Eines der „größten Infrastrukturprojekte seit Jahren“, wie Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange es ausdrückte, startet, sofern das Wetter es zulässt, am Montag, 2. März: Die Naumburger Straße wird grundhaft ausgebaut und damit einher geht die geplante Verlängerung der Straßenbahntrasse ins Himmelreich. Unterteilt wird die 1,8 Kilometer lange Strecke in fünf Bauabschnitte, die Maßnahme soll bis voraussichtlich Mai 2029 abgeschlossen sein.

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Das Bauvorhaben ist ein gemeinsames Projekt der Stadt Jena, der Stadtwerke, von Jenawasser, dem Nahverkehr und dem Kommunalservice Jena (KSJ). Die geschätzten Kosten liegen aktuell bei 53,8 Millionen Euro. Etwa 20 Millionen Euro fallen für die Stadt Jena an, etwa 31 Millionen Euro beim Nahverkehr. Bei der übrig bleibenden Differenz handelt es sich um ein Pufferbudget. Doch aufgrund der Straßenbahnverlängerung ins Himmelreich kann ein Großteil der Kosten über Fördergelder von Bund und Land gedeckt werden. Bis zu 75 Prozent kann die Förderung für Stadt und Nahverkehr betragen.
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Was ist im Detail geplant?
„Grundhafter Ausbau“ bedeutet, dass alles in der Naumburger Straße erneuert wird. Es beginnt mit Leitungen für Strom, Gas, Wärme, Trinkwasser, Abwasser, Entwässerung, Telekommunikation und Kabelfernsehen. Außerdem werden die öffentliche Beleuchtung und Straßenverkehrstechnik wie Ampeln oder Schilder erneuert.
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In diesem Zuge bekommt die Naumburger Straße natürlich eine neue Asphaltdecke, Rad- und Fußwege werden erneuert. Ferner fallen auch kleinere Aspekte unter den grundhaften Ausbau, wie die Erneuerung von Grünflächen. Nicht zuletzt wird als zweiter großer Aspekt des Bauvorhabens die Straßenbahntrasse von der Wendeschleife auf Höhe des Florian-Geyer-Weges bis hoch ins Himmelreich verlängert.
Wie lautet der Zeitplan?
Die Baumaßnahme soll in fünf Bauabschnitten von März 2026 bis voraussichtlich Mai 2029 umgesetzt werden. Die Arbeiten finden entlang der Naumburger Straße von Norden nach Süden statt. Der aktuelle Plan lautet hierfür wie folgt:
- 1. Bauabschnitt: Ortsausgang Jena bis Einmündung Carl-Orff-Straße Süd
Bauzeit: März 2026 bis Juni 2027 - 2. Bauabschnitt: Einmündung Carl-Orff-Straße Süd bis Juri-Gagarin-Straße
Bauzeit: Juni 2027 bis Dezember 2027 - 3. Bauabschnitt: Juri-Gagarin-Straße bis Einmündung Netto-Markt/Wendeschleife Zwätzen
Bauzeit: Dezember 2027 bis Juni 2028 - 4. Bauabschnitt: Einmündung Netto-Markt/Wendeschleife Zwätzen bis Einmündung Brückenstraße
Bauzeit: Juni 2028 bis September 2028 - 5. Bauabschnitt: Einmündung Brückenstraße bis Flurweg
Bauzeit: September 2028 bis Mai 2029
Bei den Zeitabschnitten handelt es sich um Schätzungen nach aktuellem Wissensstand. Der erste Bauabschnitt soll dabei jeweils nochmals in zwei Abschnitten umgesetzt werden. In der Zeit von Montag, 2. März, bis zum 30. November – dem ersten Abschnitt innerhalb von Bauabschnitt 1 – wird eine Vollsperrung zwischen der südlichen Carl-Orff-Straße und dem Ortsausgang Jena notwendig. Durch die Unterteilung des ersten Bauabschnittes lässt sich eine Vollsperrung für den gesamten Zeitraum von März 2026 bis Juni 2027 vermeiden.
