- Die erst kürzlich fertiggestellte Hongqi-Brücke in Sichuan ist am Dienstag teilweise eingestürzt
- Videos in sozialen Netzwerken zeigen das abrupte Versagen der Pfeiler
- Experten untersuchen nun, wie die gerade gebaute 750-Meter-Brücke so schnell zur Gefahr werden konnte
Teile einer Brücke in der südwestchinesischen Provinz Sichuan sind am Dienstag eingestürzt. Ein Abschnitt der über 750 Meter langen Hongqi-Autobahnbrücke („Rote Fahne“) ist an einem der beiden Flussufer eingestürzt, wie die Behörden der Stadt Barkam in der chinesischen Provinz Sichuan mitteilten. Bei dem Vorfall am Dienstagnachmittag (Ortszeit) wurde niemand verletzt, da die Brücke zum Zeitpunkt des Einsturzes bereits für den Verkehr gesperrt war.

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In Chinas sozialen Medien, im chinesischen Staatsfernsehen und auch auf der Plattform X waren Aufnahmen zu sehen, wie Pfeiler in Ufernähe nachgaben und ein Teil der Brücke abriss. Anschließend stieg eine dichte Staubwolke auf.
The Hongqi Bridge in Shuangjiangkou, Sichuan Province, China, partially collapsed today. Authorities believe that cracks in the nearby mountainside — likely caused by water accumulation from a nearby reservoir — played a major role in the incident. pic.twitter.com/v1bdbj5KLJ
— Weather Monitor (@WeatherMonitors) 11. November 2025
Hongqi-Autobahnbrücke in China eingestürzt: Risse in Fahrbahn führen zur Brückensperrung
Wie die Behörden weiter erklärten, hatte sich der Berghang nahe der Brücke vor dem Unglück bereits verformt. Bei einer Kontrolle am Montag seien dann Risse in der Fahrbahn entdeckt worden. In der Folge wurde die Brücke auf dem Abschnitt der Autobahn 317 zunächst auf unbestimmte Zeit gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet. In dem Video ist zu sehen, wie sich Teile eines Hangs lösen und auf die Brücke stürzen, bevor diese einbricht.
Die Hongqi-Brücke liegt unweit des im Bau befindlichen Wasserkraftwerks Shuangjiangkou im autonomen Bezirk Ngawa der Tibeter und Qiang. Das 172 Meter hohe Bauwerk überspannt den dort durchlaufenden Dadu-Fluss. Nach Angaben der Baufirma Sichuan Road & Bridge Group (SRBG) wurde erst im Januar dieses Jahres die Lücke in der Brückenmitte geschlossen und damit der Bau fertigstellt. Weitere Ermittlungen zum Brückeneinsturz laufen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.
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Ermittlungen gegen Baufirma: Tote, Vertuschung und Disziplinarstrafen nach Sturzflut
Das staatliche Bauunternehmen Sichuan Road & Bridge Group (SRBG), das seit 1988 besteht, stand bereits mehrfach im Fokus negativer Schlagzeilen. Im Februar 2024 leitete die Provinzregierung von Sichuan eine offizielle Untersuchung gegen den Konzern ein. Anlass war eine Sturzflut im August 2023 im Kreis Jinyang, bei der ein von SRBG betriebenes Arbeiterwohnheim überflutet wurde – dabei kamen sechs Menschen ums Leben, 46 weitere galten als vermisst.
Laut Untersuchungsbericht hatte SRBG während der Regenzeit illegal Flussuferflächen für die Unterbringung von Arbeitern genutzt und die Evakuierung versäumt. Zudem sollen Verantwortliche die Zahl der Vermissten zunächst manipuliert haben. Zwölf Beschäftigte wurden wegen Falschberichterstattung und Fahrlässigkeit strafrechtlich belangt, über 120 Parteifunktionäre und Beamte erhielten Disziplinarstrafen.
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Geologische Instabilität gefährdet Brücken in China
China hat in den vergangenen Jahren enorme Summen in den Ausbau von Straßen, Brücken und Bahnstrecken investiert – insbesondere in den gebirgigen Regionen des Landes. Dadurch steigen auch die technischen Herausforderungen bei Planung und Bau deutlich an.
Die genaue Ursache für den Einsturz der Hongqi-Brücke ist zwar noch offen, doch erste Analysen deuten laut „Ingenieur“ auf geologisch bedingte Instabilität hin: Durch Hangverformung, Rutschungen und die Auflockerung des Bodens verlieren Brückenwiderlager ihre Stabilität. Am Ende hat die Brücke einfach keinen sicheren Halt mehr – und stürzt ein.
In China kommt es immer wieder zu Bauunglücken, insbesondere bei großen Projekten. Erst im August 2025 stürzte ein Teil der Jianzha-Brücke in der Provinz Qinghai ein, nachdem ein Stahlseil gerissen war. Der Vorfall kostete zwölf Menschen das Leben, mehrere wurden verletzt.
dpa/lro/jcst/pau






