Noch ist Spätherbst. Doch in den Bergen Tirols hat die Skisaison bereits begonnen. Die drei Skigebiete Sölden, Pitztaler Gletscher und Hintertuxer Gletscher waren die ersten. Im Rest Tirols und Vorarlbergs herrscht ab Ende November Vollbetrieb. Ebenso steht es um die Gebiete in der Schweiz. Doch himmelhochjauchzend ist die Stimmung nicht bei den Liftbetreibern und Gastwirten in den Wintersportgebieten Österreichs.

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Bisher war es unten kalt und nebelig, dafür aber oben auf den Bergen warm und sonnig – jetzt aber dreht es sich um. Und wenn es sich umdreht, dann beginnt das ausgiebige Prognostizieren, Bangen und Hoffen rund um die Frage: Wie wird sie denn werden, die Saison in Österreich?

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Touristen aus Deutschland kommen in Scharen

Die Österreich Werbung, die nationalen Tourismus-Marketing-Organisation, allerdings wischt alle Zweifel vom Tisch. Nach ihrer Prognose wird es eine saftige Saison: 16,5 Millionen Menschen aus aller Welt planen demnach in der Wintersaison 2025/26 einen Urlaub in Österreich. Die allermeisten Touristen wollen in die Skigebiete. Denn, so Astrid Steharnig-Staudinger, Geschäftsführerin der Österreich Werbung, in einer Mitteilung: In Sachen Wintersport-Tourismus sei Österreich die „Top Adresse Europas“. Vor allem aus Deutschland, die Schweiz, Tschechien und Großbritannien kämen die Touristen in Scharen.

Doch damit nicht genug: Weiterer Zuwachs wird von Gästen aus Übersee erwartet. Denn: Seit der vergangenen Saison sind mehrere österreichische Skigebiete in internationale Skipässe integriert. Und die sind vor allem bei Gästen aus den USA beliebt. Auch mit einem Anstieg an Gästen aus China wird gerechnet.

Alles also in Butter? Susanne Kraus-Winkler, Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, spricht gegenüber Medien allerdings von „wirtschaftlichen Herausforderungen“ sowie auch „hinderlichen Rahmenbedingungen“ und „volatilen Marktumständen“.

Skifahren in Österreich: So stark sind die Preise angestiegen

Laut Österreich Werbung zeigen die Gäste eine „solide Ausgabebereitschaft“. Nur zwölf Prozent planten demnach, ihre Urlaubsbudgets zu reduzieren. Eine solche Bereitschaft der Gäste braucht es auch. Skifahren ist ein teures Vergnügen. Und da gilt generell: Je mehr Pistenkilometer geboten werden, desto mehr kostet der Spaß. Das Preisniveau liegt zwar noch etwas unter dem der Schweiz. Aber in Tirol sowie Vorarlberg steigen die Preise in dieser Saison für Tagestickets durchweg um bis zu fünf Prozent. Einige Gebiete überschreiten dabei auch die 80-Euro-Marke für den Preis einer Tageskarte.

Das liegt nicht zuletzt auch an der im europäischen Vergleich hohen Teuerung in Österreich. Die lag im Oktober laut jüngsten Zahlen erneut bei vier Prozent – in der Eurozone waren es 2,1 Prozent. Einer der großen Preistreiber in Österreich: Energiepreise. Lift- und Beschneiungsanlagen sind Energiefresser. Hohe Energiepreise schlagen sich also direkt auf den Preis der Skipässe nieder.

Après-Ski auf der Oberkaseralm, Skigebiet Kitzbühel
Beim Après-Ski gelten in manchen Ski-Gebieten in dieser Saison strengere Regeln.© picture alliance / imageBROKER | Hans-Werner Rodrian


Zur Folge hatte das auch eine lokalpolitische Posse – denn Skifahren ist im Alpenland weit mehr als „in engen Plastikschuhen stehend, auf zwei Brettern einen Hang runterrutschen“. Viele Gebiete wollten folglich auch in dieser Saison Einheimischen-Tarife anbieten – also günstigere Liftkarten für Menschen aus der Region.

Teure Skipässe: Extratarife für Einheimische sorgen für Ärger

Eine unterschiedliche Preisgestaltung für Gäste und Einheimische ist laut EU-Recht aber verboten. Während einige Regionen also ganz einfach günstigere Saisontickets im Vorverkauf anbieten, hat die Debatte um Einheimischentarife auch skurrile Ideen laut werden lassen: Etwa die von Franz Hörl, dem Obmann des Fachverbandes der Seilbahnwirtschaft in der Wirtschaftskammer. Hörl warf die Idee ein, Ermäßigungen an Lieferverträge eines Stromanbieters zu binden. Wer einen solchen Liefervertrag vorlegen könne, erhalte die Ermäßigung. Rechtsexperten sehen das als nicht haltbar.

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Aber auch für die ausländischen Gäste ist Skifahren mehr als kalte Füße, Bretter und Schnee. Skifahren ist auch Schnaps, Bier und Zuckerwasser (heiß oder kalt) mit Alkohol. Eine Promillegrenze gilt auf den Pisten Österreichs und der Schweiz nicht. Aber beim Après-Ski gibt es Änderungen in diesem Jahr. Sölden hat ein Alkoholverbot für öffentliche Plätze, Straßen und den Ortskern eingeführt. Bereits in der letzten Skisaison hatte es Versuche gegeben, mit verstärkten Lärmkontrollen und Appellen an die Vernunft ausufernden Gelagen entgegenzuwirken – mit sehr geringem Erfolg.

Skigebiete verhängen Alkohol- und Skischuh-Verbot


In den nun geschaffenen Zonen in Sölden ist der Konsum von Alkohol sowie das Mitführen offener Flaschen oder Becher im Freien untersagt. Ausgenommen sind Biergärten und öffentliche Veranstaltungen. Verstöße sollen mit Strafen von bis zu 2000 Euro geahndet werden. Abdrehen wolle man das Après-Ski nicht, man wolle aber auch nicht, dass es ausarte, heißt es seitens der Gemeinde Sölden. Es sei vorgekommen, dass Gäste mit Biergläsern auf der Straße Fußball spielten, so Vizebürgermeister Maximilian Riml gegenüber österreichischen Medien. Zur Veranschaulichung: Sölden hat 3000 Einwohner und verzeichnet pro Saison um die 2,6 Millionen Übernachtungen.

Dabei ist Sölden keineswegs das erste Skigebiet, das entsprechende Maßnahmen einführt, um Après-Ski-Exzesse in Bahnen zu lenken: In St. Anton am Arlberg ist Alkoholkonsum seit 2007 in bestimmten Bereichen des Ortes verboten. Ähnliche Regelungen gibt es auch in Fiss. In Ischgl ist man sogar noch weiter gegangen. Da gilt wegen der Lärmbelästigung durch das laute Gestampfe zwischen 20 Uhr und sechs Uhr morgens ein Skischuh-Verbot. Die Strafe bei Verstoß: 2000 Euro. Auch hierbei sind Strafen fällig: Wer sich in der Öffentlichkeit erleichtert, muss in Ischgl 40 Euro zahlen, sich öffentlich zu übergeben, kostet 50 Euro. Geld, das in den Ski-Pass dann doch besser investiert zu sein scheint.