Einfach nur pure Erleichterung stand diesen Menschen ins Gesicht geschrieben, die am frühen Donnerstagmorgen am Flughafen Frankfurt am Main angekommen waren. Mit fast zwei Stunden Verspätung war die Lufthansa-Maschine aus Maskat gelandet. An Bord Deutsche, die wie Zehntausende andere während des US-Angriffs im Krisengebiet Iran und in der Golfregion gestrandet waren.

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Carl Wagener (24) und Lea Möller (22) waren unter den etwa 250 Passagieren, die mit dem ersten Evakuierungsflug der Bundesregierung angekommen sind. Sie können das alles noch kaum fassen. Die beiden waren gerade im Urlaub in Dubai, als der Krieg ausbrach. „Wir haben eigentlich alles mitbekommen“, sagt der Siegener. Aber er wirkt recht gelassen. Das Verrückte: In Gefahr hätten sie sich zu keiner Zeit gefühlt. „Natürlich ist es beunruhigend, wenn man Raketen über die Köpfe fliegen sieht, aber es ist jetzt nicht so, dass da irgendwie Panik ausgebrochen ist“, so der 24-Jährige. Eine Nacht hätten die beiden sogar in der Tiefgarage verbringen müssen, nachdem eine Nachricht aufs Handy gekommen sei.
Sie seien dann eigenständig in den Oman gereist, wo sie glücklicherweise noch auf den Evakuierungsflieger gekommen seien, berichtet Wagener. Das Flugzeug sei nicht ganz voll gewesen. 500 Euro hätten sie pro Person gezahlt für das Ticket zurück in die sichere Heimat.
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Krieg in Nahost: „Für die Kinder war es dann doch verstörend“
Die Freude, wieder zu Hause zu sein, ist auch Francesca Matic anzusehen, die am Flughafen ihren Eltern in den Armen liegt. Die 28-Jährige aus Bad Kreuznach war im Urlaub in Sri Lanka. Auf der Rückreise sollte sie in Doha (Katar) umsteigen. Doch: Der Flieger drehte ab und landete im Oman. Sie habe sich beim Auswärtigen Amt angemeldet und kurzfristig am Mittwoch die Nachricht erhalten, dass sie mitfliegen dürfe, sagt Francesca.
Dass das geklappt habe, hatte wohl auch damit zu tun, dass sie gesundheitlich angeschlagen war. Laut Bundesaußenminister Johann Wadephul sind die Evakuierungsflüge für besonders verwundbare Menschen, wie Schwangere, Kranke oder Kinder geplant. „Da sie Migräne hat und es ihr nicht ganz so gut geht, auch physisch, haben wir gesagt, versuch es. Und es hat geklappt“, erklärt Mutter Bettina. Trotz der ungeplanten Änderungen habe sie sich nicht allzu viele Sorgen gemacht, erzählt Francesca Matic. Dadurch, dass sie im Oman gelandet sei, sei sie außerhalb des Kriegsgebiets gewesen. Aber: „Man wollte trotzdem einfach nur nach Hause.“

Auch ein junger Mann, der in Dubai lebt, wollte nur weg. In Frankfurt sagt er, wie froh er sei, mit seiner Frau und zwei Kindern wieder in Deutschland zu sein. Sie wollen nach Hamburg zu Verwandten. „Für die Kinder war’s dann doch ein bisschen verstörend, deswegen haben wir uns auf den Weg gemacht.“ Die 14-jährige Tochter sagt: „Ich habe sogar ’ne Rakete gesehen.“ Jetzt seien alle einfach nur noch froh.
Deutsche „Mein Schiff“-Passagiere sollen bald ausreisen
Das Ehepaar Schmidt aus Nürnberg hat ebenfalls Tränen der Erleichterung in den Augen, als sie am Flughafen Tochter, Schwiegersohn und die fünfjährige Enkelin in die Arme nehmen können. Die junge Familie war im Urlaub in Thailand. Auf dem Rückflug am Samstag war ein Zwischenstopp in den Emiraten geplant. Doch unterwegs sei der Flugraum gesperrt worden. Stattdessen: Landung im Oman. Und von dort mit fünf Tagen Verzögerung nach Deutschland. Tourist Jürgen Schmitt: „Der Krimi ist vorbei!“
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Ein Mitarbeiter dieser Redaktion hatte weniger Glück: Er sitzt weiter in Dubai fest. „Zwei Rückflüge wurden von der Fluggesellschaft storniert. Wir haben nun auf eigene Faust einen Rückflug für Freitag bei Emirates gebucht, da von Dubai gegenwärtig zu 90 Prozent nur Flüge von Emirates und flydubai abgehen. Wir haben einen Direktflug nach Wien bekommen, ob der allerdings auch wirklich stattfindet und ob wir mitfliegen dürfen, erfahren wir möglicherweise erst morgen am Flughafen.“ Wann er wieder in Berlin sein wird, stehe also noch nicht fest.
„Ich bin sehr froh, dass heute der erste vom Auswärtigen Amt organisierte Flug aus Maskat mit mehr als 250 Personen sicher in Frankfurt gelandet ist“, sagte Johann Wadephul (CDU) in Berlin. Noch am Donnerstag sollten zudem auch mehr als 500 Passagiere der beiden Kreuzfahrtschiffe des deutschen Anbieters Tui Cruises ausreisen, ergänzte er. Von Tui Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ in der Region fest. Funke-Mitarbeiter Fabian Tan, der sich seit Sonntag mit Frau und kleinem Kind auf „Mein Schiff 5“ befindet, ist einer von ihnen. Er berichtet von einer Durchsage des Kapitäns, laut der erst ab Samstag erste Rückflüge nach Deutschland stattfinden sollen.

Rückkehrer müssen sich an Kosten für Flugtickets beteiligen
Bundesaußenminister Wadephul betonte, dass es zwei weitere Flüge mit ähnlicher Kapazität aus Maskat im Oman geben werde. Gleichzeitig sehe die Bundesregierung glücklicherweise auch eine gewisse Entspannung im kommerziellen Flugverkehr, sagte der Außenminister. „Die Kapazitäten für die Ausreise werden von Tag zu Tag größer.“ Allein heute sollten aus Dubai und Abu Dhabi, wo der Großteil der deutschen Urlauber sich aktuell aufhält, etwa 250 kommerzielle Flüge in alle Welt gehen, davon über 60 nach Europa und einige auch nach Deutschland. „Wir arbeiten gemeinsam mit Hochdruck daran, Urlauberinnen und Urlauber sicher wieder zurück nach Hause zu ihren Freunden und Familien zu bringen.“ Der Lufthansa-Konzern will ab Samstag wieder Flüge nach Larnaca auf Zypern starten.
mit dpa