Welche Umleitung wird während der Bauarbeiten eingerichtet?
Das Thema Umleitung, besonders während der Vollsperrung im ersten Bauabschnitt, sei ein heiß diskutiertes Thema mit den umliegenden Gemeinden gewesen, sagt Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange. Die offizielle Umleitung für die gesamte Bauzeit führt großräumig in beide Richtungen ab Camburg / Rodameuschel über die L1070 bis Trotz, ab Trotz auf der B7 über Bürgel bis nach Jena. Die Einmündung Carl-Orff-Straße Süd ist durchgängig befahrbar.
Christopher Helbig, Geschäftsbereichsleiter für Tiefbau und Stadtraum beim KSJ, sagt, dass während der Bauarbeiten immer wieder auf aktuelle Verkehrssituationen reagiert werden müsse und entsprechende Anpassungen vorgenommen werden.

Was bedeuten die Bauarbeiten für Anlieger?
Dass Anwohnerinnen und Anwohner im Bereich rund um die Naumburger Straße während der Bauarbeiten zu ihren Grundstücken kommen können, sei, soweit es möglich ist, gewährleistet. Einschränkungen kann es jedoch immer geben, insbesondere wenn es zum vierten und fünften Bauabschnitt kommt. Im übrigen Gebiet müssen Verkehrsteilnehmende mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen rechnen.
Welche Auswirkungen haben die Bauarbeiten auf Bus und Bahn?
„Wir tüfteln noch an den Details der Fahrpläne“, sagt Andreas Möller, Geschäftsführer des Jenaer Nahverkehrs. Die schlechte Nachricht: Busse werden nach einem Baustellenfahrplan fahren und es wird zu Umstiegen und verlängerten Fahrzeiten kommen. Die gute Nachricht: Bis Mitte 2028 verändert sich dafür auf der Straßenbahnlinie 1 erst einmal nichts, da die Bauarbeiten im Norden beginnen, wo die neue Straßenbahntrasse gebaut wird.
Konkret bedeutet das, dass die Fahrten der Buslinien 420 und 426 ab Porstendorf in beide Richtungen über Golmsdorf und Kunitz nach Jena umgeleitet werden. Ausgewählte Fahrten der Linie 420 werden über das Himmelreich geführt und bedienen auch die Haltestelle Zwätzen, Schleife. Dort besteht Anschluss zur Straßenbahnlinie 1. Die Linie 422 verkehrt für die Bauzeit über Rödigen.
Sobald die konkreten Baufahrpläne für den Busbetrieb feststehen, sind sie online unter www.nahverkehr-jena.de zu finden.
Was ist sonst noch interessant zu wissen?
Zwischen den Jahren 2004 und 2024 sind ungefähr 3000 Menschen nach Jena-Nord gezogen, sagt Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange. Grundsätzlich sei dieses Bauprojekt eine Reaktion auf diesen Zuspruch für den Ortsteil. Über den Jenaer Norden kommen jeden Tag schätzungsweise zwischen 6000 und 7000 Fahrzeuge in die Stadt.
Im Rahmen der Sitzung des Ortsteilrates Zwätzen findet am Mittwoch, 4. Februar, 18 Uhr, eine Informationsveranstaltung statt. Ort: Rautalschule, Schreckenbachweg 3. Wer diese verpasst hat, hat die Möglichkeit, sich bei einer Online-Veranstaltung via Microsoft-Teams am Dienstag, 10. Februar, von 18 bis 20 Uhr über das Bauvorhaben zu informieren. Bei der Online-Veranstaltung nehmen Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Jena, des KSJ, des Nahverkehrs und des beauftragten Ingenieurbüros HI Bauprojekt GmbH teil. Wer keinen Online-Zugang hat, kann die Veranstaltung im Gebäude des KSJ in der Löbstedter Straße 68 im 3. Obergeschoss im Beratungsraum 3.10 verfolgen.







