von dem typisch blau-weißen Absperrband. Ein Zug, der am Sonntag auf den Gleisen des Bahnhofs stand, wurde nahe der kleinen Stadt in der Grafschaft Cambridgeshire erst am Abend zuvor Schauplatz einer brutalen Messer-Attacke.

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Der Zug war auf dem Weg von Doncaster nach London, als ein Angreifer offenbar begann, wahllos Passagiere niederzustechen. Elf Menschen wurden ins Krankenhaus eingeliefert, zwei von ihnen waren am Sonntagnachmittag noch immer in Lebensgefahr. Der Vorfall ereignete sich kurz nachdem der Zug den Ort Peterborough verlassen hatte, die ersten Notrufe gingen gegen 19.40 Uhr bei der Polizei ein. Die Polizei verhaftete zwei Tatverdächtige, beide Briten, am Bahnhof von Huntingdon. Über die Hintergründe der Tat war am Sonntag noch nichts bekannt, die Polizei geht jedoch nicht von Terrorismus aus. Am Sonntagabend wurde bekannt, dass einer der beiden Festgenommen wieder entlassen wurde. Ein 32-jähriger Brite aus Peterborough blieb jedoch in Haft und gilt nun als einziger Verdächtiger.

Angriffe in Zug nach London: Verletzte Passagiere kämpfen um ihr Überleben

Laut Augenzeugen seien Passagiere plötzlich durch die Waggons gerannt und hätten geschrien: „Er hat ein Messer!“ Manche dachten erst, es handle sich um einen geschmacklose Halloween-Scherz. Eine junge Frau sagte gegenüber der BBC, dass ein Mann, der schwer am Arm blutete, durch den Waggon gerannt sei und geschrien habe, er sei mit einem Messer verletzt worden. Jemand im hinteren Teil des Zugs steche wahllos auf die Fahrgäste ein, sagten die fliehenden Fahrgäste.

Panisch versuchten die Passagiere, sich im vorderen Teil des Zugs in Sicherheit zu bringen. Ein schwer verletzter Mann sei im Gang zusammengebrochen, andere Passagiere hätten versucht, seine Wunden mit Pullovern abzudecken. Jemand habe sich vor ein Mädchen gestellt, um es vor einem der Angreifer zu schützen; er habe dabei eine Schnittwunde am Hals erlitten.

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Der Zugführer legte einen Notfallstopp am Bahnhof in Huntingdon ein, einem kleinen Ort in der Grafschaft Cambridgeshire. Während die Fahrgäste, viele von ihnen verletzt, auf den Bahnsteig rannten, bestieg die Polizei den Zug und verhaftete zwei Tatverdächtige. Berichten zufolge hielt einer der mutmaßlichen Angreifer ein langes Messer in der Hand, als ihn die Polizei mit einem Taser außer Gefecht setzte. Der Polizeieinsatz erfolgte rund acht Minuten nach dem ersten Notruf, wie die British Transport Police (BTP) am Sonntag in einer Pressekonferenz mitteilte.  

Zweite Messerattacke in Großbritannien innerhalb eines Monats

Über die Hintergründe und Motive für die blutige Tat gibt es derzeit noch keine Informationen. „Zu diesem frühen Zeitpunkt wäre es nicht angemessen, über die Ursachen dieses Zwischenfalls zu spekulieren“, sagte John Loveless von der Transportpolizei. Es gebe jedoch keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.

Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Attacke als „zutiefst beunruhigend“. Auch König Charles zeigte sich betroffen. Transportministerin Heidi Alexander kündigte am Sonntag an, dass man auf dem gesamten Bahnnetz eine erhöhte Polizeipräsenz sehen werde.

Es ist die zweite Messerattacke in Großbritannien innerhalb eines Monats, die international Schlagzeilen macht. Am 2. Oktober hatte ein Angreifer in einer antisemitischen Terrorattacke Menschen vor einer Synagoge in Manchester niedergestochen. Zwei Menschen starben.

mit dpa