- Am Naturpool von Los Gigantes wurden Badegäste von plötzlich hohen Wellen erfasst.
- Die Badestelle war wegen Warnungen vor starkem Seegang abgesperrt, wurde aber dennoch von Touristen betreten.
- Mindestens vier Menschen starben, eine Person wird vermisst, zudem gab es mehrere Verletzte – darunter eine Frau mit schweren Kopfverletzungen.
„Als die Wellen kamen, sind alle nur noch um ihr Leben gerannt“ – so beschreibt eine Urlauberin die Sekunden vor dem Unglück an der beliebten Naturbadestelle an der Westküste der spanischen Ferieninsel Teneriffa. „Die Wellen wurden plötzlich viel größer“, erzählt ein anderer Augenzeuge. „Ich sah, dass wir dort ganz schnell weg mussten. Wir hatten Todesangst“. Andere Badegäste, die das Unglück überlebten, berichteten: „Wir klammerten uns an die Felsen.”
Blauer Himmel, angenehme Temperaturen um die 25 Grad: Das sommerliche Wetter hatte am Sonntagnachmittag viele Menschen zum berühmten Naturpool unterhalb der Klippenküste Los Gigantes gelockt. Die Behörden hatten zwar vor gefährlich hohen Wellen an der Küste gewarnt, die Badestelle war sogar von der Polizei mit Signalbändern abgesperrt worden. Aber auch dies konnte die Touristen nicht abschrecken, die zum Baden gekommen waren und Urlaubsfotos von der Traumbucht schießen wollten.
Teneriffa: Die beliebte Badestelle wurde in Sekunden zur Todesfalle
Doch in Sekunden wurde die von Felsen eingerahmte Badestelle zur Todesfalle: Plötzlich rollten mehrere Riesenwellen in den Naturpool und rissen die Badenden und auch Menschen am Ufer mit. Nach vorläufigen Angaben kamen mindestens vier Menschen ums Leben, eine fünfte Person wird noch vermisst – alle Toten, zwei Männer und zwei Frauen, sind vermutlich Touristen. Einer der Männer sei 35 Jahre alt gewesen, die Frau 55. Das Alter des dritten Opfers war auch am Tag nach dem Unglück nicht bekannt.
Inzwischen bestätigte das slowakische Außenministerium gegenüber der Nachrichtenagentur „TASR“, dass zwei der Opfer aus der Slowakei stammten. Zu den übrigen Nationalitäten gab es zunächst unterschiedliche Angaben: Einige Medien berichteten, dass auch ein Tourist aus Italien unter den Opfern sein könnte; eine abschließende offizielle Bestätigung dazu steht noch aus.
Tragödie auf Teneriffa: Zunächst gerettete Frau stirbt kurze Zeit später
Bei der vierten Toten handele es sich um eine Frau, die am Sonntag nach einem Herzstillstand zunächst wiederbelebt werden konnte und in ein Krankenhaus geflogen worden war.
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Nach dem ersten Notruf, der am Sonntagnachmittag um 16.07 Uhr einging, lief eine dramatische Rettungsaktion an: Mit Hubschraubern, Jetskis und Booten konnte der Seenotdienst etliche Badegäste aus dem Wasser ziehen. Eine Urlauberin, die gegen die Felsen geschleudert worden war, erlitt schwere Kopfverletzungen. Weitere Badegäste wurden leicht verletzt.
Urlaub auf Teneriffa: Regierung warnt vor „gefährlichen Küstenphänomenen“
Das Naturschwimmbad unterhalb der Steilküste der Klippen Los Gigantes gehört zu den beliebtesten – und gefährlichsten – Badestellen auf Teneriffa. Umgeben von dunklem Lavagestein wirkt der Ort wie ein natürlicher Infinity-Pool. Doch bei starkem Wind können sich hier gefährliche Riesenwellen aufbauen, die über die Schutzmauer hinwegrollen und die Menschen in der Bucht in Lebensgefahr bringen. Die Unfallstelle gilt deswegen als einer der spektakulärsten – aber auch tückischsten – Orte an Teneriffas westlicher Steilküste.
Die Polizei hatte den Zugang seit Tagen abgesperrt, nachdem die Regionalregierung vor „gefährlichen Küstenphänomenen” gewarnt hatte. Laut Behörden waren die Absperrbänder jedoch immer wieder von rücksichtslosen Besuchern eingerissen worden. Die Unglücksstelle ist seit Jahrzehnten immer wieder Schauplatz von schweren Zwischenfällen.
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Am vergangenen Freitag hatte die kanarische Regionalregierung wegen hohem Seegang Küstenalarm ausgelöst – mit Prognosen von bis zu fünf Meter hohen Wellen. Der Notdienst 112 mahnte eindringlich: „Kein Fotografieren oder Filmen dort, wo die Wellen brechen – man kann ins Meer gezogen werden.“ Natürlich ist auch das Baden im Meer bei solchem Wellengang nicht angeraten.
Die kanarischen Behörden formulieren ihre Empfehlungen unmissverständlich. So heißt es in den offiziellen Warnhinweisen: „Meiden Sie das Baden an Stränden mit roter Flagge, in Bereichen mit starkem Wellengang und Rückströmungen oder an Orten ohne Rettungsschwimmer.“ Besonders wichtig sei es zudem, sich nicht von einem scheinbar ruhigen Meer täuschen zu lassen. Wer ungewöhnlich hohe oder unregelmäßige Wellen beobachte, solle sich fernhalten.
Unglück auf Teneriffa: Schon im November gab es einen ähnlichen Vorfall
Erst vor einem Monat hatte Teneriffa ein ähnlich schweres Unglück erlebt. Am 8. November waren ebenfalls drei Menschen ums Leben gekommen – darunter eine 79-jährige Urlauberin aus den Niederlanden – und 15 weitere verletzt worden, darunter auch drei Deutsche. Damals hatten hohe Wellen Badegäste und Spaziergänger an mehreren Küstenabschnitten ins Meer gerissen, obwohl die Behörden vor hohem Seegang gewarnt hatten. Besonders dramatisch war ein Vorfall in Puerto de la Cruz, wo eine Riesenwelle zehn Menschen von der Mole spülte.
Schon damals sprachen Rettungskräfte von vermeidbaren Tragödien und warnten: „Die Menschen müssen Warnungen und Absperrungen ernst nehmen. Eine Sekunde Unachtsamkeit reicht, und das Meer reißt einen mit.“ Das neuerliche Unglück von Los Gigantes zeigt schmerzlich, wie aktuell diese Warnung geblieben ist.




