Zum Beitrag „Streik im Nahverkehr trifft Thüringen“ vom 31. Januar:
Die deutsche Wirtschaft schwächelt, Unterricht fällt aus, der Individualverkehr soll der Umwelt zuliebe reduziert werden, die Preissteigerung liegt knapp über zwei Prozent und Ver.di fordert sieben Prozent und mehr Lohnerhöhungen! Dafür wird der Öffentliche Nahverkehr lahmgelegt. Schüler werden nur schwer oder gar nicht zur Schule, ihre Eltern schwer oder gar nicht zur Arbeit kommen. Bei allem Verständnis für den Einsatz für die eigenen Mitglieder und deren Arbeitsbedingungen, aber diesen Streik und die damit verbundene Belastung von Tausenden, die sonst gute Kunden des ÖPNV sind, halte ich für völlig überzogen. Man hätte besser an einem Wochenende oder in der Woche von neun bis 16 und ab 18 Uhr streiken können – und anderen gleichzeitig eine Chance gelassen.
Thomas Hirsch, Erfurt
Zum Beitrag „Mehr Personal gegen Bafög-Stau“ vom 2. Februar:
Haben unsere Verwaltungen noch immer nicht begriffen, dass die Rationalisierung der ganz normalen Bearbeitungsvorgänge durch Software eine gewaltige Einsparung an Zeit und Geld bewirkt? Aber nein, sie beharren auf der seit Jahrzehnten gewohnten Arbeitsweise und fordern mehr Personal. Viele Prozesse kann man heute schon im Internet nutzen, um klare Aussagen zu bekommen. Die Behörden brauchen ja keine Angst vor Personal-Mangel zu haben, denn nach Angaben in der TA wollen 40 Prozent der Abiturienten in den öffentlichen Dienst wegen der sicheren Beschäftigung, guten Bezahlung und Rente. Was machen wir falsch? Wo sind unsere Software-Firmen? Die ringen sicher bei dieser allgemeinen Tendenz verzweifelt nach qualifizierten Studienabgängern oder Aufträge von zentraler Stelle, damit hier kein kleinteiliger Flickenteppich entsteht. Deutschland, ein elektronisches Hinterland, aber mit hoher Beschäftigung-Quote?
Peter Giesemann, Niederroßla
Zum Beitrag „Wir sind kein Kostenfaktor“ vom 24. Januar
Die sehr subjektive Einstellung, dass als Voraussetzung für die Handlungsfähigkeit des Staates sowie die Modernisierung der Verwaltung möglichst viele Beamte in Thüringen erforderlich seien und dies dann keine Auswirkung auf die Kosten haben soll, möchte ich stark bezweifeln. Die meisten Beamten „kleben“ stark an bestehenden Regelungen, die Ihnen gegenüber anderen viele Vorteile verschaffen – und werden das weder analysieren noch ändern. Sparen sollen immer die anderen. Es gibt sogar Berufsgruppen (etwa Lehrer), bei denen schon das Einstiegsgehalt der Beamten höher ist als das der Angestellten. Für Beamte kommen dann noch diverse Zulagen und die Vorteile, nicht in solidarische, gesetzliche Kassensysteme einzahlen zu müssen. Hier sind Beamte oft sogar schon im aktiven Dienst für den Staat teurer als Angestellte. Die vom Steuerzahler voll zu finanzierenden Pensionen betragen dann sogar das 2,5-fache der Renten. Wenn dann die von Angestellten erkämpften Gehaltssteigerungen meistens automatisch für die Beamten und Pensionäre übernommen werden, wird die Differenz in den Entlohnungssystemen zwischen Beamten und Angestellten sowie Pensionären und Rentnern weiterhin immer größer!
Wolfgang Schiffmann, Erfurt
Zum Salon „Auch die sind das Volk“ vom 31. Januar:

Wie Herr Goldberg bin auch ich kein Anhänger von Mario Voigt. Aber bei einer öffentlichen Person, die ein Ministerpräsident nun mal ist, sollte man den Promotionsbetrug nicht damit schönreden, dass Herr Voigt „einfach etwas schlampig und schnellhändig gearbeitet hat.“
In seiner Stellungnahme gibt er an, dass sich die beanstandeten Textstellen nur auf 2,58 Prozent der Wörter in der Arbeit bezogen haben. Es war also nur ein 2,58 %-iger Betrug durch den ersten Mann im Freistaat Thüringen.
Also nicht der Rede wert? Nein, hier geht es um das Prinzip, um Redlichkeit und Vertrauen. Oder soll der Wähler bei der nächsten Thüringer Regierungskrise, die durch Herrn Voigt mitverursacht wird, etwa sagen: Ach da hat unser Ministerpräsident mal wieder etwas schlampig und schnellhändig gearbeitet?
Thomas Goedecke, Erfurt
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