Es war eines der schwersten Lawinenunglücke Südtirols: Der Lawinenabgang, der am Samstag fünf deutsche Bergsteiger an der Vertainspitze oberhalb der Berggemeinde Sulden in den Tod riss, hat große Betroffenheit ausgelöst. Nach und nach geraten weitere Details über die Opfer an die Öffentlichkeit.

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Sieben Bergsteiger wurden am Samstag beim Aufstieg in den Ortler-Alpen über die Nordwand von einer Lawine erfasst. Zwei deutsche Alpinisten im Alter von 50 Jahren, hatten überlebt und die Bergrettung alarmiert. Die fünf Todesopfer stammen nach Angaben der italienischen Behörden allesamt aus Bayern. Unter den Opfern ist demnach ein 58-Jähriger aus dem bayerischen Buchenberg und sein 21-jähriger Sohn sowie dessen gleichaltrige Freundin aus Lechbruck. Sie waren sofort tot, heißt es, und wurden im Schwebeflug geborgen und ins Tal geflogen. Bei den Leichen, die bereits am Sonntag geborgen worden waren, handelt es sich um einen 46-jährigen Münchner und dessen 17-jährige Tochter.
Deutsche Bergsteiger in Südtirol gestorben: Bergführer teilen Vermutung
Wie die Südtiroler Tageszeitung „Dolomiten“ berichtete, waren am Samstag insgesamt drei Seilschaften aufgebrochen, um die über 3.500 hohe Vertainspitze zu erreichen. Eine Vierergruppe war bereits am Freitag zur Düsseldorfer Hütte aufgestiegen und hatte dort übernachtet, um am Samstag die Nordwand der Vertainspitze in Angriff zu nehmen. Laut Bergführern waren die Wetterbedingungen für eine solche Tour relativ gut, wenn auch nicht ideal. Die bayerischen Bergsportler waren jedenfalls gut ausgerüstet, wie die Einsatzkräfte später bestätigten.

Es war kurz vor 16 Uhr, als das Drama seinen Lauf nahm. Etwa 100 Meter unter dem Gipfel, auf rund 3.400 Metern Höhe, löste sich plötzlich ein Schneebrett und riss fünf von ihnen mit sich. Die Bergwacht vermutet, dass die Lawine von der am höchsten gelegenen Seilschaft – der des Vaters und seiner Tochter – ausgelöst wurde.
Suche gestaltete sich schwierig: „Wetter war größte Herausforderung“
Sofort wurde die Suche nach den Vermissten aufgenommen. Mehr als 30 Mitglieder der Bergrettung, eine Hundestaffel und die Teams zweier Notarzthubschrauber rückten aus. Aus der Luft wurde schließlich ein regungsloser Körper auf ca. 3.100 Höhenmetern entdeckt, und bald darauf wurden auch die anderen beiden Mitglieder der Dreierseilschaft gesichtet und geborgen. Die zwei deutschen Bergsteiger, die das Unglück überlebten und Alarm geschlagen hatten, wurden mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Bozen gebracht. Lebensgefahr besteht für sie nicht, heißt es.
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Die Suche nach den weiteren beiden Vermissten der Vierergruppe – Vater und Tochter – wurde bis zum Einbruch der Dunkelheit aus der Luft fortgesetzt. Am Sonntagfrüh wurden dann die Leichen lokalisiert. Die leblosen Körper lagen in einer Gletscherspalte und waren unter Schnee begraben. Die Bergung aus der Gletscherspalte war schwierig. „Das Wetter war die größte Herausforderung“, so Olaf Reinstadler, Chef der Bergrettung Sulden, gegenüber unserer Redaktion.
Experte verwundert: „Ich verstehe es nicht“
Ansonsten seien solche Einsätze gut zu schaffen, da die Bergrettungen gut zusammenarbeiteten. Wegen dichten Nebels trugen die Bergretter die zwei Toten ein gutes Stück talwärts, ehe es zur Mittagszeit kurz aufklarte und die Leichen vom Rettungshubschrauber Pelikan 3 geborgen werden konnten. Sie befinden sich in der Kapelle des Krankenhauses von Schlanders. Die Staatsanwaltschaft, die im Fall eingeschaltet wurde, muss die Genehmigung für die Rückführung der Leichen nach Deutschland geben.
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Warum die Gruppen so spät am Samstagnachmittag noch aufstiegen, ist bislang unklar. „Ich verstehe das auch nicht. Wenn man um diese Jahreszeit so spät noch beim Aufstieg ist, wird es sehr schwierig. Der Abstieg hätte dann bis in die Nacht gedauert“, sagte Reinstadler. Die Bergsteiger waren bereits am Morgen aufgebrochen, Skier hatten sie nach Auskunft der Einsatzkräfte keine dabei. Der Aufstieg zur Vertainspitze im Ortler-Gebirge gilt als lang und anspruchsvoll, aber technisch nicht besonders schwierig. Am Unglückstag herrschten in den Bergen dichte Wolken, die Lawine löste sich kurz vor Einbruch der Dämmerung.






