Der tragische Tod der ehemaligen Biathletin Laura Dahlmeier hat im Sommer 2025 Tausende Menschen entsetzt. Die 31-Jährige war im Juli beim Bergsteigen in Pakistan verunglückt. Nun hat ihr Vater Andreas Dahlmeier in einem emotionalen Interview mit der „Sport Bild“ über Laura Dahlmeiers Trauerfeier, die Verarbeitung ihres Todes und das Bergsteigen gesprochen.

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„Die Anteilnahme ist immer noch riesengroß“, sagt Andreas Dahlmeier darin. Für seine Tochter ist eine Gedenkstätte im Kurpark von Partenkirchen errichtet worden. „Wenn ich dorthin gehe, bin ich nie allein“, sagt er. Dass seine Tochter einen gefährlichen Sport betrieben hatte, sei Dahlmeier immer bewusst gewesen. Schließlich arbeitet er selbst seit 40 Jahren bei der Bergrettung in Garmisch-Partenkirchen. „Ich musste immer mit dem Anruf rechnen, dass etwas passiert ist“, sagt er.
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Laura Dahlmeier: Eine Woche vor ihrem Tod löste sie den Alarmknopf aus – versehentlich
Gleichzeitig sei Laura Dahlmeier nie unvorsichtig gewesen. „Laura war immer sehr umsichtig“, so Dahlmeier. Er weist auf einen essenziellen Faktor beim Bergsteigen hin: Glück. Am Ende sei es auch Wahrscheinlichkeitsrechnung. „Je öfter man in die Berge steigt, desto größer ist die Gefahr, dass einmal etwas passiert. Das weiß man. Auch ich bin schon einige Male dem Tod von der Schippe gesprungen“, offenbart Dahlmeier.

Am Ende widerfuhr seiner Tochter ein großes Unglück: Sie wurde am 28. Juli am Laila Peak bei einem Bergunfall auf 5700 Metern von Steinschlag getroffen – und tödlich verletzt. „Laura müsste sofort tot gewesen sein“, sagt ihr Vater Andreas Dahlmeier der „Sport Bild“. Und er erzählt: Etwa eine Woche vor ihrem Tod sei ein Alarm bei der Familie eingegangen. Ein Fehlalarm, wie sich herausstellte. Laura Dahlmeier hatte den Alarmknopf ihres Senders versehentlich gedrückt.
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Vater von Laura Dahlmeier: „Laura ist dort begraben, wo sie glücklich war und sich frei fühlte“
Die Bergung von Laura Dahlmeiers Leichnam war nicht möglich. Die Wetterbedingungen waren zu schlecht, das Risiko zu hoch. Und Dahlmeier hatte ohnehin den ausdrücklichen Wunsch formuliert, dass sich niemand im Fall eines Unglücks in Gefahr begeben sollte, um sie zu bergen.
In den Tagen nach dem Unglück gab es ein großes Unwetter. „Und es sind viele Steine heruntergekommen, die Laura unter sich begraben haben“, sagt Dahlmeiers Vater. Laura sei dort begraben, wo sie glücklich gewesen sei und sich frei gefühlt habe. „Ich stelle mir vor, wenn Laura in einem Grab auf einem Friedhof liegen würde, und den ganzen Tag über kommen Leute vorbei – sie würde aufschauen und denken: Meine Güte, schon wieder ist jemand da. Lasst mir doch endlich mal meine Ruhe! Ich glaube, Laura hätte es so gewollt, in den Bergen ihren Frieden zu finden.“
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Der letzte Wille von Dahlmeier spielte auch bei ihrer Trauerfeier eine Rolle, erzählt ihr Vater. Diese habe am 11. August in der Wallfahrtskirche St. Anton in Garmisch-Partenkirchen stattgefunden. Nur 200 Menschen seien eingeladen worden, sagt Dahlmeier. Die Familie habe sie geheim gehalten. „Sie hat gesagt, es sollen nur die kommen, die sie gerne mochte. Die sie nicht mochte, sollten nicht kommen. Auch da war sie gradlinig“, sagt ihr Vater. Neben Freunden aus der Kletterszene und von der Bergwacht seien auch ihre Freundin und Biathlon-Kollegin Maren Hammerschmidt und ihr ZDF-Kollege Sven Fischer gekommen.
Selbst über die Lieder, die auf ihrer Trauerfeier gespielt werden sollten, hatte Dahlmeier verfügt. Schließlich sei eine abgeänderte Version des „Oberreintal-Liedes“ gesungen worden, begleitet von Gitarre und Akkordeon. „Hei mi leckst am Arsch!“, heißt es im Refrain des Liedes, das als traditionelles Bergsteigerlied gilt. Teil der Tradition ist, dass Kletterer und Kletterinnen es nach der Rückkehr gemeinsam singen.
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Vater von Laura Dahlmeier ist sicher, was ihr Rat gewesen wäre: „Geh raus zum Klettern, Papa!“
Auch wenn der Tod seiner Tochter ein großer Schock für Andreas Dahlmeier gewesen sei – das Bergsteigen wolle er nicht an den Nagel hängen, sagt er. Nach einer Pause im Sommer war er inzwischen wieder klettern. „Das ist genau das, was Laura gewollt hätte“, ist er sich sicher. „Sie würde sagen: Behaltet mich in guter Erinnerung, aber das Leben geht weiter! Steckt nicht den Kopf in den Sand! Geh raus zum Klettern, Papa!“
Laura Dahlmeier zählte zu den besten Biathletinnen der Welt. Nachdem sie im Jahr 2019 ihre Karriere beendet hatte, ging sie leidenschaftlich gern Bergsteigen. Sie war staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin, Mitglied der Bergwacht und galt als erfahren. Für das ZDF arbeitete sie weiterhin als Biathlon-Expertin. Zu ihrer letzten Tour war sie Ende Juli mit ihrer Seilpartnerin Marina Krauss im pakistanischen Karakorum-Gebirge aufgebrochen. Nach dem Unfall setzte Krauss umgehend einen Notruf ab – und blieb selbst unverletzt.









