Im Vergewaltigungsprozess gegen Marius Borg Høiby, den ältesten Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, werden am heutigen Donnerstag zahlreiche Zeugen gehört. Auch Marius selbst setzt seine Aussage fort. In den kommenden Tagen sollen unter anderem Polizeibeamte, Freunde der Beteiligten sowie frühere Wachleute vor Gericht aussagen.

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Bereits am Vormittag sorgte ein Detail aus den Ermittlungsergebnissen in dem Fall für Aufsehen: Marius soll noch vor der Anklage gegen ihn im Internet Worte wie „Vergewaltigung“ und seinen Namen gegoogelt haben. Nach Angaben der Zeitung „Verdens Gang“ sagte er am Donnerstag vor Gericht, er hätte zuvor Gerüchte über sich selbst gelesen, nach denen er eine Frau vergewaltigt haben soll. Deshalb habe er im Internet nach den Begriffen gesucht.
In der ersten Verhandlungswoche dreht sich vieles um einen Vorfall in der Residenz des norwegischen Kronprinzenpaares. Dort soll Høiby während einer Partynacht mit Freunden eine Frau sexuell berührt und gefilmt haben, während das mutmaßliche Opfer schlief. Den Vorwurf bestritt Høiby zum Auftakt des Prozesses. Der Norweger ist in 38 Punkten angeklagt – darunter mehrere Vergewaltigungen nach norwegischem Recht.
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Vergewaltigungsvorwürfe: Høiby äußert sich zu Partyleben und seinen Bedürfnissen
Am Mittwoch wies der 29-Jährige die Vergewaltigungsvorwürfe zurück. Gleichzeitig sprach er über sein wildes Partyleben – und sein „extrem hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit“. Zunächst setzte das Gericht allerdings die Befragung eines der mutmaßlichen Opfer des 29-Jährigen fort.
Die Frau, deren Name nicht genannt wird, hatte bereits am Dienstag unter Tränen die Geschehnisse nach einer Party im Jahr 2018 auf dem königlichen Anwesen Skaugum außerhalb Oslos geschildert. Sie sagte vor Gericht, nach einem kurzen sexuellen Kontakt mit Høiby, den sie abgebrochen habe, sei sie eingeschlafen.
Die Polizei nahm später Kontakt zu der Frau auf, nachdem sie auf dem Handy des Angeklagten Aufnahmen und Bilder entdeckt hatte, die nach Angaben der Ermittler zeigen, wie er sie im Schlaf vergewaltigt. Die Frau selbst hat keine Erinnerungen daran, sie spricht von einem „großen schwarzen Loch“.
Mette-Marit-Sohn vor Gericht – mutmaßliches Opfer: „Es ist doch klar, dass ich völlig bewusstlos bin“
Mit Blick auf die Aufnahmen sagte sie vor Gericht: „Sehen Sie mein Gesicht: Es ist doch klar, dass ich völlig bewusstlos bin. Es sieht sogar so aus, als würde ich nicht atmen.“ Die Frau äußerte zudem die Vermutung, dass ihr ohne ihr Wissen Drogen verabreicht wurden.
Der Angeklagte erklärte dagegen am Mittwoch vor Gericht, er könne sich nicht erinnern, die Aufnahmen gemacht zu haben. „Aber wir hatten einvernehmlichen Geschlechtsverkehr bei vollem Bewusstsein“, betonte er.
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Marius weist Vergewaltigungsvorwurf zurück
Unter Tränen machte der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit seine Aussage. Der Angeklagte, der Brille, Jeans und ein zerknittertes Hemd unter einem grauen Pullover trug, nahm sich zu Beginn ein Stück Snus aus dem Mund – ein in Skandinavien verbreiteter Oraltabak. „Es fällt mir schwer, vor so vielen Menschen zu sprechen“, sagte der 29-Jährige. „Ich werde von der Presse verfolgt, seit ich drei Jahre alt bin.“ Damals war die Beziehung seiner Mutter zu Kronprinz Haakon bekannt geworden, die beiden heirateten 2001.
„Ich bin hauptsächlich als der Sohn meiner Mutter bekannt, sonst für nichts“, sagte der Angeklagte vor Gericht. „Deshalb hatte ich ein extrem hohes Bedürfnis nach Anerkennung. Mein ganzes Leben lang. Und das hat sich in viel Sex, viel Drogen und viel Alkohol niedergeschlagen.“ Er habe ein Leben gelebt, „in das sich wohl die wenigsten hineinversetzen können“, sagte Høiby. Sex und Rausch seien Teil dieses Lebens gewesen. Er ist in 38 Punkten angeklagt – darunter sind vier Fälle der Vergewaltigung nach norwegischem Recht.
Høiby wird vorgeworfen, vier Frauen vergewaltigt und mehrere Ex-Freundinnen körperlich und psychisch misshandelt zu haben. Die mutmaßlichen Vergewaltigungen fanden laut dem Eröffnungsplädoyer der Staatsanwaltschaft am Dienstag alle nach zunächst einvernehmlichem Geschlechtsverkehr statt – oft nach Abenden mit starkem Alkoholkonsum, an denen die Frauen nicht in der Lage gewesen seien, sich zu verteidigen.
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Die Verteidigung argumentierte, Høiby habe „alle Handlungen als völlig normale und einvernehmliche sexuelle Beziehungen wahrgenommen“. Insgesamt umfasst die Anklage gegen den aus einer früheren Beziehung von Mette-Marit stammenden Sohn der Kronprinzessin 38 Punkte, Høiby drohen bis zu 16 Jahre Haft. Zum Prozessauftakt hatte der 29-Jährige am Dienstag die Vergewaltigungsvorwürfe zurückgewiesen und auch in anderen schwerwiegenden Anklagepunkten auf nicht schuldig plädiert.
Mette-Marit verschiebt Reise
Wie nun außerdem bekannt wurde, hat die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit (52) eine geplante private Reise ins Ausland verschoben. Das bestätigte eine Sprecherin des Königshauses – begründete die Entscheidung auf Anfrage aber nicht. Mette-Marit steht derzeit nicht nur wegen ihres Sohnes in den Schlagzeilen. Ihr Name taucht Hunderte Male in den Akten zu Jeffrey Epstein auf. Sie soll über Jahre privaten Mail-Kontakt mit dem Sexualstraftäter gehabt haben.
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Eigentlich hatte Mette-Marit vorgehabt, zum Auftakt des Prozesses zu verreisen. Auch Haakon will nicht zur Verhandlung gegen seinen Ziehsohn kommen.
lro/viv/dpa/AFP







