Die Ermittlungen zu der im Juli in Italien getöteten Berlinerin Franka L werden ausgeweitet. Diese Woche wurden der Lebensgefährte Emiliano M. und eine Freundin der Toten festgenommen. Die im Fall ermittelnde Staatsanwaltschaft in Florenz prüft nun auch einen weiteren möglichen Todesfall im Umfeld des tatverdächtigen Lebensgefährten der Berlinerin, eines 51-jährigen Gastronomen. Im Fokus steht der Tod einer 40 Jahre alten peruanischen Pflegekraft, die die Mutter des inzwischen inhaftierten Mannes betreute, wie die Florentiner Tageszeitung „La Nazione“ berichtete.

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Die Pflegekraft wurde Ende Dezember 2024 leblos in der Wohnung der Mutter des Verdächtigten in Montorsoli bei Florenz gefunden. Nach Angaben aus dem Umfeld der Frau befanden sich Frankas Lebensgefährte und seine Mutter zum Zeitpunkt des Todes in einem angrenzenden Zimmer. Emiliano M. alarmierte die Rettungskräfte, die jedoch nur noch den Tod der Peruanerin feststellen konnten. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob es sich um einen natürlichen Tod handelte oder ob ein Zusammenhang mit einem möglichen Gewaltverbrechen besteht.

Verdächtiger soll Peruanerin gedrängt haben, Lebensversicherung abzuschließen

Die Frau litt an einer Erkrankung der Blutplättchen, für die ihr ein größerer chirurgischer Eingriff in Aussicht gestellt worden war. Laut Ermittlungsakten soll Emiliano M. sie Monate vor ihrem Tod dazu gedrängt haben, eine Lebensversicherung abzuschließen, um ihre in Peru lebenden Kinder abzusichern. Begünstigter der Police sei Emiliano M. gewesen, der zugesagt haben soll, das Geld im Todesfall an die Familie weiterzuleiten.

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Freunde und Angehörige berichteten den Ermittlern, die Peruanerin habe Monate vor ihrem Tod Angst vor Emiliano M. entwickelt. Sie habe erzählt, er habe seiner Mutter ohne deren Wissen höhere Dosen eines Beruhigungsmittels verabreicht als ärztlich verordnet. In Nachrichten an Freundinnen äußerte die Pflegekraft zudem den Verdacht, ihr könnten ebenfalls sedierende Medikamente verabreicht worden sein.

Nach ihrem Tod soll das Mobiltelefon der Frau manipuliert worden sein. Laut Ermittlern habe Emiliano M. sich kurz darauf um die Auszahlung der Lebensversicherung bemüht. Auch Äußerungen des Mannes aus späteren Gesprächen mit seiner Mutter, die in den Akten dokumentiert sind, verstärken aus Sicht der Staatsanwaltschaft den Verdacht eines finanziellen Motivs hinter dem Tod der Peruanerin.

Freundin soll Frank L. mit einem Stein erschlagen haben

Emiliano M., der in einer Strafanstalt in Florenz in Untersuchungshaft sitzt, wird vorgeworfen, seine Partnerin Franka L. aus Habgier getötet zu haben. Die 52-Jährige war im Sommer 2025 tot auf einem Bergpfad im Gemeindegebiet von San Godenzo in der Provinz Florenz aufgefunden worden. Die Leiche der nach Italien gezogenen Kosmetikerin und Mutter eines sechsjährigen Jungen wurde von einer zufällig vorbeikommenden Person in einem Waldstück entdeckt. Die Ermittler vermuten, dass der Lebensgefährte den Plan zur Tötung der Frau entworfen habe - Franka L. soll dann von der Freundin mit einem Stein getötet worden sein.

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Laut den Ermittlern sollen die beiden Verdächtigten die Tat geplant haben, um Lebensversicherungen in Millionenhöhe zu kassieren, die das Opfer zugunsten des kleinen Sohnes und des Lebensgefährten abgeschlossen hatte. Die beiden Beschuldigten sollen bereits versucht haben, die Lebensversicherungen einzulösen – offenbar mit Hilfe einer Komplizin, die angezeigt worden ist.

Lebensgefährte soll Franka L. schrittweise manipuliert haben

Der Lebensgefährte hatte die Berlinerin im Jahr 2016 kennengelernt. Danach soll er sie schrittweise umgarnt und manipuliert haben, bis er sie dazu brachte, mittels einer Eizellenspende ein Kind zu zeugen, das Anfang 2025 geboren wurde - ausschließlich mit dem Ziel, ihr Geld zu entziehen. Einen Monat nach der Geburt des Sohnes hatte der Italiener seine Partnerin überredet, fünf Lebensversicherungen mit einer speziellen Klausel zur Verdreifachung der Versicherungssumme im Falle eines Todes durch einen Unfall abzuschließen, was zu einer Gesamtentschädigung der Hinterbliebenen von über drei Millionen Euro geführt hätte. Der Lebensgefährte konnte mit der Komplizenschaft eines Arbeitsberaters aus Florenz rechnen, gegen den jetzt wegen Beihilfe zum Versicherungsbetrug ermittelt wird. Dieser soll dem Festgenommenen dabei geholfen haben, die Versicherungsgesellschaften ausfindig zu machen, an die er sich zum Abschluss der Policen wenden konnte.

Street cafe in small Italian town
In der italienischen Gemeinde San Godenzo wurde Franka L. im Sommer 2025 tot aufgefunden.© IMAGO/dreamstime | IMAGO stock

Die deutsche Freundin sollen Franka L. zunächst mit Benzodiazepinen betäubt, anschließend auf den Wanderweg gebracht und dort getötet haben, indem sie ihr mit einem Stein auf den Kopf schlug. Rund um den Leichnam befand sich viel Blut; schwere Kopfverletzungen wurden laut Autopsie als Todesursache festgestellt. Ein Sturz oder ein Zusammenstoß mit einem auf dem Weg vorbeifahrenden Fahrzeug konnte ausgeschlossen werden.

Franka L. lebte in Vaglia in der Provinz Florenz. In Berlin führte sie ein Kosmetikstudio, hatte sich jedoch entschieden, in die Toskana zu ziehen, um bei ihrem Lebensgefährten zu leben, der in der Gastronomiebranche tätig ist.

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Gefunden wurde die Leiche am Rand einer Waldstraße bei San Godenzo von einer pensionierten Florentinerin, die mit ihren beiden Hunden spazieren ging. Sie alarmierte den Rettungsdienst. Wenige Minuten später trafen ein Arzt und die Carabinieri am Fundort ein. Die Tote hatte weder ein Mobiltelefon noch einen Ausweis bei sich. Anfangs war ein tödlicher Verkehrsunfall mit Fahrerflucht in Betracht gezogen worden, da sich in dem Gebiet eine Baustelle befand. Der Lebensgefährte hatte bei seiner Vernehmung kurz nach dem Auffinden der Leiche angegeben, sich zum Zeitpunkt des Todes von Franka Ludwig in der gemeinsamen Wohnung in Vaglia aufgehalten zu haben, mehrere Kilometer vom Tatort entfernt.

Die Ermittlungen der Carabinieri wurden über Monate fortgesetzt. Sie sicherten nicht nur Aufnahmen von Überwachungskameras der Gegend. Es wurden auch Daten ausgewertet, um die Standorte von Mobiltelefonen vorbeifahrender Autofahrer zu rekonstruieren. Die akribische Arbeit führte schließlich zu der entscheidenden Wende in dem Fall.