Zur Berichterstattung über Donald Trump:

Kaum vergeht eine Stunde ohne eine neue Meldung über Donald Trump. Ein Tweet, ein Eklat, ein schärferer Ton, die nächste Eskalation. Diese Abfolge wirkt wie eine Endlosschleife. Sie ist nicht nur laut, sie ist gefährlich. Nicht wegen einer einzelnen Nachricht, sondern wegen ihrer ständigen Wiederholung. Denn was uns pausenlos erreicht, formt unser Denken und unsere Wahrnehmung.

Jeden 2. Sonntag

Ein FUNKE Liebe

Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.

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Man gewöhnt sich an das Extreme und verliert das Gespür dafür, was wirklich außergewöhnlich, bedrohlich oder politisch bedeutsam ist. Wenn scheinbar ständig alles eskaliert, erscheint irgendwann nichts mehr wirklich schlimm. Maßstäbe verschieben sich, das Extreme wird normal. So entsteht ein verzerrtes Bild davon, was uns als Gesellschaft wirklich betrifft. Zudem geraten andere wichtige Themen in den Hintergrund. Und genau das nützt am Ende nur einem.

Eine Gesellschaft, die dauerhaft im Empörungsmodus lebt, ermüdet. Sie fühlt sich ohnmächtig, verliert Vertrauen und schließlich die Fähigkeit zu handeln. Ziel genug für Donald Trump. Am Ende liegt ein Teil der Wirkung auch bei uns. Was wir lesen, teilen und diskutieren, bestimmt mit, was wichtig wird. Zwischen all dem Lärm bleibt Raum für eigene Entscheidungen dafür, worauf wir unsere Aufmerksamkeit wirklich richten wollen.
Daniel Fuchs, Deuna

Zum Beitrag „Warnung an Putin: Deutschland wird zur Raketenmacht“ vom 12. Januar:

So, nun wird aufgerüstet auf „Teufel komm raus“. Trump wird es freuen, denn mit den USA werden da wohl die größten Geschäfte gemacht. Die USA liefern und wir zahlen. Es sei nur beiläufig erwähnt, dass die Drohung, Deutschland könne mit diesen Waffen tief ins russische Hinterland reichen, sicher auch von den Russen wahrgenommen wird? Und wenn dann noch sogenannte Sicherheitsexperten meinen, dass man Russland damit verwundbarer machen, es aber auch zu Fehlurteilen kommen könnte, dann liest man das so: „Deutschland als Nichtatommacht droht Russland, der stärksten Atommacht der Welt“!

Da muss ich doch in der Schule geschlafen haben, als es um logisches Denken ging.

Und was ist mit den ehrgeizigen Klimaschutzzielen der Regierung Merz? Aufrüstung und Klimawende sind wie Feuer und Wasser. Man kann doch den mitdenkenden Bürgern nicht verkaufen wollen, dass deutsche Panzer künftig nur noch mit klimaneutralem Wasserstoff produziert würden? Wenn diese Rüstungsspirale so weitergeht, dann braucht sich in 20 Jahren wohl niemand mehr mit dem Klima zu beschäftigen, dann ist das Thema obsolet....
Dieter Petermann, Stadtilm

Zum Beitrag „Abstriche beim Bus-Angebot möglich“ vom 19. Januar:

Wir Leser dieser Tageszeitung können uns glücklich schätzen. Denn es werden Daten und Fakten präsentiert, die zum Nachdenken anregen. Um daraus Rückschlüsse zu ziehen und Beschlüsse zu fassen. Auch zu Überlebensfragen. Da wurde binnen weniger Tage von der drohenden Wasserknappheit berichtet und 2025 als eines der heißesten Jahre überhaupt beschrieben. Und wenig später Einschränkungen beim regionalen Bus- wie auch Bahnverkehr Thüringens als möglich bezeichnet.

Weil es fehlt, an Geld, an Fachkräften, an politischen Anstrengungen. Fehler der Vergangenheit werden da umschrieben, durch Kahlschlag, Investitionsstau, Personalabbau. Lernen daraus will man nicht, wie der Querverbund von Stadtwerken und ÖPNV zeigt, dessen Zusammenbruch gerade weitgehend tatenlos hingenommen wird. Geschäft ist eben wichtiger als Daseinsvorsorge.

Und eine City-Maut wie anderswo höchst wirksam (auch davon war zu lesen) einzuführen, um nachhaltige Entwicklungen im ÖPNV zu ermöglichen, getraut sich schon gar niemand. Haben unsere Enkel eben Pech. Jedenfalls so lange, wie wir nicht nach dem Zeitunglesen ins Denken und Handeln kommen.
Matthias Altmann, Weimar

Grönland-Konflikt
Ladenbesitzer Jesper in Kopenhagen trägt eine rote Mütze mit dem Slogan «Nu det NUUK!», eine Abwandlung des dänischen Satzes «Nu det nok», was so viel bedeutet wie «Jetzt ist es genug», und ersetzt Nuuk, die Hauptstadt Grönlands.© James Brooks/AP/dpa | JAMES BROOKS

Zum Thema Grönland:

Bei den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, in Nah- und Mittelost, in Afrika und in Lateinamerika geht es hauptsächlich um wertvolle Rohstoffe, mit denen gewisse Kreise höchstmöglichen Profit erzielen wollen. Jüngstes Beispiel war Venezuela, dessen Präsident Maduro durch einen völkerrechtswidrigen Akt in die USA entführt wurde. In Sachen Grönland geht es um Seltene Erden, die die High-Tech-Branche benötigt. Man sollte die Bürger dort in einem Referendum ohne Einmischung von außen, schon gar keiner militärischen, darüber entscheiden lassen, ob sie weiter zu Dänemark, künftig zu den USA gehören oder eine staatliche Unabhängigkeit wollen – und das hat die internationale Staatengemeinschaft anzuerkennen.
Hartmut Holland, Zella-Mehlis

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